Wie die Stadt Dortmund am Donnerstagnachmittag mitteilte wird der Dorstfelder Wohnkomplex Hannibal aus Brandschutzgründen geräumt. „Diese unvermeidliche Sicherheitsmaßnahme ist zum Schutz der dort lebenden Mieterinnen und Mieter laut Beschluss des Krisenstabes unumgänglich“, heißt es von der Stadt Dortmund.

Geräumt werden sollen die gesamten Gebäude des Komplexes an der Vogelpothsweg 12 bis 26. Ob und wann die Mieter wieder in ihre Wohnungen zurück können, ist noch nicht absehbar.

Update, 18 Uhr: Die Evakuierung des „Hannibal“ in Bildern

Das war die Pressekonferenz der Stadt Dortmund

„Hannibal“ wohl für Monate unbewohnbar

Update, 17.28 Uhr: Die Pressekonferenz wurde beendet. Die Stadt Dortmund wird am Freitagmorgen erneut in einer Pressekonferenz über den Ablauf der Evakuierung informieren.

Update, 17.25 Uhr: Wahrscheinlich wird der Hannibal Dorstfeld eher für Monate als für Tage nicht bewohnbar sein, so Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabs der Stadt Dortmund.

Update, 17.24 Uhr: Rainer Stücker vom Mieterverein Dortmund ergänzt und korrigiert die Angaben der Stadt: Im Hannibal gibt es 412 Wohnungen. Es gibt seit Jahren einen Leerstand von etwa 100 Wohnungen. In der letzten zeit sind jedoch einige Flüchtlingsfamilien im Haus eingezogen, darum dürften dort nun mehr Wohnungen bewohnt sein.

Hunderte Einsatzkräfte bei Evakuierung

Update, 17.21 Uhr: Für die Evakuierung und Unterbringung der Mieter werden mehrere Hundert Einsatzkräfte im Einsatz sein.

Update, 17.19 Uhr: Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabs: „Uns geht es jetzt erstmal um die Mieter. Die Kosten, die für die Evakuierung und Unterbringung anfallen, werden wir zusammentragen und dem Wohnungsunternehmen in Rechnung stellen.“

Update 17.16 Uhr: Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabs: „Wir haben keine Hinweise, dass es auch im Hannibal 1 in der Nordstadt Mängel gibt. Mängel sind nur auf Umbauarbeiten zurückzuführen, die Bausubstanz ist in Ordnung.“

Update, 17.14 Uhr: Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabs: „Wie lange die Mieter aus dem Haus müssen, ist noch nicht genau absehbar. Für Mieter, die komplett ausziehen, wird ein Auszugsservice für den Umzug der Möbel bereitgestellt.“

Helmut-Körnig-Halle wird Notunterkunft

Update, 17.12 Uhr: Die Pressekonferenz der Stadt Dortmund hat begonnen. Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabs: „Wir haben das Gebäude am Dienstag im Rahmen einer Ortsbesichtigung der Bauordnung und der Feuerwehr besichtigt. Gestern ist die Entscheidung getroffen worden, dass gehandelt werden muss. Heute hat der Krisenstab getagt. Die Firma Intown hat Umbaumaßnahmen vorgenommen. Dadurch gibt es jetzt durch Abzugs-Schächte Verbindungen in alle Wohnungen hinein. Bei einem Brand würden die Wohnungen schnell verrauchen. Es gibt außerdem keine ausreichenden Rettungswege, die im Brandfall nicht verraucht werden. Darum ist ein unmittelbares Handeln erforderlich“, sagt Wilde.

Er macht auch deutlich, wie groß die Gefahr für die Bewohner ist: „Es geht um eine akute Gefahr für Leib und Leben. Die sofortige Evakuierung halten wir für die einzig gerechtfertigte Lösung. Damit wird jetzt begonnen. Inwiefern der Vermieter daran mitwirkt, ist noch offen. Der Freizug des Gebäudes soll geordnet passieren. Für die fast 800 Mieter in 450 Wohnungen soll eine geeignete Unterkunft sichergestellt werden. Für die kommende Nacht ist das die Helmut-Körnig-Halle. Danach wollen wir für geeigneten Wohnraum für die Mieter sorgen. Das können leerstehende Wohnungen und städtische Unterkünfte sein. Wir wollen auch die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedensten Mieter berücksichtigen. Wir werden einen Schulbusbetrieb organisieren für Schulkinder, die umziehen müssen. Die Kinder, die morgen nicht in die Schule gehen können, sind vom Unterricht befreit“, sagt Wilde.

In der Nacht werden Ordnungsdienst und Polizei vor Ort sein, wir werden alle Mieter informieren. In der Körnighalle gibt es um 22 Uhr eine Informationsveranstaltung für alle, die dann schon da sind.

Update, 16.30 Uhr: Für den Mieterverein Dortmund ist der Hannibal in Dorstfeld kein unbekanntes Gebäude. Schon seit Jahren gibt es dort immer wieder Beschwerden über Mängel, wie Rainer Stücker, Geschäftsführer des Mietervereins, auf Anfrage von Dortmund24 erklärte. Seitdem die Berliner Firma Intown Properties die Immobilie übernommen habe, seien bekannte Probleme nicht ausreichend behoben worden. Mieter des Hannibal haben Stücker mitgeteilt, dass die Hausverwaltung bereits am vergangenen Wochenende einen Besuch der Feuerwehr für Montag, den 18. September angekündigt hatte.