Dortmund kann mehr als Fußball und Rudern, das stellen viele Vereine immer wieder eindrucksvoll unter Beweis. Die Cheerleader der Dortmunder Giants gehören definitiv dazu. Und räumen mit dem Vorurteil auf, dass ihr Sport nur aus mit Pompons an der Seitenlinie herumhüpfen besteht.

Dortmund – Sind wir doch mal ehrlich. Wenn wir an Cheerleader denken, kommt uns meistens das hier in den Sinn:

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Schade eigentlich, denn Cheerleading ist so viel mehr als das. „In Filmen wird das häufig falsch dargestellt“, sagt Tania Idowu, die das Team der Giants Cheerleader Dortmund leitet und trainiert. Denn hier wird Hochleistungssport betrieben, die Cheerleaderinnen müssen topfit sein, um zu bestehen.

Tanzen, Stunts und Anfeuern – Cheerleading ist umfangreich

„Und 5, und 6, und 7, und 8“ hallt es durch die Turnhalle Froschloch in Hombruch. Zwölf Mädchen springen gleichzeitig in die Luft. Tania ist trotzdem unzufrieden, der Sprung war nicht synchron genug. Also noch einmal. Und noch einmal. Cheerleading ist Perfektion, schließlich soll beim Auftritt alles passen.

Die Sprünge sind nur ein Teil der komplizierten Performance der Athletinnen. Und machen deshalb auch nur einen Teil des Trainings aus. Sie üben außerdem wie sie ihre Mannschaft mit so genannten Cheers anfeuern, studieren Tänze ein und bauen bei Stunts riesige Pyramiden. Und das alles nur, um „ihr“ Team anzufeuern.

Football ist Männersache

In diesem Fall sind das die Dortmund Giants, eine Football-Mannschaft aus Dortmund. Hier herrscht klare Geschlechtertrennung. Auf der einen Seite die gut gebauten Footballer, die ihre Gegner bezwingen und auf der anderen Seite die Cheerleader, zurzeit ausschließlich Mädchen und Frauen.

Für den 25-jährigen Spieler Nikolai Umanets kommt der eine Teil aber nicht ohne den anderen aus. „Der Verein besteht ja nicht nur aus Footballern, sondern auch aus Cheerleadern“, sagt er. An die Auftritte der Cheerleaderinnen kann er sich bei Spielen trotzdem meist nicht erinnern. Nur an ein Gefühl: „Es ist immer sehr angenehm mit den Mädels an der Seite, die uns anfeuern.“

Auch Männer können Cheerleader sein

Also alles sexistisch bei den Giants? Nein, sagt Tania Idowu. Cheerleading ist Sport. Und auch, wenn die Mannschaft beim Auftritt kurze Röcke trägt – bei anderen Sportlern wäre sogar noch weniger Stoff im Spiel. Als Beispiel nennt die Trainerin Beachvolleyballerinnen. „Und von daher lasse ich mich auf die Diskussion auch gar nicht ein“, so ihr Urteil.

Zumindest bei den Cheerleadern ist außerdem die Möglichkeit da, dass auch Jungs mitmachen. Und sogar auch schon mitgemacht haben! An dieser Stelle sei es allerdings schwierig, Nachwuchs zu generieren, verrät Tania mit einem Augenzwinkern.

Giant Cheerleader haben keine eigene Halle

Das ist aber nicht das einzige Problem, mit dem die Giants Cheerleader zu kämpfen haben. Die Footballer trainieren auf dem Trainingsgelände des Vereins am Hoeschpark. Dort gibt es aber keine Turnhalle. Die Cheerleader sind deshalb abwechselnd in den Turnhallen in Aplerbeck, Hacheney und Hombruch.

„Das ist blöd, weil wir nirgends unser Equipment lagern können“, sagt Tania. Auch spezielle Gegenstände wie eine Air Track Bahn können so nicht angeschafft werden. Allerdings ist der Bau einer Halle im Hoeschpark in Planung. Die Giants arbeiten hier eng mit der Stadt Dortmund zusammen.

Cheerleader sind fester Bestandteil des Football-Teams

Den Spaß am Sport lassen sich die Cheerleader nicht vermiesen. „Ich schätze vor allem das Außergewöhnliche und die Herausforderungen“, sagt Tania Idowu. Allerdings ist ihr auch wichtig, dass der Bezug zur Footballmannschaft erhalten bleibt.

In Dortmund gibt es noch eine weitere Cheerleading-Mannschaft: United Cheer Sports. Dieser Verein ist der Vorgänger der Giants Cheerleader und hat sich voll auf die Teilnahme an Cheerleading-Wettkämpfen und Auftritten konzentriert. Das spielt bei der Mannschaft der Giants eher keine Rolle. Die Mädchen von Tania Idowu sind vor allem bei den Football-Spielen dabei. „Wir unterstützen unsere Jungs, wo wir nur können.“

Wer Interesse am Cheerleading hat, kann gerne beim Training der Giants Cheerleader vorbeischauen. Allerdings solltet ihr euch vorher anmelden. Das geht am besten per E-Mail unter team-cheerleading@dortmund-giants.de. Mehr Infos findet ihr außerdem auf der Homepage des Vereins.