Was bietet Dortmund kulinarisch? Was ist neu, was noch unbekannt? Wir haben den Dortmunder Food-Blogger Darius von Foodloaf gebeten, an dieser Stelle in einer Kolumne neue Restaurants und Futterbuden zu testen.

Es dürfte uns Dortmundern nicht erst gestern aufgefallen sein, dass die City innerhalb des Walls immer mehr „abbaut“. Die Geschäfte verschwinden, werden durch MHD-Süßigkeiten-Läden oder sonstigen Ramsch ersetzt, und es wird irgendwie „niveauloser“. Als ein Paradebeispiel aus „gastronomischer Sicht“ sei das McDonalds am Ostenhellweg erwähnt, welches ich noch aus meiner Kindheit kannte. Seit einigen Monaten ist es geschlossen. Die verringerte Besucherfrequenz und natürlich auch ein Wandel in der Ernährung dürfte der Grund dafür sein. Aber wenn ein McDonalds zu macht, dann heißt das schon was.

Nichts desto trotz ist die City noch immer gerade an den Wochenenden der Ort, an dem die meisten Menschen zusammenkommen. Und Menschen haben Hunger!

Weil dem so ist, möchte ich euch in folgendem Bericht einige meiner liebsten Locations vorstellen, in denen ich gerne essen gehe. Es geht jetzt hier nicht unbedingt darum, euch zu sagen, wo es besonders lecker, qualitativ erwähnenswert oder günstig ist, zumindest nicht vordergründig.

Nein, vielmehr möchte ich euch meine persönlichen Vorlieben aufzeigen und euch natürlich auch anregen, mal hinzugehen und diese selbst auszuprobieren. Wobei ich mir sicher bin, dass ihr viele selber kennt, zumindest vom Sehen, und auch mögen werdet.

Über Geschmack lässt sich streiten, daher fühlt euch frei, Dortmund24 und mir einen Kommentar zu schreiben, wo man eurer Meinung nach hingehen muss in der City. Auf dieses Gebiet beschränke ich mich hier.

Viel Spaß bei dieser kulinarischen Reise durch die Dortmunder City, vorbei an Brezeln, Döner und einem Ziegelstein.

Oliv Grill – Mein liebster Dürüm Döner

Vermutlich kennt so gut wie jeder von euch den Oliv-Grill in der Unterführung am Musikhaus Jellinghaus, gegenüber der Reinoldikriche. Ich liebe es, mir hier einen Dürüm-Döner zu holen! Klar, die gibt es an jeder Ecke, aber hier wird das Fladenbrot dafür jedes Mal frisch gebacken und das macht den riesigen Unterschied. Ob „pur“ für den Dürüm oder mit Fleischsauce als Lahmacun, es ist immer frisch und einfach lecker.  Viele Döner-Buden haben nur billiges Fladenbrot, welches nur aufgewärmt wird.

Oliv Grill: Das frische Fladenbrot ist göttlich. Foto: Darius/Foodloaf
Oliv Grill: Das frische Fladenbrot ist göttlich. Foto: Darius/Foodloaf

Eine ganz klare Empfehlung von mir einen Dürüm zu bestellen – am besten mit doppelt Fleisch. Auch spät Nachts bekommt man hier noch was zu beißen, um den Alkohol aufzusagen, oder den spontanen Hunger zu stillen. Zwar ist es innen drin ziemlich düster, aber man bekommt sein Essen schnell in die Hand und es schmeckt einfach gut

Food King – der Ziegelstein für den Magen

Food King ist ein sehr kleiner, unscheinbarer Laden in der Brückstraße. Er befindet sich gegenüber den Baguetterien Mare und d‘Angelo. Der Laden ist dort wo, früher „Food Brother“ seinen ersten Burgerladen aufmachte und von dort den Siegeszug startete. Bei Food King bekommen wir fast schon lächerlich einfaches Essen, aber so gut kombiniert, dass es dekadent-gut ist! Neben Baguettes gilt es vor allem folgendes zu probieren:

Food King: Kompakt und gewaltig lecker: French Taco. Foto: Darius/Foodloaf
Food King: Kompakt und gewaltig lecker: French Taco. Foto: Darius/Foodloaf

Ein Fladenbrot gefüllt mit Pommes, reichhaltigen Saucen, Käse und Fleisch sowie auf Wunsch weiteren Zutaten wie zum Beispiel Spiegelei. Nennt sich hier „French Taco“. Das Brot wird um die Zutaten gefaltet und gebacken, so dass es die Form eines Ziegelsteins hat. Man fliegt nach dem Teil auseinander, aber kaum etwas befriedigt die niederen Gelüste eines Menschen mehr, als diese geballte Ladung Fett und Kalorien.

Einen ausführlichen Bericht lest ihr hier auf meiner Webseite.

Fischer am Rathaus – nur hier, niemals woanders!

Ich mache es kurz: Bei Fischer am Rathaus müsst ihr eure Brötchen kaufen! In dieser über 100 Jahre alten Bäckerei, die älteste Dortmunds, werden seit jeher Brötchen, Brot, Kuchen, Torten, Stuten, Striezel und, und, und, gebacken. Immer frisch, immer lecker und eben genau in dieser Backstube. Hier wird nichts von außen angekarrt.

Welche „Bäckerei“ macht heute noch alles selbst in der eigenen Backstube? Wenn ihr Morgens um 4 bis 5 Uhr an dem Laden vorbeigeht, könnt ihr den Duft frischgebackener Waren riechen. Ein Traum.

Kennt ihr den Dortmunder Salzkuchen mit Mett? Der Herr Fischer, der Gründer der Bäckerei, hat den Salzkuchen damals erfunden. Und zwei seiner Nachkommen arbeiten noch heute dort. Ein Familienbetrieb bei dem sich nicht ohne Grund JEDEN TAG Schlangen bilden. Und trotzdem ist man schnell am Zug, dank der flotten Damen in ihrer traditionellen Bekleidung.

Bild Fischer: Drei meiner liebsten Backwaren von Fischer am Rathaus. Foto: Darius/Foodloaf
Fischer: Drei meiner liebsten Backwaren von Fischer am Rathaus. Foto: Darius/Foodloaf

Probiert das Bürli-Brötchen, die diversen Hefe-Zöpfe, die Brote und auch gerne das Dinkelbrötchen. Walnussbrot, Mohnstuten, Schokobrötchen oder das hausgemachte Zwieback und vieles mehr wissen wahrlich zu begeistern. Und das alles trotz zumeist günstigeren Preisen als bei Malzers, Kamps, Grobe und Co., die nur Industrieware liefern.

Baguetterie d’Angelo

Mindestens seit ich in dem Alter war, mir an den Wochenenden in der Innenstadt oder damals noch im Soundgarden so manche Nacht um die Ohren zu schlagen, kenne ich die Baguetterie d’Angelo in der Brückstraße. Es dürften sich die Geister scheiden: Es gibt die Leute die nach d’Angelo gehen, und es gibt die Leute, welche nach Mare gehen. Ich gehe aus einem ganz einfachen Grund zu erstgenanntem: Ich war zum ersten Mal dort und nie woanders – ich bleibe dabei.

Bild D'angelo: Meiner Meinung nach das perfekte Gericht für einen hungrigen Magen. Foto: Darius/Foodloaf
D’Angelo: Meiner Meinung nach das perfekte Gericht für einen hungrigen Magen. Foto: Darius/Foodloaf

Selbstredend schmecken die reichhaltig belegten und mit Käse überbackenen Baguettes einfach nur großartig. Die pure Glückseligkeit in Form von Kohlenhydraten, Käse und Würze. Das „Ouvo“ Baguette ist mein Favorit: Schinken, Salami, Ei, Salat, Tomate, Remoulade, Würzpaste. Oh shit, yes! Es ist göttlich! Spätestens, wenn man dem Geräusch der aus der Tube spritzenden Remoulade zuhört und den Kalorien-Counter in die Höhe schnellen sieht, weißt man, dass einem Großartiges bevorsteht.

Ditsch Brezelbäckerei

Backwaren sind im Trend, was nicht erst seit Backwerk bemerkbar ist. Auch beim Brezelbäcker Ditsch bilden sich oft kleinere Schlangen. Und da sage ich: Zurecht! Ich muss ehrlich sagen, ich kenne nur drei Produkte von denen, wobei eigentlich nur eines so richtig: Die Kürbiskernbrezel. Egal wie lecker alles aussieht in der Auslage, diese Brezel ist der „Holy Grail of Pretzel“. Ich kaufe mir das Teil manchmal mehrmals die Woche.

Ditsch: Holy Grail of Pretzel: Brezel mit einer LKW-Ladung Kürbiskernen. Foto: Darius/Foodloaf
Ditsch: Holy Grail of Pretzel: Brezel mit einer LKW-Ladung Kürbiskernen. Foto: Darius/Foodloaf

Außen leicht knusprig, innen saftig weich und mit einer schier perversen Menge an gerösteten Kürbiskernen ummantelt. Ob ihr ihn unterwegs aus der Hand esst, oder zuhause mit Butter und zum Beispiel auch Honig oder Rübensirup. Glaubt mir, ihr werdet glücklich! Ab und zu kommen auch die klassische normale Brezel in meine Tüte oder eine mit Sonnenblumenkernen, aber nichts geht für mich über die Kürbisbrezel.

Ein Blick hinter die Kulissen verrät mein Bericht mit Video

L‘Osteria – Einfach nur episch

Ich bin zwar kein Fan davon große Ketten zu „bewerben“, aber ich möchte jedem Freund von Pizza eine Empfehlung aussprechen, zur L’Osteria zu gehen und sich eine Wagenrad-große Pizza zu gönnen. Die Pizzen dort sind dermaßen riesig, dass jede Gruppe die mehrere Pizzen bestellt ein ebenfalls riesiges Platzproblem auf dem Tisch bekommt. Große Teller dafür? Mitnichten! Man muss die Pizza halb auf dem viel zu kleinen Teller oder am besten gleich mit dem „Pizza-Papier“ auf dem Tisch essen.

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Die Pizzen sind recht anders, als wir sie kennen: Dünner Boden, recht spärlich belegt, dafür super knusprig und vor allem Eye-Candy. Tatsächlich finde ich, dass man die Menge an Belag kritisieren kann, aber der Showeffekt und der gute Geschmack trotz wenig Auflage begeistern. Wer sie alleine schafft, hat es jedenfalls drauf. Die tolle, stimmige Location passt ebenfalls. Ich finde es gemütlich, zumindest wenn es nicht zu voll ist.

Losteria: Größer als mancher Reifen - die Pizza bei der L'Osteria. Foto: Darius/Foodloaf
Losteria: Größer als mancher Reifen – die Pizza bei der L’Osteria. Foto: Darius/FoodloafSAMSUNG CSC

Hier ist mein Bericht von der damaligen Eröffnung!

Und nun seit ihr nochmal ihr gefragt: Wo geht ihr gerne hin? Wo gibt es für euch das beste Essen nach einer durchgetanzten Nacht oder den perfekten Snack während des Samstags-Shoppings?! Schreibt uns einen Kommentar!

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