Freitag, 21. September 2018

Fünf Monate nachdem das Amazon-Logistikzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte an den Start gegangen ist, war am Donnerstag die offizielle Eröffnung. Vor den Augen von Politikern, Wirtschaftsvertretern und anderen Ehrengästen hat Amazon Roboter präsentiert, die das US-Unternehmen in Deutschland erstmals testet. Dortmund24 hat sie sich etwas näher angeschaut.

Kisten auf Paletten stellen und die Paletten dann zu den Lkw bringen – es ist zugegebenermaßen eine lästige Arbeit, die in vielen Betrieben immer noch Menschen verrichten. Im Logistikzentrum in Dortmund will man fünf Monate nach der Eröffnung andere Wege gehen. Das Unternehmen testet Roboter der Schweizer Firma ABB.

Ängste vor Arbeitsplatzverlusten brauchen Amazon-Mitarbeiter in Dortmund offenbar aber nicht zu haben. Standortleiter Lars Krause versicherte am Donnerstag, dass die Roboter die Arbeit der Mitarbeiter unterstützen sollen. „Sie sollen die Mitarbeiter keinesfalls ersetzen“. In seiner Eröffnungsrede betonte Krause, man habe in Dortmund viele sichere Arbeitsplätze geschaffen und wolle damit auch weitermachen.

„Nicht nur einfache Jobs“

Von der Stadt Dortmund gab es dafür Worte voll des Lobes. „Die Arbeitsplätze sind hier breit gefächert, es sind nicht nur einfache Jobs“, sagte Planungsdezernent Ludger Wilde am Donnerstag. Die Westfalenhütte, so Ludger Wilde, sei ein „wirtschaftlicher Tausendfüßler“ geworden  – „und Amazon ist das I-Tüpfelchen“.

Nicht nur das US-Unternehmen investiert weiter in den Standort – Stichwort Roboter – auch die Stadt hat angekündigt, die Infrastruktur an der Westfalenhütte nach und nach verbessern zu wollen. So ist in Zukunft der Ausbau der Stadtbahn-Linie U44 geplant.

Amazon Dortmund gewährte am 14. November 2017 einen Einblick in sein Logistikzentrum an der Brackeler Straße / Kaltbandstraße auf der Westfalenhütte. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Roboter heben diese vorsortierten schwarzen Kisten auf Paletten. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Aktuell kommen rund 30 Prozent aller „Amazonians“, wie sie in Anlehnung an die ehemaligen Hoeschianer genannt werden, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Die Quote soll in den nächsten Jahren weiter steigen.

Steigen soll auch die Zahl der Roboter, die im sogenannten „Outbound“-Bereich im Logistikzentrum bei der Arbeit helfen. Aktuell laufen die Roboter im Testbetrieb. Mehrere kleine und ein großer Roboter sollen am Ende Artikel für den Versand vorbereiten. Während die kleinen Roboter versandfertige Kisten auf Paletten heben, bearbeitet der große Roboter die fertige Palette. „Das ist aber keine technische Sensation“, betont Sprecherin Antje Kurz-Möller. In der Autoindustrie würden solche Roboter seit Jahrzehnten genutzt. „Aber für uns ist es schon eine Weiterentwicklung.“

Hintergrund: Vom Amazon-Logistikzentrum in Dortmund werden Waren nicht an Haushalte, bzw. bestellende Endkunden geliefert, sondern an andere Logistikzentren in Deutschland. Erst von da aus wird die Ware an Endkunden geliefert. Laut Unternehmen sollen dadurch Lkw-Verkehre reduziert werden.

Zum Thema Amazon in Dortmund haben wir eine Reihe weiterer Artikel veröffentlicht. Zum Beispiel:

Kracher der Woche: Amazon ist nicht nur böse
Dieses Fazit zieht Amazon nach drei Monaten
Dortmund24 bei Amazon: Zu Gast in Dortmunds Kathedrale der Arbeit
Amazon startet: Neuer Bus fährt, mehr Verkehr an der Westfalenhütte droht
Kracher der Woche: Amazon-Ansiedlung ist mit Vorsicht zu genießen

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