In Tarifverhandlungen spielt die Forderung der Gewerkschaften nach mehr Freizeit statt Geld eine immer größere Rolle. Auch in der Stahlindustrie, weshalb es jetzt Warnstreiks geben soll.

Im Tarifkonflikt der nordwestdeutschen Stahlindustrie hat die IG Metall zu Warnstreiks aufgerufen. Den Anfang sollen am Montag (4. Februar) die Beschäftigten im Dortmunder Werk von Thyssenkrupp machen.

Das teilte die Gewerkschaft am Samstag (2. Februar) nach einer Sitzung ihrer Tarifkommission in Sprockhövel mit. Los geht es um 10 Uhr vor einem Tor der Westfalenhütte.

IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld

Die Forderung: sechs Prozent mehr Geld für die Beschäftigten in der Stahlindustrie. Doch bereits nach 15 Minuten verließ die IG Metall am Freitag (1. Februar) die dritte Verhandlungsrunde in Düsseldorf. Die Arbeitgeber hätten erneut kein Angebot vorgelegt, heißt es.

„Ohne Angebot ergeben Verhandlungen derzeit keinen Sinn“, begründete der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Knut Giesler, den Schritt. 

Hauptstreitpunkt bei den Tarifverhandlungen ist die weitere Forderung der Gewerkschaft nach Einführung eines Urlaubsgelds von 1.800 Euro, das auch in freie Tage umgewandelt werden kann. Die Arbeitgeber wollen erst ein Angebot vorlegen, wenn die IG Metall ihre Forderung präzisiert hat.

Warnstreiks in NRW, Niedersachsen und Bremen

Wenn die Entgeltumwandlung für alle Beschäftigten gelten solle, bedeute dies eine Arbeitszeitverkürzung von 1,5 bis 2 Stunden in der Woche, sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Stahl, Bernhard Strippelmann. „Das kann sich kein Betrieb der Stahlindustrie leisten.“

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Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 18. Februar werde es weitere Warnstreikaktionen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen geben, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Hier betreffen die Tarifverhandlungen rund 72.000 Beschäftigte in der Branche.

Die Arbeitgeber warfen der Gewerkschaft daraufhin unkonstruktives Verhalten vor. Für Warnstreiks habe er kein Verständnis, so Andreas Goss, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Stahl.