Bild: dpa

Das Polizeipräsidium Dortmund hat bei einer Pressekonferenz am Donnerstag (10. Januar) auf die Geschwindigkeitsübertretungen und die Raserszene im Jahr 2018 zurückgeblickt. Fest steht: Es wurde viel geblitzt und es wird zukünftig noch mehr geblitzt.

Die Bilanz von 2018:

  • 3000 Fahrzeuge geblitzt
  • Es gab 38 Rennen, davon 30 Rennen auf dem Wall
  • Es gab 9 Schwerverletzte und 4 Leichtverletzte

Besonders beunruhigend fand die Polizei Dortmund die Zahlen des neuen Blitzers am Ostwall. Dieser hat innerhalb einer Woche 800 Fahrer geblitzt. Die höchste Geschwindigkeitsübertretung lag bei 96 Stundenkilometern. Erlaubt sind an dieser Stelle gerade mal Tempo 50.

„Das ist besonders erschreckend, vor allem, weil der Blitzer dort gut sichtbar steht“, sagt Ralf Ziegler, Direktionsleiter Verkehr.

Zwei neue Blitzer am Wall geplant

Aus diesem Grund möchte die Stadt in diesem Jahr zusätzlich zwei neue Blitzer am Wall installieren: Einen am Hiltropwall und einen zweiten am Königswall. Damit wäre der Wall dicht.

Der neue Blitzer an der Autobahn würde seinen Zweck erfüllen: „Wir verändern den Standort des mobilen Blitzers immer wieder und werden das auch zukünftig tun. Bei diesem Blitzer haben wir einen positiven Effekt bemerkt. Nach zwei Tagen senken die Autofahrer im Schnitt ihr Geschwindigkeitsniveau in der Baustelle“, so Ziegler.

Was die Raserszene in Dortmund betrifft, so soll es ebenso verstärkte Kontrollen geben. „Wir wollen die Raserszene eingrenzen“, sagt Ralf Ziegler. Von Auflösen ist die Rede. Denn Anwohner klagen immer wieder über Lärmbelästigung.

Aus diesem Grunde haben Polizei, Tiefbauamt und Ordnungsamt vor einem Jahr den „Runden Tisch zur Bekämpfung der Raserszene“ gegründet, der einmal im Quartal tagt.

Zeugen sollen sich unbedingt bei der Polizei melden

Der Direktionsleiter gibt einen entscheidenden Hinweis an mögliche Zeugen: „Bei den Rasern am Wall fehlen uns oft die Zeugenaussagen. Die würden uns bei den Ermittlungen deutlich weiterhelfen.“ Jeder, der sich durch einen Raser gefährdet gefühlt hat oder sogar von ihm gestreift wurde, solle dies unbedingt bei der Polizei melden.

Jana Sosnovskaja von der Staatsanwaltschaft berichtet von Paragraf 315d, den es erst seit Oktober 2018 gibt. „Mit diesem Paragrafen ist es uns möglich, härter gegen die Raser vorzugehen.“

Bisher galt das Rasen lediglich als Ordnungswidrigkeit und wurde mit einer Geldstrafe bis zu 400 Euro oder einem Fahrverbot geahndet. Seit Einführung des neuen Paragrafen, sei das Rasen auch unter Strafe gestellt, wenn es keine Verletzten gibt.

Das Gericht kann eine Freiheitsstrafe verhängen oder das Auto einziehen

Auf die Raser kann seitdem eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren kommen. Bei einer konkreten Gefährdung kann diese bis auf fünf Jahre ausgeweitet werden. Bei einem schweren Verkehrsunfall oder sogar einem Tod können sogar bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe daraus werden.

Aktuelle Top-Themen:

Der Paragraf 315f erlaubt es dem Gericht mittlerweile, das Fahrzeug des Rasers, auch über Dritte einzuziehen.