Bild: LEG

Nachdem bei dem Hochhausbrand im Londoner Grenfell Tower am 14. Juni 2017 rund 90 Menschen starben, zieht das Düsseldorfer Wohnungsunternehmen LEG nun seine Konsequenzen daraus. In der Wohnsiedlung Clarenberg in Hörde wurden erhebliche Brandschutzmängel festgestellt – die nun beseitigt werden sollen.

Es ist ein Vorhaben, das rund 16 Monate dauern soll: Die Behebung der Brandschutzmängel in der von der LEG betriebenen Wohnsiedlung Clarenberg in Hörde. Festgestellt wurden die Mängel bei Kontrollen der einzelnen Wohnungen. Die LEG sei dabei besonders streng vorgegangen und will damit verhindern, dass es zu Brandkatastrophen in ihren Wohnungen kommt.

Das sind die Gründe für die Kontrollen

Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Verkehrssicherheitspflicht ist die LEG dazu verpflichtet, in ihren Wohnräumen regelmäßige Brandschutzkontrollen durchzuführen. Wie oft genau, das legt die Stadt fest. Im Clarenberg war es nun an der Zeit und die Wohnungen wurden ganz genau auf Mängel untersucht. Das Ergebnis: In allen Wohnungen wurden Mängel festgestellt.

Die Gründe für die strengen Kontrollen, so die LEG, haben ihren Ursprung in London. Dort brannte es im vergangenen Sommer im Grenfell Tower, wodurch insgesamt rund 90 Menschen starben und Unzählige ihre Heimat verloren.

Einen Brand wie im Londoner Grenfell Tower will die LEG verhindern. Foto: dpa

Bislang gab es im Clarenberg keine Brände oder Vorfälle in dem Bereich und das soll auch so bleiben. Die Brandschutzmängel in der Wohnsiedlung werden vorsorglich behoben.

Mieter müssen mit Einschränkungen rechnen

16 Monate wird es dauern, bis alle Mängel im Clarenberg behoben sind. Für jede der insgesamt 934 Wohnungen sind dabei ein bis zwei Wochen eingeplant. Ein ziemlich großes Projekt, für das sich aber jede Mühe lohnt. „Uns liegen die Mieter sehr am Herzen. Deswegen führen wir die Kontrollen auch sehr gewissenhaft und unter strengsten Vorlagen durch“, sagt LEG-Pressesprecherin Judith-Maria Gillies und fügt hinzu: „Bei vielen treten keine Probleme auf, doch hier und da kann ein Mangel auftreten. Da ist es wichtig, vorzeitig zu handeln!“.

Vorzeitig handeln ist ein gutes Stichwort, denn das hat Intown mit dem Hannibal-Komplex in Dorstfeld versäumt. Dort kamen im September nur durch Zufall Brandschutzmängel in den Versorgungsschächten zum Vorschein, die die Wohnungen unbewohnbar machten. Der Hannibal steht seither leer. Und soll jetzt sogar dicht gemacht werden.

Im Hannibal in Dorstfeld darf schon seit September niemand mehr wohnen. Foto: René Werner/Videonews24

In den Wohnungen der LEG soll das nicht passieren. Doch wie wirkt sich das Vorhaben auf die Mieter aus? „Sie können alle wohnen bleiben. Doch es kann passieren, dass es zu Einschränkungen kommt. Beispielweise dann, wenn die Versorgungsschächte betroffen sind und Küchen abgebaut werden müssen!“, nennt Gillies eine Konsequenz. Doch finanzielle Sorgen müssten sich die Bewohner nicht machen. Für jede ausgebaute Küche, gäbe es einen finanziellen Ausgleich. Den können die Mieter nach den Umbauten geltend machen.

Die Mietpreise werden von den Brandschutzmaßnahmen nicht beeinflusst. Für die Anwohner sollen keine Nachteile entstehen. Der einzige unangenehme Nebeneffekt ist das Renovieren an sich. Gillies dazu: „Es kann schon sein, dass es dadurch laut werden kann und unangenehm zum Wohnen. Doch das alles dauert nicht lange und was zählt, ist das Ergebnis.“

Ein typisches Wohnhaus in Clarenberg. Foto: LEG

Das sind die genauen Pläne für Clarenberg

Die LEG hat bereits ein Sanierungskonzept ausgearbeitet, das vom Bauordnungsamt Dortmund geprüft und genehmigt wurde. Im Folgenden sind die genauen Pläne der LEG für die Siedlung Clarenberg aufgelistet:

  • Zunächst geht es an die Versorgungsschächte, die durch die Küchen verlaufen. Dazu müssen diese demontiert werden. Außerdem werden die Dachentwässerungsleitungen der Abstellkammern abgeschottet. Diese Abschottung betrifft auch die Rohrleitungen in den Decken.
  • In den Abstellkammern werden Brandschutzmanschetten montiert und Ringspalten um die Heizungsleitungen verschlossen.
  • Die Türanlagen in den allgemein zugänglichen Bereichen werden erneuert. Die Wohnungen bleiben von dieser Maßnahme unberührt.
  • Um schon jetzt für die nötige Sicherheit zu sorgen, hat die LEG bis zur Fertigstellung der Umbauarbeiten Thermomelder in den Küchenbereichen installiert. Das sind Warnmelder, die auf Temperaturen reagieren. Sie ermöglichen den Anwohnern einen frühzeitigen Notruf – bevor es überhaupt zu Rauch oder gar Feuer kommen kann.

Pressesprecherin Gillies teilte zusätzlich mit, dass die Wohnungen im Clarenberg schon sehr lange die klassischen Warnmelder hätten. „Die hingen in unseren Mietobjekten schon lange bevor diese zur Pflicht wurden“, sagt sie.

7.7.2017 Feuer in Berghofen Feuerwehr rettet Hund aus brennender Wohnung Foto: Feuerwehr Dortmund
Die Feuerwehr in Dortmund soll durch Brandschutzmaßnahmen weniger Arbeit bekommen. Foto: Feuerwehr Dortmund

Erst Clarenberg – und was kommt dann?

Die LEG betreibt in Dortmund eine Vielzahl von Wohnkomplexen: In Bodelschwingh, Bövinghausen, Kirchlinde, Mitte, Scharnhorst, Wickede und eben Clarenberg. Da kommt schnell die Frage auf, wann und wo die nächsten Kontrollen durchgeführt werden. Die Stadt Dortmund konnte dies aber nicht beantworten.

Was kommt nach Clarenberg? Die Frage blieb bisher unbeantwortet. Foto: LEG