Bild: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Die Arbeitslosenquote liegt in Dortmund bei 10,2 Prozent  – und dennoch gibt es viele offene Stellen. DSW21 zum Beispiel sucht Jahr für Jahr Bus- und Bahnfahrer. Um neues Personal zu finden, kooperiert das Unternehmen mit dem Jobcenter – und lädt zu „Schnuppertagen“ ein. Dortmund24 war am Freitag mit dabei.

Die Ur-Dortmunderin Manuela Klein bringt eigentlich alles mit, um für die Arbeitswelt gewappnet zu sein. Sie hat drei Ausbildungen gemacht – als Pädagogin, als Eventmanagerin und als Security – sie wirkt offen, selbstbewusst und gebildet. Trotzdem ist sie aktuell arbeitslos.

„Ich habe schon vieles ausprobiert“, erzählt die 48-Jährige. Vom Papierpressen über das Schraubensortieren bis hin zum Job in der Security. Am Ende nutzte alles nichts. Zu oft landete sie in Jobs mit befristeten Verträgen, die nicht verlängert wurden.

Aktuell Arbeitslose beim Stadtbahn-Schnuppertag der DSW21 im Betriebshof der DSW21 am Dorstfelder Hellweg. Hier: Fahrlehrerin Elke Nissen zeigt Teilnehmerin Manuela Klein, wie man Straßenbahn fährt. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Teilnehmerin Manuela Klein möchte künftig gerne als Stadtbahnfahrerin arbeiten. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Beim Schnuppertag der DSW21 versucht sie es jetzt mit dem Bahnfahren. Das habe sie bereits in Stuttgart versucht, wo sie 28 Jahre lang lebte, um der Arbeitslosigkeit in Dortmund zu entkommen. Doch kurz bevor sie bei den Stuttgarter Verkehrsbetrieben eingestellt wurde, kam die Absage. „Einstellungstopp – und so ging es mir schon bei vielen Jobs“, sagt Klein.

Stadtbahn fahren ist spannend

Auch Tuncay (35) aus Dortmund hat ein Auge auf den Job als Bahnfahrer geworfen. Der gelernte Einzelhandelskaufmann ist seit ein paar Monaten arbeitslos und könnte es sich gut vorstellen, Stadtbahnen und Fahrgäste durch Dortmund zu fahren. „Ich finde den Job spannend und die DSW21 ist ein verlässlicher Arbeitgeber“, sagt Tuncay. Am Unternehmen schätzt er auch, dass es innerhalb der Belegschaft flache Hierarchien gibt. „Alle Fahrer machen nunmal denselben Job“, sagt der 35-Jährige.

Aktuell Arbeitslose beim Stadtbahn-Schnuppertag der DSW21 im Betriebshof der DSW21 am Dorstfelder Hellweg. Hier: Fahrlererin Elke Nssen zeigt den Teilnehmern des Schnuppertages, wie man Straßenbahn fährt. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Aktuell Arbeitslose informierten sich beim Stadtbahn-Schnuppertag der DSW21 im Betriebshof der DSW21 am Dorstfelder Hellweg. Fahrlererin Elke Nissen (rechts) zeigte den Teilnehmern des Schnuppertages, wie man Straßenbahn fährt. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Und so sitzen die Arbeitssuchenden nacheinander in der Kommandozentrale einer alten Stadtbahn und fahren auf einer Teststrecke auf dem Betriebshof der DSW21 hin und her.

Sind die Teilnehmer überzeugt, können sie sich auf einen Job als Bahnfahrer bewerben. 25 stellen die Stadtwerke Jahr für Jahr ein. „Allerdings haben sie dieselben Chancen wie Bewerber, die nicht am Schnuppertag teilgenommen haben“, sagt DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth.

Ausbildung bei der DSW21 dauert zwölf Wochen

Zwölf Wochen dauert die Ausbildung zum „Stadtbahnwagenführer“, wie es korrekt heißt. Es gibt praktische und theoretische Trainigseinheiten. Nach der Abschlussprüfung fahren die Frischlinge noch mit einem erfahrenen Kollegen an der Seite im normalen Betrieb, bevor es dann alleine zur Schicht geht.

Info: Der Schnuppertag ist Teil der Initiative „Arbeit in Dortmund – Gemeinsam gegen Langzeitarbeitslosigkeit“.  Zum Bündnis aus 16 Partnern gehören neben der DSW21 auch die Stadt Dortmund, die Handwerkskammer und das Jobcenter. Erst kürzlich gab es einen Schnuppertag beim BVB.