In Dortmund gibt es Festivals für jeden Geschmack: Reggae, Electro, Street Food, Street Beach oder E-Bikes. Für Freunde afrikanischer Kultur gibt es das Afro Ruhr Festival – und das hat sich inzwischen sogar über die Ländergrenzen hinaus einen Namen gemacht.

Dortmund-Nordstadt. Dass Türken, Polen und Russen die größte Gruppe der Ausländer in Dortmund ausmachen, ist kein Geheimnis mehr. Ein nicht unerheblicher Teil der Dortmunder hat jedoch seine Wurzeln in Afrika. Kein Wunder also, dass auch ihnen ein ganzes Festival gewidmet wird: das Afro Ruhr Festival rund um das Dietrich-Keuning Haus. Drei Tage lang (30. Juni bis 2. Juli) wird am Tor zur Nordstadt Party gemacht. Inzwischen zum dritten Mal in Folge an diesem Standort. Insgesamt hat es das Festival achtmal gegeben.

Freuen sich auf das Afro Ruhr Festival 2017: Teilnehmer und Organisatoren von Stadt, Vereinen und Verbänden. Ganz rechts im Bild: Koordinatorin Veye Tatah (Vorsitzende des Vereins Africa Positive, ganz links steht Levent Arslan (kommissarischer Leiter des Dietrich-Keuning-Hauses). Dritte von rechts: Claudia Kokoschka (Leiterin Kulturbüro Dortmund). Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Mit internationalen Gästen kennt sich das Dietrich-Keuning-Haus inzwischen bestens aus. Viele Multi-Kulti-Feste werden dort gefeiert, viele Gruppen mit Wurzeln im Ausland finden dort Räume, um sich zu entfalten. „Von daher sind wir froh, dass wir die Gruppe der Afrikaner nicht nur als Kunden, sondern auch als Veranstalter im Haus haben“, sagt der kommissarische Leiter des Dietrich-Keuning-Hauses, Levent Arslan.

Kuba und Brasilien Teil des Festivals

Und weil es viele Schnittpunkte zwischen Afrika und Teilen der Bevölkerung Südamerikas gibt, steht das Festival in diesem Jahr unter dem Motto „Begegnung der Kulturen Afrikas“. Heißt: Auch Brasilien und Kuba sind mit im Boot.

Samba trifft Afro-Beat: Beim 8. Afro Ruhr Festival blicken die Veranstalter von Afrika in Richtung Südamerika, wo man mit Brasilien und Kuba viele Gemeinsamkeiten sieht. Foto: Veranstaltungsplakat/Afro Festival Ruhr
Samba trifft Afro-Beat: Beim 8. Afro Ruhr Festival blicken die Veranstalter von Afrika in Richtung Südamerika, wo man mit Brasilien und Kuba viele Gemeinsamkeiten sieht. Foto: Afro Ruhr Festival

Und so startet das Festival am Freitag (30. Juni, 16 Uhr) mit einem ersten Paukenschlag: Einer Parade mit viel Musik (auch Samba) und bunten Kleidern vom Friedensplatz durch die Innenstadt zum Dietrich-Keuning-Haus. Nicht nur bei der Parade wollen die Organisatoren zeigen, wie Andersartigkeit verbindet. „Wir gehören alle zusammen, es ist eine Einheit durch Vielfalt“, drückt es Organisatorin Veye Tatah aus. Inzwischen, sagt Tatah, habe sich das Festival über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Sogar aus den Niederlanden reisen Gäste an. Die gute Mischung aus Musik, kulinarischen Genüssen, Partys und Diskussion scheint sich herumgesprochen zu haben.

Tatah selbst freut sich unter anderem auf den renommierten Londoner DJ Esa Williams, der das Keuning-Haus am Samstag (1. Juli, 23 Uhr) zum Kochen bringen will. Das selbe gilt für den Festival-Sonntag, der ganz im Zeichen des Gospels steht. Gruppen aus ganz NRW kommen an diesem Tag nach Dortmund, um ihre Musik zu präsentieren.

Während die Musik das eine ist, sind die vielen Workshops ein weiterer Aspekt des Festivals. Besucher können Trommeln lernen (u.a. Freitag, 17.30 Uhr) oder die brasilianische Kampfkunst Capoeira ausprobieren (u.a. Samstag, 15 Uhr).

Diskussion über Marschall-Plan für Afrika

Und da in Afrika nicht alles Friede, Freue, Eierkuchen ist, sollen die ernsten Themen des Kontinents natürlich auch nicht außen vor bleiben. So gibt es am Samstag (1. Juli, 16 Uhr) eine Podiumsdiskussion über einen möglichen „Marshall-Plan“, zur wirtschaftlichen Entwicklung Afrikas.

Der Ort des Geschehens: Das Dietrich-Keuning-Haus an der Leopoldstraße in der Nordstadt. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Garniert wird das ganze mit einem Afrika-Markt sowie verschiedenen afrikanischen und südamerikanischen Speisen, die laut Keuning-Haus-Chef Arslan erschwinglich sein sollen. Überhaupt: das Festival wird das Portmonee der Besucher schonen, denn es ist gratis. Nur die Doppel-Konzerte am Freitag und Samstag (je 10 Euro im Vorverkauf und 15 Euro Abendkasse) sowie die Afro Ruhr Partynight am Freitag und Samstag (je 7 Euro) kosten Eintritt.

Info: Das Festival findet vom 30. Juni bis 2. Juli im und am Dietrich-Keuning-Haus (Leopoldstraße 50) statt. Öffnungszeiten: Freitag 16 bis 23 Uhr (danach Party bis 5 Uhr), Samstag 11 bis 23 Uhr (danach Party bis 5 Uhr) und Sonntag 11 bis 19 Uhr. Kartenvorverkauf für die Konzerte und die Partys im Dietrich-Keuning-Haus, bei DortmundTourismus und online. Noch mehr Infos mit genauem Zeitplan gibt es hier.