Bild: Nadja Lucas/Dortmund24

Seit der Räumung des Hochhaus-Komplexes Hannibal II im September hat die Stadt viel Geld für die ehemaligen Bewohner ausgegeben. Bis Ende des Jahres rechnet sie mit Ausgaben von 2,9 Millionen Euro. Teuer waren zum Beispiel der Sicherheitsdienst am Gebäude und die Unterbringung der Bewohner in Übergangs-Wohnungen. Ob der Gebäude-Eigentümer Intown der Stadt das Geld erstattet, ist ungewiss.

Etwa 800 Bewohner des Dorstfelder Wohnkomplexes Hannibal mussten am 21. September 2017 ihre Wohnungen verlassen. Die Wohnhäuser wurden aus Brandschutzgründen geräumt. „Diese unvermeidliche Sicherheitsmaßnahme ist zum Schutz der dort lebenden Mieterinnen und Mieter laut Beschluss des Krisenstabes unumgänglich“, hieß es damals von der Stadt Dortmund. Noch immer ist unklar, ob und wann die Mieter in ihre Wohnungen zurückkehren können.

Hannibal Räumung Evakuierung
Innerhalb weniger Stunden mussten die Bewohner des Hannibals II in Dorstfeld ihre Wohnungen verlassen. Foto: WM Media

Der Wohnkomplex wird seit der Räumung von einem Sicherheitsdienst und Brandsicherheitswachen beaufsichtigt. Die Mieter sind bei Bekannten, in Übergangswohnungen und -einrichtungen untergebracht. Sie hatten zusätzliche Kosten für Autofahrten und ÖPNV-Tickets, Umzüge und den Waschsalon. Die Stadt versprach ihnen bei Infoveranstaltungen, das Geld zu erstatten.

So setzen sich die 2,9 Millionen Euro zusammen

Jetzt hat die Stadt eine erste Rechnung gemacht, wie hoch die Gesamtkosten 2017 voraussichtlich sein werden. Sie kommt auf 2,9 Millionen Euro. In einer Dringlichkeitsvorlage von Oberbürgermeister Ullrich Sierau an den Finanzausschuss sind folgende Ausgabenbereiche aufgeführt:

1.254.080 Euro: Sicherheitsdienst zur Bewachung des Gebäudes, begleitete Wohnungsbegehungen mit den Mietern, kleinere Sicherungsmaßnahmen, zum Beispiel Verschließung von defekten Wohnungstüren, Öffentlichkeitsarbeit und Jahresabschlussbuchungen

800.000 Euro: Leistungen des Sozialamts und Bauordnungsamts

600.000 Euro: Unterbringung der ehemaligen Bewohner

245.920 Euro: Brandsicherheitswachen und sonstige Sachaufwendungen, zum Beispiel zusätzliches Material, Verpflegung und externe Dienstleistungen

Laut den Ausführungen der Stadt entstehen noch geringe Kosten für die Unterbringung von Tieren im städtischen Tierheim, für die zusätzliche Ausstellung von Fahrausweisen für Schüler und die gesonderte technische Ausrüstung bei Öffentlichkeitsveranstaltungen.

Klage von Intown verzögert die Rechnungsstellung

Insgesamt kommt ziemlich viel Geld zusammen. Die Stadt will die Kosten dem Hannibal-Eigentümer Intown in Rechnung stellen, soweit das rechtlich möglich ist. Jedoch rechnet die Stadt nicht damit, dass sich das bald klären wird. Intown hat nämlich eine Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht und in Frage gestellt, dass die Räumung des Hannibal überhaupt nötig war. Eine Gerichtsentscheidung steht noch aus.

Durch die Räumung hatte die Stadt auch einen höheren Personalaufwand zu verzeichnen. Das kostete die Stadt zwar letztendlich nicht mehr Geld, dafür verzögerten sich andere Aufgaben, wie die Bearbeitung von Bauanträgen.