Bild: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Jahr für Jahr kürt der Dortmunder Weihnachtsmarkt seine schönste Bude. In diesem Jahr hat der Stand von Schausteller Andreas Hoster „Die goldene Tanne“ gewonnen. Wir haben uns das Holzhaus mal genauer angeschaut.

Maria bückt sich über das Jesuskind, um ihn herum stehen die Heiligen Drei Könige, im Hintergrund sind die Ohren eines Esels zu erkennen. Die Krippenszene könnte so auch in einer Kirche stehen. Doch man kann sie täglich an Andreas Hosters „Knusperhaus“ auf dem Hansaplatz bestaunen. Kein Zweifel: In diesem Weihnachtsmarktstand steckt viel Liebe fürs Detail.

Die Mischung aus urigem Holzhäuschen und bunten Süßigkeiten, das ganze kombiniert mit weihnachtlicher Dekoration – sie hat die Jury bei der Wahl zur „Goldenen Tanne“ offenbar überzeugt.

Die goldene Tanne für den schönsten Weihnachtsmarktstand gibt es diesmal für »Das Knusperhaus« mit gebrannten Nüssen aus aller Welt (Hansaplatz, Nr. 132). Unser Foto zeigt Andreas Hoster (49, links) und Sohn Lukas (19), Schaustellerfamilie in 6. Generation. Foto: Jan Heinze

Günstig war der Sieg Andreas Hosters allerdings nicht. Einen fünfstelligen Betrag hat der 49-Jährige in die Bude gesteckt, als er sie vor drei Jahren endlich fertigstellen ließ. Einen Mittelklassewagen, sagt Hoster, könnte man mit dem Geld gut und gerne kaufen.

Idee entstand schon vor 15 Jahren

„Die Idee dazu hatte ich schon seit 15 Jahren“, erinnert sich Hoster, der aus einer traditionsreichen Schaustellerfamilie stammt. Seine Vorfahren haben etwa im Jahr 1888 begonnen, auf Rummelplätzen Waren zu verkaufen. „Da hat unsere Familie schon einige Regierungen überdauert“, sagt Hoster schmunzelnd.

Markthandel- und Schausteller‑Verband‑Geschäftsführerin Verena Winkelhaus und Weihnachtsbaumbetreuer Hans‑Werner Reckmann (ganz rechts) überreichten den Preis an Andreas Hoster (2.v.l.) und Sohn Lukas (19). Foto: Jan Heinze

Über die Auszeichnung freut sich der gebürtige Viersener  natürlich – auch, weil es eine Bestätigung für das Herzblut ist, das in das Projekt geflossen sei. Übrigens: Das Haus wurde in Polen gefertigt und dann nach Deutschland transportiert. Etwa ein halbes Jahr Bauzeit war dafür nötig. In Dortmund ist es in diesem Jahr zum dritten Mal zu sehen.

Mit der Hütte, an der Hoster gebrannte Mandeln und andere Süßigkeiten verkauft, hat der Schausteller bereits einen Schritt in die Zukunft getan. Denn laut Hoster gäbe es in Dortmund die Bestrebungen, im Jahr 2020 nur noch Holzhütten auf dem Weihnachtsmarkt zu haben.

Dafür fühlt sich der 49-Jährige jetzt gut gerüstet. In den kommenden Jahren will er zwar ein paar Veränderungen am Deko und Beleuchtung an seinem Stand vornehmen, an der Krippe im Dachgiebel soll sich aber erstmal nichts ändern. Braucht es auch nicht: Es ist auch so schon schön genug.