Die ExtraSchicht wird erwachsen! Zum mittlerweile 18. Mal findet das Gedenken an die Industriekultur in diesem Jahr statt. Am letzten Wochenende im Juni (30. Juni) ist es soweit: Dann werden alte Zechen und industrielle Denkmäler zu neuem Leben erweckt. Mit jeder Menge Musik, Aktionen und bunten Lichtern. Dortmund ist wie immer mit dabei – Veranstaltungen gibt es in der ganzen Stadt.

Der Ruhrpott hat kulturell sowieso schon Einiges zu bieten, doch während der ExtraSchicht erstrahlt das westfälische Bergbaugebiet in ganz neuem Glanz. Dank vieler Aktionen, musikalischer Höhepunkte und geführter Zechentouren wird Ruhrpott-Geschichte seit Jahren erlebbar gemacht. Auch Dortmund als ehemaliger Zechen-Standort ist regelmäßig als Gastgeber mit dabei. In diesem Jahr besonders vielseitig, denn es gibt in der ganzen Stadt Veranstaltungen. Wir stellen die Spielorte und das Programm näher vor:

Dortmunds Industrie zum Greifen nah – die Spielorte im Überblick

Brauerei-Museum: Hier dreht sich während der ExtraSchicht nicht alles nur ums Bier. Dreimal treten die Poetry Slammer Rainer Holl und Björn Hogge auf und geben ihr neuestes Programm zum Besten. Dazwischen, davor und danach findet allerdings jede Stunde eine Bierverkostung statt. Mit im Gepäck: frisches Dortmunder. Prost! Von 18 bis 1 Uhr nachts finden geführte Touren durch die Dauerausstellung, sowie die Sonderausstellung „150 Jahre Dortmunder Actien-Brauerei“ statt.

Bis tief in die Nacht war das Brauerei-Museum in den vergangenen Jahren gut besucht. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

DASA: In der Arbeitswelt Ausstellung kommen Freunde von Kunst, Kabarett und Kultur voll auf ihre Kosten. Um jeweils 18 und 22 Uhr findet die sogenannte Sandmalerei-Show statt. Begleitet von Musik wird dabei den Besuchern Dortmunds Industriekultur näher gebracht. Um 19 und 21 Uhr tritt Fritz Eckenga mit seinem Programm auf. Der Kabarettist erzählt in altbekanntem Ruhrpott-Deutsch Geschichten aus dem Dorf. Um 20 Uhr wird es eine Lesung von Gerd Kolbe zum BVB geben – ist in Dortmund natürlich ein Muss und Teil der Geschichte.

Satiriker Fritz Eckenga kommt zur Extraschicht nach Dortmund in die DASA. Foto: dpa

Fußballmuseum: Hier dreht sich heute alles um den Ball. Allerdings mit geschichtlicher Untermalung, denn zu dem Nationalsport der Deutschen lässt sich viel erzählen. Los geht es ab 18 Uhr mit Grubenführungen durch die Dauerausstellung. Ab 20 Uhr findet dann ein Private Viewing des Achtelfinales der Fußball-WM statt (ganz wichtig: private und nicht public!). Im Anschluss an das Rudelgucken werden dann noch Fußball-Filmchen aus der ganzen Welt gezeigt. Geplanter Startschuss: 22 Uhr.

Das Deutsche Fußballmuseum ist zwar kein historischer Ort der Industriekultur, nimmt aber trotzdem an der Extaschicht teil. Foto: dpa

Dortmunder U: Im Wahrzeichen des Unionviertels dreht sich bei der ExtraSchicht alles um die Kohleförderung. Was passiert nach der Ära der Steinkohleförderung? Das und vieles mehr erfahrt ihr bei den Aktionen im U. Besonderes Highlight: Geld drucken! Wer will, kann an diesem Abend seine ganz eigene Währung drucken lassen. Von 18 bis 0 Uhr ist das möglich. Zwei Stunden länger, nämlich bis 2 Uhr nachts, wird zudem Virtual Reality angeboten. Die Zukunft ist digital!

U-Turm / Dortmunder U. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Der U-Turm platzt zur Extraschicht regelmäßig aus allen Nähten. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Hoesch-Museum: Hier wird es besonders nostalgisch, denn zur Schau stehen an diesem Abend Oldtimer und Mode aus Zeiten der Stahlindustrie. Dazu wird Jazz gespielt. Von 18.30 bis 22 Uhr finden Fahrradtouren (mit Fahrrädern aus Holz!) auf der Westfalenhütte statt und um 19 Uhr startet eine Jazzband ihr Konzert. Die Oldtimer fangen ab 18.30 Uhr an zu cruisen.

Museumsnacht 2017: Das Hoesch Museum. Foto: Lisa Krispin/Dortmund24
Das Hoesch Museum steht zur Extraschicht ganz im Zeichen von Oldtimern und Mode aus Anno dazumal. Foto: Lisa Krispin/Dortmund24

JunkYard: Erstmals bei der Extraschicht ist heute das Junkyard in der Nordstadt! Euch erwarten Musik, Streetart und Upcycling – das volle Kunstprogramm. Seht, wie live gemalt wird oder aus alten Sachen etwas Neues wird. Wer ein Fan von künstlerischen Aktivitäten ist, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Wer es weniger künstlerisch mag aber genauso, denn zusätzlich finden auch Poetry Slams statt. Alle Aktionen starten ab 18 Uhr und haben kein festgelegtes Ende.

In der Nordstadt gibt es seit 2016 eine neue Locations für Konzerte und andere Kulturveranstaltungen: das Junkyard. Foto: Team Junkyard
In der Nordstadt gibt es seit 2016 eine neue Locations für Konzerte und andere Kulturveranstaltungen: das Junkyard. Foto: Team Junkyard

Kokerei Hansa: Industrie besonders erleben mit einem Parcours. Los geht es mit dem Hansa Express, der euch auf eine bunte Reise durch die Welten der Industrie mitnimmt. Dazu singt der Jugendmädchenchor und flippige Artisten balancieren auf Seilen. Highlight des Abends: Die Feuershow um 23.30 Uhr! Kulinarische Köstlichkeiten gibt es auf dem Street Food Market. Der Parcours ist von 18 bis 0 Uhr geöffnet und zur gleichen Zeit fährt auch der Hansa Express. Ab 18.30 Uhr treten die Artisten im halbstündigen Takt auf.

Die Kokerei Hansa . Foto: Malin Schneider
Die Kokerei Hansa entwickelt bei Dunkelheit ihren ganz eigenen Charme. Foto: Malin Schneider/Dortmund24

Kulturort Depot: Künstlerisch geht es hier weiter, allerdings nicht mit Malereien. Stattdessen läuft alles unter dem Motto der Fotografie. Unter anderem startet ab 18 Uhr die Ausstellung „World Press Photo“, bei dem die besten Fotos der Welt präsentiert werden. Wer selbst aktiv werden möchten, kann bei einem der Kreativ-Workshops teilnehmen. Die finden von 18 bis 0 Uhr durchgehend statt. Außerdem laufen ab 21 Uhr drei Stunden lang Kurzfilme zur Fotografie. Für Fotografen und alle Interessierten ein Muss!

Die Ausstellung "World Press Photo" zeigte im Depot beeindruckende Bilder.. Foto: Daniele Giustolisi
Die Ausstellung „World Press Photo“ zeigt im Depot beeindruckende Bilder. Foto: Daniele Giustolisi

Künstlerhaus Dortmund: Wer heute her kommt, hat die Wahl. Zwischen Country Musik, Ruhrgebietsgeschichte und moderner Kunst. Ab 18 Uhr findet eine multimediale Ausstellung mit offenem Ende statt. Zeitgleich gibt es auch Führungen durchs Haus am Sunderweg 1. Um 19 und 21 Uhr tritt die Countryband 4BoysNamedSue auf – die sich von keinem geringeren als Johnny Cash hat inspirieren lassen.

Zeche Zollern: Hier könnt ihr euch auf eine irisch-schottische Nacht freuen! Was das mit Industriekultur zu tun hat? Eine ganze Menge, denn die Briten haben die Zechenkultur merklich gefördert. Die Namen Hibernia und Shamrock jedenfalls sind im Ruhrgebiet bestens bekannt. Von 18 bis 23 Uhr könnt ihr bei den Highland Games zuschauen oder sogar selbst mitmachen. Um jeweils 18.30 Uhr, 19.30 Uhr oder 20.30 Uhr treten dann die 1st Sauerland Pipes and Drums mit ihren Dudelsäcken auf – ein schottischer Klassiker! Und von 19 bis 0.30 Uhr treten fast durchgehend Folkbands auf, die die echten britischen Klänge herzaubern!

Zeche Zollern in Dortmund. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24
Industriekultur pur – so zeigt sich die Zeche Zollern seit Jahren bei der Extraschicht. Foto: Nadja Lucas/Dormund24
Info: Im Vorverkauf kostet ein Ticket für die Extraschicht 17 Euro (erm. 14 Euro). Wer sich kurzfristig entschließt und am Tag der Extraschicht ein Ticket kauft, zahlt 20 Euro. Alle Infos zu den Tickets bekommt ihr hier.