Drei Städte in NRW haben nun der Bundesregierung angeboten, Flüchtlinge aus dem Mittelmeer aufzunehmen. Die Grünen sind der Meinung, dass Dortmund nachziehen sollte – aus mehreren Gründen. 

Die Städte Düsseldorf, Köln und Bonn haben der Bundesregierung in einem gemeinsamen Schreiben ein solidarisches Angebot unterbreitet: Sie wollen notleidende Flüchtlinge aufnehmen. Das gilt insbesondere für Menschen, die im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet wurden und aktuell keinen Ort zum Bleiben finden. Die Dortmunder Grünen halt diese Initiative auch für Dortmund sinnvoll. Denn: Die Stadt könnte viel mehr Menschen aufnehmen, als sie aktuell macht.

Zahl der Flüchtlinge gesunken

Ingrid Reuter, Fraktionssprecherin der Grünen sieht die Aktion der Städte im Rheinland als „starkes Zeichen für Humanität, für das Recht auf Asyl und für die Integration geflüchteter Menschen“. Die Fraktion will deshalb, dass sich Dortmund dieser Solidarität anschließt. Der Grund dafür ist, dass die Stadt zu einer vermehrten Aufnahme durchaus in der Lage sei.

Reuter dazu: „Auf unsere Anfrage hat die Verwaltung in der letzten Sitzung des Sozialausschusses mitgeteilt, dass Dortmund in diesem Jahr bis Ende Mai 635 Flüchtlinge zugewiesen worden sind. Das ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Insgesamt stehen in den Übergangseinrichtungen zur Unterbringung von Flüchtlingen 1.345 Plätze zur Verfügung. Davon waren Anfang Juni 385 nicht belegt. Wir haben also den Platz.“ Weiter heißt es von Seiten der Grünen, dass die Stadt Dortmund in der Vergangenheit viel im Bereich der Flüchtlingsunterbringung getan hätte, dies aber nun nicht mehr länger der Fall. Die Zahl der untergebrachten Flüchtlinge sei gesunken.

Menschen aus dem Mittelmeer sind vergleichsweise wenig

Die Grünen sehen bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Meer einen Vorteil gegenüber sonstigen Unterbringungen: „Bei der Aufnahme der geretteten Menschen aus dem Mittelmeer geht es nur um eine vergleichsweise geringe Zahl. Und je mehr Städte sich an ihrer Aufnahme beteiligen, desto kleiner wird die Zahl für jede beteiligte Stadt.“ Sie halten Dortmund für eine solidarische Stadt, die Menschen in Not stets geholfen hat.

Bereits in diesem Jahr sind mehr als tausend Menschen an den Grenzen der Europäischen Union gestorben. Vor allem im südlichen Mittelmeerraum – nahe Spanien und Italien – wird das Sterben auf Hoher see zu einem zunehmenden Problem. Deshalb haben die Oberbürgermeister/innen der Städte Düsseldorf, Köln und Bonn in ihrem Schreiben an die Regierung gefordert, „dass es eine europäische Lösung für die Aufnahme, die Asylverfahren sowie die Integration oder die Rückführung von Geflüchteten geben muss.“

„Dortmund sollte wie viele andere Städte in Deutschland und Europa ein sicherer Hafen sein“, sagt Reuter als ihr Schlussplädoyer. Sie und ihre Fraktion bitten deshalb den Oberbürgermeister, sich der Initiative der drei genannten Städte anzuschließen.

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