Nach der Kritik des Dortmunder OBs Sierau am Dortmund-Tatort schaltet sich TV-Kommissar Jörg Hartmann ein. Die Kritik sei „ein Schlag in die Fresse“. Er lädt Sierau nun auf ein Bier ein – und ein bekanntes Dortmunder Lokal ist offenbar auch mit im Boot.

Update, Dienstag (29. Januar), 8.20 Uhr: Nach dem Angebot von Tatort-Kommissar Jörg Hartmann (Faber), mit Tatort-Kritiker und Dortmund-OB Ullrich Sierau ein „lecker Pilsken“ trinken zu gehen, meldet sich das Kevin-Großkreutz-Lokal „Mit Schmackes“ via Facebook zu Wort. „Herr Oberbürgermeister Sierau, wir stellen gern lecker Pilsken, um das mit dem Dortmund-Tatort zu klären“ heißt es in diesem Post, das Jörg Hartmann (rechts) und „Mit Schmackes“-Mitbetreiber Christopher Reinecke zeigt.

Herr Oberbürgermeister Sierau, wir stellen gern lecker Pilsken 🍻 um das mit dem Dortmund-Tatort zu klären…

Gepostet von Mit Schmackes – Dortmund am Montag, 28. Januar 2019

Erstmeldung, Montag (28. Januar) 7.25 Uhr: Im Streit um den jüngsten Dortmunder „Tatort“ rät TV-Kommissar Jörg Hartmann, „Dampf aus dem Kessel zu nehmen“. Nach dem Wut-Brief des Dortmunder Oberbürgermeisters Ullrich Sierau an WDR-Intendant Tom Buhrow sagte Hartmann der „Bild“-Zeitung: „Jetzt kriegt man so einen Schlag in die Fresse. Das irritiert mich schon.“

Niemand wolle das Ruhrgebiet oder Dortmund schlecht machen. „Keiner macht hier eine Art Mobbing.“ Es gehe nur darum, einen guten Krimi zu zeigen. „Herr Sierau kann gerne mit mir ein lecker Pilsken trinken.“ Dann könne man über alles reden.

Sierau will Gespräch mit Buhrow

Zunächst steht für Sierau erstmal aber ein Gespräch mit WDR-Intendanten Tom Buhrow an. Dortmunds OB hatte ihn nach einem Briefwechsel zu einem Treffen nach Dortmund eingeladen – ob es da „Pilsken“ gibt, oder doch einen Kaffee, ist aber unklar. In dem Gespräch könnte es vor allem darum gehen, wie nah ein Tatort an der Realität sein sollte.

Schauspieler Jörg Hartmann will mit OB Sierau ein Bier trinken. Foto: dpa

Der „Tatort“ sei in jedem Fall Fiktion – und das sei den meisten Zuschauern bewusst, sagte Hartmann unterdessen, der in der Dortmunder Ausgabe als Kommissar Peter Faber ermittelt. Er verstehe zwar, dass ein OB seine „Stadt im schönsten Licht dargestellt haben möchte“. Aber: „Wir sind ja kein Image-Film für Stadt-Tourismus.“

Dortmund-Tatort in Duisburg gedreht

In dem jüngsten Krimi vom 20. Januar untersucht Faber den Mord an einem Ex-Bergmann – vor tristen Industriekulissen (überwiegend in Duisburg gedreht) und unter Bergleuten, die nach Zechenschließungen Frust und Langeweile schieben.

Der SPD-Politiker Sierau hatte die Ausgabe „Zorn“ als klischeehaft und als „Mobbing“ gegenüber Stadt und Bewohnern kritisiert. Er habe nichts dagegen, wenn der Dortmunder „Tatort“ eingestellt und die Ermittler vorzeitig in den Ruhestand geschickt würden.

Nach der Kritik von Ullrich Sierau an dem Dortmund Tatort, haben sich unsere Redakteure dazu geäußert. Foto: dpa
Nach der Kritik von Ullrich Sierau an dem Dortmund Tatort, gab es einen Briefwechsel mit dem WDR. Foto: dpa

Hartmann sagte, das habe ihn „schon persönlich getroffen“. Ab Februar wolle das Team wieder in Dortmund drehen – und er freue sich auf die Arbeiten. Zugleich frage er sich: „Mögen einen die Leute dann gar nicht mehr?“ In der Reihe sei sein Team nicht nur in schmuddeligen Straßen unterwegs, sondern auch in Villen und Technologiezentren.

WDR-Chef weist Kritik aus Dortmund zurück

Buhrow hatte Sieraus Kritik bereits zurückgewiesen. Die Freiheit der Kunst sei ein hohes Gut. Ein „Tatort“ habe nicht die Aufgabe, das Image einer Stadt oder Region aufzupolieren, schrieb Buhrow in einem Brief an den OB.

Sierau will sich nun mit Buhrow zu einem Gespräch treffen. Es solle um Kunstfreiheit und den Respekt vor Städten und ihren Bewohnern gehen.

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Rund 50 Kilometer entfernt würde der Oberbürgermeister von Wuppertal gerne übernehmen und seine Stadt künftig als „Tatort“-Kulisse anbieten. „Wenn die Dortmunder nicht wollen, wir wären gerne Tatort-Stadt“, sagte Andreas Mucke (SPD) der „Westdeutschen Zeitung“. Darauf habe er den WDR-Chef schon 2018 angesprochen. (Mit dpa-Material)