Bild: Giustolisi/Dortmund24

Für viele Fans war es ein Schock als Patrick Arens, Vorsitzender des Schaustellervereins Rote Erde, verkündete: „Das Public Viewing 2018 auf dem Friedensplatz fällt aus“. Doch in Dortmund gibt es noch andere Public Viewing Möglichkeiten, um Reus, Müller und Co. anzufeuern. 

Ein mögliches Sommermärchen 2018 fällt in Dortmund und auch in anderen Städten des Ruhrgebiets kleiner aus. Die Zeit des großen Rudelguckens ist vorbei. Der Friedensplatz bleibt in diesem Sommer leer. Die Gründe dafür sind neben dem fehlenden Sponsor, auch erhöhte Sicherheitsausgaben. Macht nichts – die Kneipenstadt Dortmund bietet kleine, aber feine Alternativen zur großen Party auf dem Friedensplatz.

Public Viewing ist zu einer Nostalgie verkommen

Die Erinnerungen an den Sommer 2006 mit den großen Spielen und einem strahlenden Sonnenschein rufen bei vielen Fußballfans noch wunderbare Gedanken hervor. Aber schon bei den Turnieren 2008 und 2010 kamen immer weniger Zuschauer. Und 2012 und besonders 2014 schien der Hype um das Rudelgucken endgültig vorbei zu sein.

Zumindest auf so einer großen Fläche wie dem Friedensplatz. Doch es gibt sie noch: Diejenigen Fans, die Lust auf das Zusammengehörigkeitsgefühl eines Public Viewing haben und nur ungern darauf verzichten. Aber wo ist das in Dortmund im Sommer 2018 noch möglich?

„Private Viewing“ – Deutsches Fußballmuseum

Eigentlich wurde nur der Name von Public zu Private geändert. Denn das Deutsche Fußballmuseum lädt die Fans zum Rudelgucken ein. Dabei könnt ihr euch auf alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft und das Finale (hoffentlich mit deutscher Beteiligung) freuen. Natürlich auf Großleinwand. Als zusätzlicher Anreiz oben drauf ist es möglich, den Siegerpokal von 2014 in die Höhe zu stemmen und davon ein Foto machen zu lassen. Die Tickets kosten sechs Euro – dabei ist ein Freigetränk.

Nach der Kaderbekanntgabe sollen auch die WM-Spiele der deutschen Nationalmannschaft am Fußballmuseum ausgestrahlt werden. Foto: Florian Forth/Dortmund24

Das Rudel im Park – Café Erdmann

Bei schönem Wetter ist das Café Erdmann stets am Samstag um 15.30 Uhr (oder an den anderen BVB-Anstoßzeiten) voll. So soll es auch bei der WM 2018 in Russland sein, wenn die Nationalmannschaft den Titel verteidigt. Die Fans können sich auf eine Großleinwand und verschiedene Monitore freuen. Der Eintritt ist frei.

„Trocken“ Viewing – Herr Walter

Auf der Internetseite verkünden die Veranstalter, dass vom 14. Juni bis zum 15. Juli alle Partien der Weltmeisterschaft „regensicher“ übertragen werden. Es gibt aber sogleich einen kleinen Hinweis zu den Spielen der deutschen Nationalmannschaft – „Bitte reservieren“. Der Eintritt ist natürlich frei.

Zwischen Bussen gucken – Junkyard

Die Veranstalter versprechen, dass sich das Junkyard bei jedem Spiel der Deutschen in einen Hotspot der Fußballweltmeisterschaft 2018 verwandelt. Zwischen ausrangierten Bussen auf dem Schrottplatz ist das „kollektive Mitfiebern und Anfeuern“ garantiert. Es gibt eine übergroße Leinwand, kühles Pils, Burger, Currywurst und vegetarische Snacks bei freiem Eintritt.

Das Junkyard in der Dortmunder Nordstadt. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Schrottplatz mit Stil: Im JunkYard werden alle Deutschland-Spiele auf einer Leinwand übertragen. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Popcorn-Viewing – ab ins Kino

Das CineStar hat angekündigt, die Spiele der deutschen Nationalmannschaft in HD und mit Surround Sound zu präsentieren. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. Eine Reservierung von Sitzplätzen ist beim Kauf des sogenannten Fan Menüs möglich. Die Sitzplatz-Karten sind an den jeweiligen Spieltagen an der Kinokasse erhältlich.

Was geht in der Westfalenhalle?

Nichts, jedenfalls vorerst. Möglicherweise könnte aber gegen Ende der Weltmeisterschaft etwas stattfinden. Einzige Voraussetzung: Die deutsche Nationalmannschaft entfacht eine ähnliche Stimmung wie 2006 und kommt weit.

Keine Panik – Kneipen gibt es genug

Ob Innenstadt, Kaiserstraße oder Kreuzviertel. Fußballfans sind gut beraten, sich frühzeitig um eine Reservierung zu kümmern. Die deutsche Nationalmannschaft bekommt zwar keinen Friedensplatz mehr voll. Aber das hat nicht unbedingt etwas mit fehlendem Interesse am Fußball zu tun, sondern kann auch externe Gründe wie Bedenken der Sicherheit oder ein Wandel in der Fußballkultur.