Dank dem Online-Portal Comangi muss keiner mehr alleine essen. „Social Dining“ ist im Kommen! Und wer hat’s erfunden? Ein Dortmunder!

Dortmund –  Die neue Website comangi.com überträgt das Couchsurfing- oder Airbnb-Prinzip auf das Essen. Du hast zuviel gekocht? Oder möchtest nicht alleine essen? Kein Problem: Online über die Plattform finden sich ganz schnell neue Leute zum gemeinsamen Essen. Erfunden wurde die sogenannte Social-Dining-Plattform vor kurzem in Dortmund.

Wie funktioniert das Ganze? Wir haben mit Achim Schaper, einem von vier Gründern des Dining-Portals, gesprochen.

Dortmund24: Seit wann gibt es Comangi und was ist die Idee dahinter?

Achim Schaper: „Unser Business-Plan ist von 2014. Letztes Jahr haben wir das Konzept für Comangi entwickelt. Meine Partner sind Thomas Schult, Arne Hörig und Christian Mues.

Online verabreden, gemeinsam essen: So funktioniert Comangi. Foto: Comangi

Wirklich online, als Beta-Version gibt es comangi.com seit Mitte März. Im Mittelpunkt von Comangi steht der Gedanke des Teilens, also der sogenannten Sharing Economy, der Unternehmen wie Airbnb oder Uber erfolgreich gemacht hat. Wir möchten fremde Menschen zusammenbringen. Unser Ziel ist es, die Verabredung zum gemeinsamen Essen Zuhause unkompliziert zu ermöglichen. Dabei geht es nicht nur ums Sattwerden, sondern auch darum, neue Leute kennenzulernen.“

Wie funktioniert das Ganze?

Achim Schaper (links) mit seinen Partnern. Foto: Privat

„Auf unserer Website können sich User kostenlos registrieren und dann entweder als Gast bei Essens-Events teilnehmen oder eben ein selbstgekochtes Gericht anbieten und Gastgeber sein. Mit der Umkreis-Suche finden User Leute in der Nähe und können sich für ein Essens-Angebot anmelden. Der Gastgeber bekommt dann eine Nachricht und entscheidet, wen er akzeptiert und einladen möchte. Beim Treffen zahlt der Gast dem Gastgeber den angegeben Preis. Man isst zusammen und lernt neue Leute kennen. Die Suche ist auch ohne Registrierung möglich.“

So könnte dein Social-Dining aussehen: 

Was sind die Unterschiede zu Social-Dining-Portalen in den USA?

„In den Staaten ist mehr los. Da geht es um Riesen-Essens-Events, die in teuren Restaurants stattfinden. Wir setzen hier mehr auf die Einfachheit und Flexibilität. Das heißt, wir möchten, dass User sich noch am selben Tag treffen und gemeinsam essen können. Zudem ist der grundlegende Unterschied zu anderen Portalen, dass wir möglichst preiswertes, frisch gekochtes Essen anbieten – das steht ganz groß bei uns auf der Fahne. Wir lassen den Preis den Usern offen, aber der Mindestpreis beträgt nur 4 Euro und soll 10 Euro nicht übersteigen. In den Staaten starten die Events bei 39 Dollar. Gastgeber können bei uns ihr Essen auch kostenlos anbieten.“

Auf welche Zielgruppe setzen sie besonders?

„Unsere Zielgruppe sind junge Leute, Studenten, die bereits Erfahrungen mit Social Sharing haben. Bla-Bla-Car, Airbnb oder Couchsurfing funktionieren super bei jungen Leuten. Aber auch ältere User sind willkommen. Wenn eine Mutter mehr gekocht hat als nötig, kann sie sich auch anmelden und ihr Essen anbieten. Wir freuen uns über jeden neuen Interessenten und möchten am besten alle erreichen. In den ersten zwei Wochen haben sich auch viele ältere Leute angemeldet und das zeigt, dass Sharing auch bei denen gut ankommt.“

Bei Airbnb fallen Buchungsgebühren an. Bei Couchsurfing ist alles kostenlos. Wie ist es bei Comangi?

„Noch läuft alles kostenlos – das wird im ersten Jahr auch so bleiben. Wir möchten aber das Modell von Airbnb übernehmen. Das heißt in Zukunft wird auch bei uns eine Provision in Höhe von 10 Prozent anfallen. Die Gäste können den Preis für das Essen online per Paypal zahlen oder direkt bar beim Gastgeber. Dieser zahlt an uns dann die 10% vom Gesamtpreis. Wenn das Essen 4 Euro gekostet hat, bleiben ihm dann 3,60 Euro. Wenn jemand Essen kostenlos anbietet, fallen natürlich auch keine Gebühren an.“

Wie ist die Resonanz bis jetzt?

„Wir freuen uns sehr, dass die Presse über uns berichtet und bis jetzt haben wir eine gute Nachfrage vor allem in Dortmund und Münster, wo wir ansässig sind. Wir haben viele Neuanmeldungen, aber leider ist die Zahl der Angebote und Gäste noch überschaubar. Aber das wird sich auch ganz schnell ändern. Die bis jetzt stattgefundenen Treffen liefen ganz gut und das motiviert uns sehr. Bald werden wir eine Kommentar-Funktion einfügen, damit Leute sich gegenseitig bewerten können und so eine Transparenz entsteht. Wir sind noch am Anfang, weitere Erneuerungen wird es in den kommenden Tagen geben. Eine App für Android und iOS ist für Mai geplant.“

Es heißt Social-Dining – treffen sich Leute nur zum Abendessen?

„Nein. Es ist komplett zeit- und ortsunabhängig. Leute können sich zum Grillen treffen, zusammen Mittag essen oder frühstücken. Das ist völlig egal, wann oder wo das ist.“

 

Vier Essens-Angebote auf Comangi. Screenshot: comangi.com

Weitere Infos findet ihr auf der Website von comangi -und zwar hier.