Bild: Dortmund24/Freddy Schneider

Die Anwohner in Grevel sind nicht begeistert davon, mehr Mastbullen in ihrer Nachbarschaft zu haben. Deshalb haben sie jetzt eine Bürgerinitiative gegen die Pläne eines Bauern gegründet – erhalten dabei auch Unterstützung durch die Politik.

Die Landwirte Heribert und Konstantin Breuker haben einen Mastbullen-Betrieb mit insgesamt 200 Tieren. Wegen eines Bauantrags bei der Stadt befürchten die Anwohner des nahe gelegenen Stadtteils Grevel, dass der komplette Betrieb vergrößert werden soll – zum Leid der Anwohner. Auf Anfrage der Ruhr Nachrichten bestritten die beiden Landwirte, ihre Bullenmast vergrößern zu wollen. Sie schließen es aber für die Zukunft nicht aus.

An dem Bereich der Greveler Straße sollen laut einem Bauantrag, Futtersilos zur Versorgung der Rinder, zwei Hallen mit 107 Metern Länge und ein Wohn-/Geschäftshaus gebaut werden.

Mehr Verkehr, mehr Lärm und weniger frische Luft

Die Anwohner sind besorgt, dass so ein Mastbetrieb für mehr Verkehr an der Greveler Straße sorgt. So ein Betrieb hat einen großen logistischen Aufwand, damit würden regelmäßig große Laster durch den Stadtteil fahren. Außerdem soll durch die zwei großen Hallen die angrenzende Wohnbebauung gestört werden. Dadurch soll die natürliche Frischluftschneise, die in dem Wohngebiet für frische Luft sorgt, zugebaut werden. Die SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Scharnhorst hält diese, gerade in den heißen Sommermonaten, für notwendig.

SPD-Fraktion spricht sich dagegen aus

Die vor kurzem gegründete Bürgerinitiative bekommt bei ihrem Vorhaben, den Bau zu unterbinden, Unterstützung von der Politik. Die SPD-Fraktion hat sich im Sommer intensiv mit dem Bauvorhaben für den Mastbullenbetrieb auseinandergesetzt. Sie sieht das Vorhaben extrem kritisch, so eine große Rinderzucht sei in einem Landschaftsschutzgebiet einfach nicht vertretbar.

Fürsprecher finden die beiden bauern dagegen bei der CDU – und zwar in Person von Uwe Waßmann, Sprecher der CDU Fraktion für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen. Als „beispiellos“ bewertet der Ratsvertreter die Vorgänge um das geplante Bauvorhaben. Vonseiten der SPD und der Linken sei es zu „einer Art öffentlichen Kesseltreiben“ gegen den Landwirt gekommen. „Und das ist völlig inakzeptabel“, so Waßmann. Der CDU-Mann wirft den Politikern sogar Mandatsmissbrauch vor, „um einen auszuwischen“.

Da das Fahrsilo für die Landwirte existenziell sei, plädieren Waßmann und die CDU für den Bau. Zumal der Landwirt seinen Betrieb bereits seit Jahren betreibe und dazu gehöre schon immer auch Viehzucht. Waßmann: „Das geschieht derart still und leise, dass es viele Bürger gar nicht wissen.“

Landwirt in der Kritik

Erst vor einigen Wochen ist Landwirt Heribert Breuker übrigens in die Kritik geraten, weil er angeblich mit illegalen Baumfällungen die Brutplätze für 70 Graureiherpaare vernichtet haben soll. Der Landwirt will an der Stelle das neue Futtersilo für seine derzeitigen 200 Bullen bauen. Das alte Silo musste stillgelegt werden, weil es in einem Hochwasserschutzgebiet war.

Wie es mit dem Bau weiter geht entscheidet der Stadtrat. Ob das bei der nächsten Sitzung am 27. September passiert, steht noch noch nicht fest. Heribert Breuker hat angekündigt, falls der Bau abgelehnt wird, vor das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen zu ziehen.