Mit viel Amore und dem ein oder anderen Bussi sorgten die Österreich-Rock’n’Roller von Wanda am Mittwochabend für ausgelassene Stimmung in der Phoenixhalle. Am Ende stand Frontmann Marco Fitzthum nur noch kopfschüttelnd auf der Bühne – vor lauter Liebe.

Nach 90 Minuten, mehreren aufgerauchten Zigaretten und gut verschwitzten T-Shirts stehen die fünf Jungs von Wanda vor den fast 3600 feiernden Dortmunder Fans und wirken fast so selig, wie nach einem ersten gelungenen Konzert-Debüt. Ganz links mag der kopfschüttelnde Frontmann Marco Fitzthum offenbar immer noch nicht glauben, in welchem Traum er und seine Band sich seit der Gründung im Jahr 2012 befinden.

Wanda-Frontmann Marco Fitzthun musste beim Auftritt in der Phoenixhalle / Warsteiner Music Hall mit eingegipstem Arm singen. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Kurz zuvor ist das Konzert der fünf Wiener in der Phoenixhalle furios mit dem Wanda-Kracher „Bologna“ zu Ende gegangen. Selbiges Lied über Amore und der Tante aus Bologna ist der gelungene Einstieg in ein Konzert voller Höhen – und ein paar wenigen Tiefen. Vor allem bei den älteren Songs – etwa „Bussi Baby“, „1,2,3,4“ oder „Meine beiden Schwestern“ bringen Wanda die Halle zum Brodeln. Die Fans jedenfalls zeigen sich textsicher. Der Part mit Streichern, Saxofon und Co. in der Mitte des Konzerts hätte dagegen gerne kürzer ausfallen dürfen.

Fans feiern Wanda bei „Columbo“

Schwamm drüber – oder „is mir Wurscht“, wie die Wiener in ihren Songs auch mal singen würden. Bei „Columbo“, der ohrwurmigen Single-Auskopplung aus dem neusten Album „Niente“, geht das Publikum in Dortmund erstmals so richtig mit. Frontmann Marco weiß einfach, wie er das Publikum mitreißen kann. Immer wieder fordert er die Fans auf, lauter mitzusingen, dirigiert mal hier mal da. Und wenn es sein muss, wirft er seinen Fans auch mal ein paar Bierdosen zu. Das braucht eine Bierstadt wie Dortmund!

Zwischendurch will der mit eingegipsten Arm singenden Frontmann Fitzthum seinen Schnaps – und lässt mit selbigem Song erstmals die düstere Seite von Wanda hervorblitzen. In den Songs der Österreicher geht es nicht selten um Alkohol, Beziehungen, den Sinn des Lebens oder den Tod. Themen, die den Nerv der Fans offenbar genau zu treffen scheinen. Kein Wunder, dass die Österreicher seit Erscheinen ihres ersten Albums „Amore“ (Goldstatus in Österreich) im Jahr 2014 auf einer Welle der Euphorie schwimmen. Inzwischen hängt die berühmte Lederjacke von Sänger Marco sogar als Exponat einer Ausstellung über Pop-Musik im Wien-Museum.

Lederjacke hin oder her – die Fans lieben Marco Fritzthun und Wanda so oder so. Vielleicht sind so das Kopfschütteln am Ende des Konzerts und die Bussis für Dortmund zu erklären.