Das Binarium in Huckarde ist Dortmunds erstes Videospielkonsolen-Museum. Auf rund 1.500 qm stehen hier Spielekonsolen und Video-Games ohne Ende und das Beste: Sie sind nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Spielen gedacht. 

Dortmund – Drei riesige Räume voller Konsolen und Spiele, aufgeteilt in verschiedene kleine Spielecken, in denen gemütliche Sessel und Sitzkissen zum reinflätzen einladen. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hin soll. Erstmal eine Runde Mario Kart! Neben mir sitzen Gina (16) und Niclas (15): „Das ist echt sehr entspannt hier und macht viel Spaß“. Diesen Satz hört man wohl nicht allzu oft von Teenagern im Museum.

Hier soll gespielt werden –  das merkt man sofort. Und eben das ist das Besondere an dem Museum in Huckarde. Natürlich kann man sich auch die zahlreichen Exponate in den Vitrinen anschauen, die vor allem Spiele enthalten. Aber Museumsleiter Christian Ullenboom geht es um etwas anderes: „Unser Fokus liegt auf den Emotionen, die bei den Besuchern geweckt werden sollen, wenn sie Altes wiederentdecken und Neues ausprobieren“, erzählt er mir.

Erinnerungen wecken und neues entdecken

Und das Konzept geht auf: „Es gibt Keinen, dem das hier nicht gefällt“, sagt Ullenboom. Praktikant Patrick macht heute eine Führung für seine Freunde. Die sind von der kleinen 80er-Jahre-Konsole so begeistert, dass sie sie gleich abkaufen und mitnehmen wollen. Das letzte Mal Tennis haben sie damit vor 14 Jahren gespielt.

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Konsole aus den 80ern. Foto: Melina Grundmann
Patricks Freunde wollen die Konsole am besten gleich kaufen. Foto: Melina Grundmann
Patricks Freunde wollen die Konsole dem Museum am liebsten direkt abkaufen. Foto: Melina Grundmann

Von der allerersten Konsole, der „Magnavox Odyssey“, die 1972 von Ralph Bear erfunden wurde und den Beginn der Videospielindustrie markiert, bis zur aktuellen PS4 oder Xbox One – das Binarium hat sie alle. Die untere Etage des Museums, das in einem alten Zechengebäude untergebracht ist, wurde vor knapp vier Wochen eröffnet, die obere Etage soll diesen Sommer folgen. Insgesamt 800 Exponate werden dann hier zu sehen sein, Tendenz steigend. Ullenboom sieht sein Museum als einen Organismus, der lebt und sich verändert. „Jedes Jahr wird sich etwas verändern, neues kommt hinzu“.

Das Museum in Zahlen

    • 700 Exponate
    • 250 Telespiele und Spielekonsolen
    • 200 Heimcomputer
    • 41 Jahre Computer Geschichte
Die erste kommerzielle Videospielkonsole der Welt. Foto: Melina Grundmann
Die erste kommerzielle Videospielkonsole der Welt. Foto: Melina Grundmann

Der Plan zu dieser Sammlung kam Christian Ullenboom ganz spontan im Jahr 2011. Ab da hieß es dann sammeln, ankaufen und weiter sammeln. Denn anders, als man vielleicht denken würde, hatte er keine eigenen Sammlerstücke zuhause. Ein besonderes Verhältnis zu Technik und Computern gibt es dennoch. Ohne seinen C64 Heimcomputer, auf dem er früh mit dem Programmieren anfing, hätte der studierte Informatiker wahrscheinlich eine andere Laufbahn eingeschlagen.

Und so entwickelte er das Konzept fürs Binarium: „Bei uns steht das, was man sonst nur aus unscharfen Bildern in der Google-Suche kennt, nur wenige Meter voneinander entfernt“.

Binarium – Digitales Erlebnis-Center, Hülshof 28, 44369 Dortmund. 

www.retrobude.de, Eintritt: 5 Euro 

Aktuell ist das Museum noch auf der Suche nach interessierten Sponsoren sowie Praktikanten, Kontaktadresse: info@retrobude.de