Montag, 24. September 2018

Der Regionalverband Ruhr (RVR) will den Fahrradverkehr stärken. Im östlichen Ruhrgebiet soll das Wegenetz zwischen den Städten künftig auf 460 Kilometer anwachsen. Jetzt hat der RVR seine Planungen dazu vorgestellt.

Geld für Radwege ist nicht immer da. Sollten Bund und Land dafür aber etwas übrig haben, dann kann Martin Tönnes, Planer beim RVR, den passenden Plan aus der Schublade ziehen. Den stellen Vertreter des Regionalverbands derzeit den Kommunen vor. „Es handelt sich um einen Zukunftsplan, analog etwa zu einem Verkehrswegeplan“, sagt Tönnes.

Tönnes hält das Gesamte Netz für eine Riesenchance, sagte er am Dienstagnachmittag (15. Mai) bei der Vorstellung der Planungen im Rathaus. Insgesamt sollen die Radwege dazu beitragen, das Fahrrad als Fortbewegungsmittel zwischen den Städten zu etablieren. Das Ziel: Der Radverkehr soll einen Anteil von 25 Prozent im Verbandsgebiet haben.

Was sieht der Plan vor?

Grundsätzlich sollen durch die Radwege alle Städte im gesamten Ruhrgebiet möglichst direkt verbunden werden. Einen Großteil der Schnellverbindungen macht in Dortmund der Radschnellweg Ruhr (RS1) aus. Doch auch der Radweg am um den Wall findet sich in dem Plan wieder. Geht es nach dem RVR, muss hier in Zukunft ebenfalls etwas passieren.

Radfahren RVR Dortmund RS1
Mit diesen Radwegen will der RVR die Städte im östlichen Ruhrgebiet verbinden. Gelb: bis 500 Radfahrer am Tag; Grün: 500 bis 2000 Radfahrer am Tag; Blau: Radschnellweg. Grafik: RVR

Ausdrücklich nicht im Plan enthalten sind Querverbindungen innerhalb der Stadtgebiete. Um die müssen sich die Kommunen selbst kümmern.

Der RS1 (blau) wird auch in Dortmund die Hauptachse des Netzes darstellen. Er führt von Duisburg bis nach Hamm. In Dortmund tangiert er im Süden den Stadtring. Zusätzlich sind Nachbarstädte wie Schwerte, Castrop-Rauxel, Kamen und Unna über Hauptradwege angebunden. Richtung Herdecke und Hagen führt ein schmalerer Regionalradweg. Alle sollen eine Asphaltdecke bekommen.

460 Kilometer Radwege geplant

Der RVR plant…

    • 59 Kilometer Radschnellverbindungen (blau, größtenteils RS1)
    • 200 Kilometer Hauptradwege (gelb)
    • 197 Kilometer regionale Radverbindungen (grün)

Wie geht der RVR vor?

Zunächst zieht der RVR Linien. „Wir schauen: Wie ist die kürzeste Verbindung zwischen den Städten“, sagt Thomas Pott vom Planungsteam Mobilität. In die detaillierte Wegführung werden anschließend Bahnhöfe, Pendlerrouten und Industriestandorte einbezogen.

Auch bestehende Trassen werden genutzt. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass die Radfahrer hier später keine Genießerrouten vorfinden werden. Obwohl es sich eher um ein Freizeitnetz handelt, finden sich etwa ein Drittel der Radwege auch im Alltagsnetz wieder.

Politik muss zustimmen

Um beim Bund besser um Mittel werben zu können, sollen nun berechnet werden, wie viel Abgase durch mehr Radfahrer eingespart werden könnten. Sollten dann Gelder frei werden, kann theoretisch sofort gebaut werden. So wie beim Gartenstadt-Radweg, der Nord-Süd-Trasse östlich der Innenstadt. Das 20-Millionen-Euro-Projekt nennt Tönnes „einen wichtigen Lückenschluss“.

„Die politische Fachkompetenz vor Ort soll eingebunden werden.“ Sprich: Die Lokalpolitiker werden von Anfang an beteiligt und können kritische Stellen sofort benennen. Schließlich muss die Politik am Ende zustimmen, wenn es ans Bauen geht. Dafür haben die Kommunen die Datensätze der Planer bekommen. Dieser Beteiligungsprozess läuft noch ein Jahr. Dann können die Fachausschüsse entscheiden. Mit einem Beschluss rechnen die Planer vom RVR ab Mitte 2019.

Auf einen Zeitraum, wann das gesamte Netz fertig sein soll, wollten sich die Planer aber nicht festlegen.

Unterschiedlich breite Wege

Die unterschiedlichen Farbcodes stehen auch für unterschiedliche Ausbaustufen der Radwege. Der RS1 soll mindestens vier Meter breit sein, während sich Radfahrer und Fußgänger auf Regionalrouten den Weg teilen müssen.

Wer mehr über diese Pläne des RVR erfahren möchte, sollte sich dieses PDF ansehen.

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