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Streit um steinerne Vorgärten in Dortmund: Die Grünen wollen vegetationsfreie Gärten vor dem Haus verbieten. Die CDU hingegen sieht die Bürger bevormundet und will gegen den Antrag stimmen.

Ein Antrag der Grünen im Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen sorgt für Streit. Die Fraktion hatte vorgeschlagen, dass Anwohner die Vorgärten ihres Neubaus in Dortmund künftig bepflanzen müssen. Das wäre das Ende von Steinwüsten, wie sie auch in Dortmund immer häufiger zu sehen sind.

Auch für bestehende Häuser solle es verpflichtend sein, „standortgerechte Pflanzen“ im Vorgarten zu haben, finden die Grünen. Eine Regelung zur Dachbegrünung gibt es in Dortmund bereits.

Die Begründung: In immer mehr Gärten finden sich statt Blumen nur noch Steine, Schotter und Kies. Das sei weder städtebaulich noch ökonomisch sinnvoll, finden die Grünen. Insekten würden sterben und der Boden werde versiegelt. Zudem würden die Flächen häufig als Stellplätze genutzt.

CDU sieht Eingriff in Privateigentum

Die CDU sieht das anders und kündigte an, den Antrag im Ausschuss, der am Mittwochnachmittag (5. Dezember) getagt hat, abzulehnen. Die Fraktion spricht von einem Versuch der Grünen, ins Privateigentum der Bürger einzugreifen.

„Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass die Genehmigung eines Bauantrages von der Gestaltung des Vorgartens abhängig gemacht wird?“ Diese Art der Vorgartengestaltung biete trotzdem Lebensraum für Tiere wie Käfer oder Hummeln.

Zudem hätten berufstätige oder körperlich eingeschränkte Menschen nicht immer die Zeit für eine aufwendige Gartengestaltung. Jeder solle selbst wählen, wie sein Vorgarten aussehe, findet die CDU.

Die Grünen unterstellten den Bürgern zudem pauschal, Vorgartenflächen als Stellplätze zu nutzen, ohne dass diese als versiegelt gelten würden. Auch wenn das in Einzelfällen nicht auszuschließen sei, teile die CDU eine derartige Gängelung der Bürger nicht.