Das Sterben vieler Rosskastanien in Dortmund geht weiter. Multiple Pilzerkrankungen breiten sich nach wie vor massiv aus. Die Stadt muss jetzt nochmals mehr als 100 Bäume in der Gartenstadt und in Schüren fällen.

Immer mehr Kastanien geht es in Dortmund an den Kragen. Grund dafür sind multiple Pilzerkrankungen und Bakterien, die den Bäumen ordentlich zusetzen. An vielen Bäumen ist das Holz von sogenannter Weißfäule zersetzt, dadurch die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben.

Der Stadt bleibt in den meisten Fällen also nichts anderes übrig, als die Bäume zu fällen. Bereits im Dezember 2017 musste sie an der Hermann-Löns-Straße und der Freiligrathstraße in der Gartenstadt 33 Bäume fällen. Jetzt geht es damit weiter. Die Stadt muss dort jeweils sechs und drei Kastanien fällen.

Über 450 Rosskastanien müssen in Dortmund gefällt werden. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
So sehen Bäume aus, die vom Pilz befallen sind. Hier ein Bild vom Wallring. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

„Die Entnahme der Bäume ist aufgrund der Komplexerkrankung Pseudomonas erforderlich, da die Standsicherheit der Bäume nicht mehr gegeben ist“, erklärt Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes.

71 Kastanien müssen weg

Im Bereich der Stadtkrone Ost, am Londoner Bogen, zeigt sich das ganze Ausmaß der Schädigungen. Dort müssen gleich 71 Kastanien gefällt werden. Die Bäume sind dort irreparabel geschädigt. Bei circa 70 Prozent der Bäume ist bereits ein Totalausfall zu verzeichnen. Die restlichen 30 Prozent sind zu Dreiviertel abgestorben.

Aber was ist Pseudomonas eigentlich? Forscher gehen davon aus, dass sich die bakterielle Krankheit über die Luft und den Niederschlag verbreitet. Anders ist die schnelle Ausbreitung kaum zu erklären. Bei der Krankheit ist nicht das Bakterium gefährlich, sondern die Pilze, die in der Folge der Erkrankung entstehen und das Holz der Bäume brüchig machen. Das Schlimme: Gegen die Krankheit ist noch kein Kraut gewachsen. Allerdings kann man die Bäume präventiv so stärken, dass sie nicht so anfällig für Krankheiten sind. Etwa durch gute Wasser- und Nährstoffversorgung sowie weniger Bodenverdichtung und Baumaßnahmen im Umfeld.

Im Falle der Bäume in der Gartenstadt und in Schüren ist es dafür aber längst zu spät. Die Bäume müssen weg. Nachdem sie gefällt sind, plant das Tiefbaumamt der Stadt die Verbesserung der Standorte. Im Frühjahr 2019 sollen dann neue Bäume her. Welche Arten es werden, steht noch nicht fest.

Zum Hintergrund: Bereits seit mehreren Jahren grassiert das Bakterium in Dortmund. Ganze 2275 bedrohte Bäume hat die Stadt Dortmund für das Stadtgebiet gelistet. Sie prägen vor allem das Bild des Wallrings. Die ältesten Kastanien, die hier stehen, sind schon über 150 Jahre alt. In den vergangenen Jahren musste die Stadt bereits mehr als 80 der befallenen Wall-Kastanien abholzen lassen. Was die Stadt gegen das Kastaniensterben am Wall tut? Lest es hier nach!

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