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Den Coffee-to-go bekommt man heutzutage in Bäckereien und Cafés. Unterwegs getrunken, landen die Kaffeebecher im Anschluss direkt in der Mülltonne. Das ist alles andere als umweltfreundlich, deshalb soll nun ein Pfandbecher für Kaffee her.

Der Kaffee zum Mitnehmen ist sehr beliebt bei den Deutschen. Laut der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland stündlich sogar 320.000 Coffee-to-go-Becher verbraucht.

Dabei ist die „Lebensdauer“ eines Einwegsbechers für Kaffee sehr gering: Das Heißgetränk wird beispielsweise in einer Bäckerei darin abgefüllt, nach kurzer Zeit ist der Becher leer getrunken und zack – landet er auch schon im Müll. Was für eine Umweltverschmutzung, denkt sich auch Susanne Bräuning vom Café Röstwerk in Hörde.

Wirtschaftsförderung stellt 10.000 Euro für Pfand-Kaffeebecher

Die Wirtschaftsförderung gab den Anstoß für einen Dortmund-Pfandbecher und hat die Idee auch dem Stadtbezirksmarketing vorgetragen. „Dort herrschte Zustimmung“, sagt sie im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Zur Einführung eines stadtbezirksübergreifenden Pfandsystems für Coffee-to-go-Becher hat die Wirtschaftsförderung jetzt 10.000 Euro bereitgestellt.

Das Mehrweg-Prinzip für den Kaffee für unterwegs soll wie folgt aussehen: In einer Bäckerei oder einem Café kauft man einmal einen Kaffee-Becher für drei bis vier Euro. Diesen Becher mit Deckel und Ring zum Anfassen tauscht man dann nach Gebrauch beim Kauf des nächsten Kaffees gegen einen gespülten Becher wieder ein.

Das Konzept des Pfand-Kaffeebechers klingt gut und trifft, wie die Ruhr Nachrichten berichten, auch in der Bezirksvertretung Hörde und der Stadtteilagentur auf Zustimmung.

Dortmund fehlt ein geeigneter Partner

Bisher sei jedoch nicht klar, wie sich der Dortmund-Becher umsetzen lässt. Es fehlen Partner. Trotzdem hält das Stadtbezirksmarketing an der Idee fest. Man hat Angebote von mehreren Herstellern eingeholt und Kontakt zum Präsidium des Evangelischen Kirchentags aufgenommen.

Beim Evangelischen Kirchentag findet man „das von der Sache her total toll“, sagt Pressesprecher Christoph Hertel auf Anfrage der Ruhr Nachrichten. Doch sie umzusetzen, sei eine Sache der ortsansässigen Unternehmen. Man benutze beim Kirchentag bereits seit 20 Jahren Mehrwegbecher.

Als einen weiteren potenziellen Kooperationspartner sieht das Stadtbezirksmarketing unter anderem den BVB. Der Verein hatte seine Mehrwegbecher für Bier abgeschafft, will sie nun aber wieder einführen. Auch die TU Dortmund und die Westfalenhalle könnten das Becher-Konzept unterstützen.

Düsseldorf könnte Vorbild für Pfandversion des Kaffeebecher-to-to sein

In Düsseldorf kann man die Pfandversion des Kaffee-Becher-to-go bereits in 30 Cafés kaufen. Hier werden die Mehrwegbecher von der Düsseldorfer Firma „Cup for Cup“ vertrieben. Und auch in Paderborn werden mittlerweile in fast 20 Cafés die Becher des Düsseldorfer Unternehmens verkauft. Weitere NRW-Städte, vielleicht auch Dortmund, könnten folgen.

Weitere Hintergrundinformationen könnt ihr außerdem bei den Ruhr Nachrichten nachlesen.