Bild: Stephen Bielert / Dortmund24

Unter 400 deutschen Städten und Landkreisen ist Dortmund einer der gefährlichsten Orte. Das geht aus einer Studie im Auftrag des Magazins „Focus“ hervor.

Das Magazin ließ für seinen aktuelle Ausgabe den Kölner Sozialwissenschaftler Wolfgang Steinle mehr Werte als die reinen Verbrechenszahlen der Republik heranziehen.

So verglich er die Sicherheit sämtlicher Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands. In die Bewertung der insgesamt 401 Regionen flossen neben Polizeistatistiken auch Zahlen zur Verkehrssicherheit ein.

20 Indikatoren flossen in Studie mit ein

Außerdem mit im Ranking: wirtschaftliche Sicherheit und gesellschaftliche Konflikte in der Region. Am Ende flossen 20 Indikatoren in die Studie ein. Darunter auch mehrere „weiche“ Indikatoren wie Arbeitslosigkeit, Graffiti-Häufigkeit, Schwarzfahrquote.

Die größten Gefahren gibt es demnach offenbar im Norden Deutschlands: Neumünster, Lübeck, Flensburg, Bremerhaven, Hamburg und Bremen schnitten eher schlecht ab. Gute Ergebnisse dagegen gab es für südliche Regionen wie dem Alb-Donau-Kreis, Amberg (Ostbayern) und dem oberpfälzischen Neumarkt.

In NRW schneiden die Großstädte Düsseldorf (Platz 9) und Köln (Platz 2) besonders schlecht ab. Dortmund landet in dem Ranking auf Platz 23 der unsichersten Städte.

Eigentlich positiver Trend in Dortmund

Ein Blick in die Kriminalstatistik der Polizei Dortmund zeigt aber, dass es um Dortmund gar nicht so schlecht steht – zumindest laut Statistik. Jedenfalls zeigt die Statistik einen positiven Trend auf.

So ist die Gesamtzahl aller Straftaten für den Bereich der Dortmunder Polizei im Jahr
2017 auf 73.280 gefallen. Das ist ein Rückgang um 11,8 Prozent zum Vorjahr
(2016: 83.066 Straftaten gesamt). Diese Zahl geht seit 2014 zurück.

Mehr Kontrollen der Polizei

Zeitgleich nahm in Dortmund die Betäubungsmittelkriminalität um rund 21 Prozent zu. Die Polizei erklärt das mit den vermehrten Kontrollen in letzter Zeit. Je mehr sie kontrolliert, desto mehr kommt ans Tageslicht.

Auch die Gesamtzahl aller Sexualdelikte ist um 26,7 Prozent gestiegen. Dagegen ist die Zahl der überfallartigen Vergewaltigungen im öffentlichen Raum von acht (2016) auf sieben Fälle in 2017 gesunken.

Mehr Sexualdelikte wegen neuem Gesetz

Die Polizei erklärt den Anstieg der Sexualdelikte mit einer Gesetzesänderung. Demnach werden bestimmte Tathandlungen nicht mehr als „Beleidigungen auf
sexueller Basis“, sondern mittlerweile als „sexuelle Belästigung“ bestraft und auch in der Polizeilichen Kriminalstatistik als Sexualstraftaten registriert.

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Die „#metoo“-Debatte hätte zudem dazu geführt, dass Frauen derartige Belästigungen
eher zur Anzeige bringen – was die Polizei ausdrücklich begrüßt.