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Sie ist die Rettung in letzter Not: die Feuerwehr Dortmund. In 2017 rückten die Einsatzkräfte etwa alle 3 Minuten und 32 Sekunden aus. Doch das sind nicht die einzigen beeindruckenden Zahlen.

2.200 Einsatzkräfte hat die Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr Dortmund – und die sorgten 2017 dafür, dass Menschen in der ganzen Stadt in ihrer Not gerettet wurden.

Die Einsatzleitstelle zählte im gesamten letzten Jahr 146.171 Einsätze der Feuerwehr und des Rettungsdienstes Dortmund. Die Zahlen hat die Feuerwehr jetzt in ihrem Jahresbericht an den Verwaltungsvorstand der Stadt vorgestellt.

Von der Leitstelle der Feuerwehr Dortmund gehen die Warnhinweise für die App Nina raus. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Die Leitstelle der Feuerwehr Dortmund. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Beeindruckend: Statistisch gesehen wurde alle 3 Minuten und 32 Sekunden ein Fahrzeug des Brandschutzes oder des Rettungsdienstes alarmiert.

Im Vergleich zu 2016 sind die Einsatzzahlen des Brandschutzes mit rund 2.600 Ereignissen nur leicht gestiegen. Bei den Rettungsdiensteinsätzen gab es mit 135.719 Einsätzen wieder einen deutlichen Anstieg von 3,7 Prozent.

Mehr Einsätze für Feuerwehr Dortmund

Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. „Wir haben jedes Jahr fünf bis zehn Prozent mehr Einsätze“, sagte Dirk Aschenbrenner, Direktor der Feuerwehr Dortmund, bereits im Mai dieses Jahres im Interview mit dem Spiegel.

Gründe für den rasanten Anstieg gäbe es laut Aschenbrenner mehrere. Die Gesellschaft altere, es gäbe immer mehr Single-Haushalte und der Rettungsdienst werde zunehmend als Dienstleister wahrgenommen.

Dirk Aschenbrenner, Chef der Dortmunder Feuerwehr. Foto: Feuerwehr Dortmund
Dirk Aschenbrenner, Chef der Dortmunder Feuerwehr. Foto: Feuerwehr Dortmund

Was laut Aschenbrenner hinzukommt: Die medizinische Versorgung vor Ort durch Hausärzte habe in den letzten Jahren abgenommen, diese Versorgungslücke fülle der Rettungsdienst.

„Zudem haben sich die Wege verlängert – im Zuge der Privatisierung ist die Zahl der Krankenhäuser gesunken“, sagt Dortmunds Feuerwehr-Chef dem Spiegel. Und nicht zuletzt hätten die Kliniken sich umstrukturiert und einzelne Abteilungen ausgelagert. Aschenbrenner: „Der Rettungsdienst muss also auch immer mehr Fahrten zwischen Klinikstandorten bewältigen.“

Dortmund liegt knapp unter dem Schnitt

Im Bundesvergleich liegt Dortmund mit dem Anstieg der Fallzahlen um 3,7 Prozent knapp unter dem Durchschnitt.

Um das Ziel – in 90 Prozent der Fälle innerhalb von acht Minuten am Notfallort zu sein – weiter zu gewährleisten, ließ die Feuerwehr an mehreren Standorten in Dortmund neue Fahrzeuge stationieren und stellte neue, tarifbeschäftigte Mitarbeiter im Rettungsdienst ein.

Denn: Im Frühjahr wurden Berichte öffentlich, wonach die Mitarbeiter der Dortmunder Feuerwehr massiv Überstunden angehäuft hätten.  Die Deutsche Feuerwehrgewerkschaft bezeichnete das Problem gegenüber dem WDR als „hausgemachtes Problem“. Viele Mitarbeiter seien aus dem Dortmunder Rettungsdienst abgewandert, weil ihr Arbeitsvertrag Mitte 2019 endet. Wer irgendwo einen unbefristeten Arbeitsvertrag angeboten bekommt, wandere ab, so Dirk Viertelhaus von der Deutsche Feuerwehrgewerkschaft gegenüber dem WDR.

Weniger Großlagen

Rückläufig sind die Zahlen dagegen im Bereich der sogenannten Großlagen (Unwetterlagen). Hier waren im Vergleich zum Jahr 2016 „nur“ 179 Einsätze zu verzeichnen. Grund dafür ist, dass das Dortmunder Stadtgebiet glücklicherweise weitgehend von extremen Wetterereignissen verschont geblieben ist.

Nicht verhindern konnte die Feuerwehr den Tod zweier Menschen durch Brände.