Bild: Frauke Schumann Fotografie

Die Ratsfraktion der Dortmunder Grünen bemängelt, dass alternative Streumittel im Laden nur schwer erhältlich sind. Ihr Vorschlag: Die EDG, die für den Winterdienst verantwortlich ist, sollte den Bürgern Sand oder andere abstumpfende Streumaterialien mit anbieten. 

Dortmund – Auch wenn sich die Salzsäcke in allen Größen seit Wochen in Super- und Baumärkten türmen: Auf Dortmunds Gehwegen darf grundsätzlich kein Salz gestreut werden. Granulat oder Sand, die stattdessen angewandt werden sollen, sind laut Aussage der Dortmunder Grünen aber schwer zu bekommen.

Wolfram Frebel, Mitglied im Verkehrsausschuss: „Wir begrüßen es sehr, dass der Einsatz von Streusalz für Privatleute auch in Dortmund schon lange verboten ist. Das Salz sickert in den Boden und schädigt massiv Bäume und Sträucher. Spritzwasser und salzhaltige Abwässer belasten Erde und Grundwasser. Tiere bekommen wunde Pfoten und das Salz greift Schuhe, Kleidung und Beton an.“

Streumittel bei der EDG kaufen

Der Vorschlag der Grünen ist deshalb: Die Entsorgungsgesellschaft EDG sollte alternative Streumittel anbieten. Petra Hartmann, Pressesprecherin des Unternehmens, erklärt: „Wir haben zurzeit nur Streumittel, die wir für den eigenen Bedarf brauchen.“ Allerdings würde bei einer offiziellen Anfrage der Grünen eine Stellungnahme kommen.

Die EDG verkauft momentan nur Dinge, die im direkten Zusammenhang mit den angebotenen Diensten stehen, zum Beispiel Biomülltüten für die Biotonne oder Kompost, der aus Biomüll gewonnen wurde.

Die Pressesprecherin des Unternehmens gibt allerdings auch zu bedenken, dass ihrer Ansicht nach der Handel ein entsprechend großes Angebot an alternativen Streumitteln zu bieten habe.

Wer darf überhaupt mit Salz streuen?

Die Stadt Dortmund erlaubt Streusalz für den privaten Gebrauch nur, wenn bei außergewöhnlichen Wetterverhältnissen wie Blitzeis die Bürgersteige mit Granulat oder Sand nicht verkehrssicher zu machen sind. Dies gilt auch für gefährliche Gehwege, etwa an Brückenauf- und abgängen, auf Treppen, in Passagen oder bei steilem Gefälle. Die EDG darf zur Verkehrssicherheit Salz einsetzen – allerdings nur auf den Fahrbahnen. Doch auch im städtischen Winterdienst wird Salz wo immer es geht durch Granulat ersetzt.