Bild: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Der Dortmunder Weihnachtsmarkt ist in vollem Gange – Zeit, für einen ersten Härtetest. Dortmund24 sagt euch, wie es um das Essen, die Preise, den Service und die Sicherheit bestellt ist.

2,5 Millionen Besucher erwarten die Veranstalter in diesem Jahr auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt. An über 300 Ständen gibt es zu Essen, zu Trinken und jede Menge Schnickschnack.

Das Essen:

Vom Fleischesser zum Vegetarier – auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt ist die Angebotspalette für die meisten Besucher ziemlich breit gestreut. Wir haben einige Angebote getestet.

Bratwurst: Auf der Kleppingstraße kaufen wir eine Halbe-Meter-Bratwurst im Brötchen. Schwer zu sagen, ob die wirklich so lang ist. „Lecker war sie, wenn auch mit vier Euro nicht ganz günstig“, meint Redakteur Florian Forth.

Der weiße Glühwein (0,2 Liter) am „Hansa Treff“ auf dem Hansa Markt hat ihm ebenfalls geschmeckt und ist für drei Euro erschwinglich.

Check auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt. Redakteur Florian Forth kauft sich auf der Kleppingstraße eine Bratwurst. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Halber Meter oder nicht? Diese zusammengeklappte Wurst von der Kleppingstraße hat gut geschmeckt. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Kartoffelstampf: Die Redakteurinnen Lisa Krispin und Bianca Hoffmann testen „Oma’s Kartoffelstampf“ am Alten Markt. Wer keine Lust auf Pommes, Backkartoffel oder Potatoe-Twister hat, der findet hier eine sehr gute Kartoffel-Alternative.

Der Stand bietet verschiedene Kartoffelpüree-Variationen mit Erbsen und Möhren, Heringsstipp oder Oliven an.

Lisa entscheidet sich für den Klassiker mit Sour Cream, Mais und Röstzwiebeln. Ihr Urteil: „Sehr empfehlenswert“. Für 4,99 Euro bekommt man hier eine ordentliche Portion leckere frisch gestampfte Kartoffeln zum Löffeln. „Wer schnell satt werden möchte, ist bei Oma’s Kartoffelstampf genau richtig“, meint Lisa.

Kollegin Bianca Hoffmann probiert Kartoffelstampf nach Omas Art mit Bratensoße und Erbsen und Möhren, ebenfalls für 4,99 Euro. „War lecker und reichlich. Ich würde sagen, für einen langen Weihnachtsmarktbesuch schafft dieses Essen auf jeden Fall die richtige Grundlage“, urteilt Bianca.

Check auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt. Kartoffeln in allen Varianten gibt es am Alten Markt. 4,99 Euro kostet so ein Pott. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Einen ordentlichen Pott mit Kartoffelstampf bekommt man bei „Oma’s Kartoffelstampf“. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Pizzabrötchen: Redakteur Daniele Giustolisi ist Vegetarier – und hat trotzdem viel Auswahl. Auf dem Alten Markt gibt es einen komplett vegetarischen Stand.

Er entscheidet sich aber – ganz Italiener – für Pizzabrötchen auf dem Hansa-Platz. Fünf Stück kosten dort 4,50 Euro, egal mit welchem Inhalt. Käse ist immer dabei, dazu gibt es entweder Schinken, Salami, Thunfisch oder Spinat.

Für letztere entscheidet sich Daniele – und meint: „Man wird satt, es schmeckt ganz ordentlich, alles bestens.“

Check auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt. Pizzabrötchen auf dem Hansaplatz gibt es ab 4,50 Euro (für 5 Stück) Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Pizzabrötchen auf dem Hansaplatz gibt es ab 4,50 Euro für 5 Stück. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Die Preise:

Um auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt satt zu werden, muss man mindestens drei Euro in die Hand nehmen, eher ein bisschen mehr. Eine Bratwurst im Brötchen bekommt man für 3 Euro. Aber ob man von dem bisschen Fleisch satt wird?

Eine Portion Champignons aus der Pfanne schlagen schon mit 5 Euro zu Buche.

Den Backfisch gibt es erst ab 5 Euro, mit Kartoffelsalat kostet er 8 Euro. Der Flammlachs an der Reinoldikirche kostet im Brötchen und mit Salat 7 Euro.

Wer Bärenhunger hat, der sollte neben dem Hauptimbiss einen Nachtisch nehmen. Crêpe, Churros und Co kosten aber auch zwischen drei und vier Euro.

Check auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt. Pizzabrötchen auf dem Hansaplatz gibt es ab 4,50 Euro (für 5 Stück) Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Beim Pizzabrötchenstand am Hansaplatz gibt es Mengenrabatt. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Die Preise halten sich auf üblichem Kirmes-/Marktniveau, hier und da haben die Wirte die Preise im Vergleich zu den vergangenen Jahre um 50 Cent erhöht.

Gute Nachrichten gibt es von der Glühweinfront. 0,2 Liter des Kultgetränks kosten auf dem gesamten Weihnachtsmarkt 2,50 Euro. Die Preise bleiben also stabil.

Der Service:

Das Personal: Das Personal an den getesteten Buden zeigt sich freundlich und entspannt – was vielleicht daran liegen mag, dass wir den Weihnachtsmarkt am Mittag testen. Zu der Zeit ist nicht viel los, nur an einzelnen Buden bilden sich Schlangen. Ein Mitarbeiter einer Glühweinbude bietet uns sogar an, unseren Müll (von einem anderen Imbiss) zu entsorgen – sehr nett!

Check auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt. Redakteur Florian Forth kauft sich auf der Kleppingstraße eine Bratwurst. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Am Mittag ist es auf dem Weihnachtsmarkt noch angenehm leer – und das Personal noch ganz entspannt. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Die Toiletten: Für die eilige Notdurft gibt es ausreichend viele Toiletten. Auf dem Hansaplatz stehen zwei Anlagen, ebenso an der Reinoldikirche. Am Ende der Kleppingstraße gibt es auch WCs. Allerdings muss man dafür ein paar Cent auf den Tisch legen.

Die Sicherheit: Dauerhaft Präsenz zeigt die Polizei mit einem festen Stand am Durchgang zwischen Altem Markt und Reinoldi-Kirchplatz. Ansonsten zeigen sich Mitarbeiter des Ordnungsamt und Polizisten, die mit Maschinengewehren patrouillieren – was schon ein bisschen gruselig ist.

Was den Besucher verborgen bleibt, sind die zivilen Kräfte der Polizei. Insgesamt hat man das Gefühl, der Weihnachtsmarkt sei gut gesichert. Die Eingänge sind mit Betonblockaden und mobilen Sperren in Form von Lkw gesperrt. Der Anschlag von Berlin im Jahr 2016 ist hier noch deutlich zu spüren.

Zwei Polizeibeamte patrouillieren am 20.12.2016 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) mit Maschinenpistolen übe r den Weihnachtsmarkt. Nach möglichem Anschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt erhöht das Land Nordrhein-Westfalen die Sicherheitsvorkehrungen. Foto: Bernd Thissen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ |
Seit 2016 patrouillieren Polizisten auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt mit Maschinengewehren. Foto: dpa

Der Müll: Mülleimer findet man auf den ersten Blick nur sehr schlecht. Gibt es etwa keine auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt? Selbstverständlich schon. An viele Ständen sind sie aber so in die Stehtische integriert, dass man sie kaum auf den ersten Blick erkennt. Manchen Eimer haben aber so kleine Schlitze, dass größere Schalen (etwa von der Kartoffelstampfbude) nicht hindurch passen.

Orientierung: An vielen Punkten auf dem Weihnachtsmarkt gibt es Pläne, an denen sich Auswärtige Orientieren können. Blöd nur, dass die Pläne zwar sehr detailliert sind, aber Besucher ohne Beschriftung allein lassen. Besser ist es auf den vielen gedruckten Broschüren gelöst, die überall auf dem Weihnachtsmarkt ausliegen.

Check auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt. Eine Karte zeigt, wo was steht. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Die Karten zur Orientierung ist sehr detailliert – aber die Nummern werden nirgendwo richtig erläutert. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Die Buden:

300 Stände gibt es auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt. Wer auf Deko steht, findet viel weihnachtliches Kunsthandwerk. Winterliche Textilien wie Socken, Mützen und Schals ergänzen das Sortiment. Erstmals mit an Bord ist ein Stand mit Seifen, die in Dortmund hergestellt wurden. Den findet man auf dem Alten Markt.

Insgesamt gibt es in diesem Jahr 26 neue Buden, bzw. Stände mit neuem Standort. Die größte Neuerung finden Weihnachtsmarkt-Besucher auf dem Platz von Leeds. Statt des unter Tierschützern umstrittenen Pony-Karussells steht dort ein ein Riesenrad. 38 Meter hoch ist das „Columbia Rad“, welches 26 drehbare Gondeln hat. Vorab gab es um das Riesenrad allerdings mächtig Aufregung.

Fazit

Unter den Weihnachtsmärkten der Region ist der Dortmunder sicherlich einer der schöneren – der Baum, die Plätze, die Buden – alles ergibt ein einheitliches Bild.

Wer keine Lust auf Menschenmassen hat und in Ruhe stöbern möchte, dem empfiehlt sich ein Besuch unter der Woche am Nachmittag. An den Wochenenden kann es schon eingermaßen eng werden, vor allem rund um den Baum, wo ständig Fotos geknippst werden.

Heikel wird es bei den Preisen. Alleinstehende werden mit Preisen wie 4 Euro für 0,5 Meter Wurst sicherlich noch klar kommen. Aber was macht der Familienvater, wenn drei Kinder versorgt werden müssen?

Eine Portion Champignons oder Blumenkohl kostet schon 5 Euro – und ein Crêpes soll es doch auch im Optimalfall sein. Am Ende kann sich der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt für Familien schnell als viel zu teuer entpuppen.

(Mitarbeit: Bianca Hoffmann, Lisa Krispin und Florian Forth)