Bild: Daniel Karmann/dpa

Feiertag im Ruhrpott. Das Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund (8. Dezember 2018, 15.30 Uhr) bringt Vorfreude. Wo liegen die großen Stärken von S04 und dem BVB? Die Statistikportale für absolute Fußballnerds „whoscored.com“ und „wahretabelle.de“ geben Antworten.

S04 gegen BVB. Es ist das wohl wichtigste Spiel der Saison. Schon Tage vorher gehen die Diskussionen in Büros, Cafés oder innerhalb der Familie über das Revierderby los. Die Stärken von Borussia Dortmund sind in dieser Saison offensichtlich. Doch wo liegen die Schwächen?

Vor dem Revierderby: BVB und Schwächen?

Die Dortmunder haben laut dem Statistikportal „whoscored.com“ zwei nennenswerte Schwächen.

Schwächen von Borussia Dortmund vor dem Derby

  • Kopfballduelle (schwach)
  • Chancen für den Gegner vermeiden (schwach)

Der BVB gewinnt wenig Kopfballduelle. Ein Blick auf die Kopfballungeheuer der Bundesliga bestätigt diesen Wert. Von Borussia Dortmund schafft es zum jetzigen Stand kein Spieler in die Top-20-Tabelle (Quelle: bundesliga.com) der gewonnenen Luft-Zweikämpfe.

+++ Revierderby: In diesem Statistikwert ist S04 besser als der BVB +++

Auf den ersten drei Plätzen stehen Sébastien Haller (Eintracht Frankfurt) mit 81, Yussuf Poulsen (RB Leipzig) mit 68 und Niclas Füllkrug (Hannover 96) mit 67 gewonnenen Kopfballduellen.

Bester Kopfballspieler beim BVB und trotzdem nicht gut. Der 196 Zentimeter große Dan-Axel Zagadou. Foto: Bernd Thissen/dpa
Bester Kopfballspieler beim BVB und trotzdem nicht gut. Der 196 Zentimeter große Dan-Axel Zagadou. Foto: Bernd Thissen/dpa

Erst auf Platz 21 und dann auf Platz 41 kommen Dan-Axel Zagadou mit 50 und Lukasz Piszczek mit 32 gewonnenen Kopfballduellen.

Der BVB kann (wenige) Chancen nicht verhindern

Borussia Dortmund hat mit 13 Gegentoren die aktuell zweitbeste Abwehr der Liga. Zagadou, Diallo und Co. lassen laut „wahretabelle.de“ 51 Chancen (auf das Tor) und 92 Schüsse (neben das Tor) zu. Das ist wenig.

Laut „whoscored.com“ ist der Wert für „Chancen für den Gegner vermeiden“ trotzdem als „schwach“ eingeordnet. Das mag daran liegen, dass die zugelassenen Chancen in der Algorithmus-Berechnung hätten vermieden werden können.

Wie funktioniert whoscored.com?

Laut dem Herausgeber sollen sowohl Medien, Buchmacher als auch Fußballklubs die gesammelten Informationen von whoscored.com benutzen.

Die Bewertungen und Werte basieren auf einem einzigartigen und vergleichbaren Statistik-Algorithmus, der während einer Partie ständig aktualisiert wird.

Schnittstellenpässe werden anders bewertet als Passgenauigkeit

Über 200 einzelne Statistiken wie die Spieler- und Teambewertungen sowie die Gewichtung der Aktionen sollen in den Algorithmus mit einfließen. Also Pässe, Zweikämpfe, Chancen, Tore und Vorlagen. Es geht aber auch detaillierter.

So wird ein gewonnener Zweikampf im eigenen Strafraum höher bewertet als einer im Mittelfeld. Schnittstellenpässe werden generell anders bewertet als eine hohe Passsicherheit.

„whoscored.com“ unterscheidet dann bei Spielern und Vereinen in vier Kategorien: „sehr stark“, „stark, „schwach“ und „sehr schwach“.

Beim Revierderby steht der S04 vor Zerreißprobe

Der FC Schalke 04 hat für die Fans viele Schwächen. Nur 14 Tore, ein schwacher Sturm und nur vier Siege. Die Champions League ist in weite Ferne gerückt. Doch was sagen die Zahlen?

Schwächen vom FC Schalke 04 vor dem Derby

  • Chancenverwertung (schwach)
  • Abwehr von Standards (schwach)
  • Fouls in gefährlichen Sektoren (schwach)
  • Abseits vermeiden (sehr schwach)
Schalke hat die eine oder andere Schwäche vor dem Revierderby. Foto: Uwe Anspach/dpa
Schalke hat die eine oder andere Schwäche vor dem Revierderby. Foto: Uwe Anspach/dpa

Laut „wahretabelle.de“ hat S04 insgesamt 118 Schüsse auf das Tor abgegeben und braucht im Schnitt 8,43 Schüsse für ein Tor. Zudem gab es 56 Großchancen. Zum Vergleich: Der BVB hat 117 Schüsse (68 Großchancen) abgegeben und braucht 3,16 Schüsse für ein Tor.

Revierderby könnte durch Standards entschieden werden

Insgesamt fünf Gegentore fielen durch Standardsituationen – Ecken oder Freistöße. Zwei Gegentore gab es durch Elfmeter. Das sind sieben Tore nach ruhenden Bällen. Die Königsblauen sind zudem mit 28 gelben und zwei roten Karten das unfairste Team der Bundesliga. Zum Vergleich: Der BVB hat drei Gegentore nach Standards und ein Elfmeter-Gegentor.

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Laut „wahretabelle.com“ lief die Elf von Domenico Tedesco insgesamt 36 Mal ins Abseits und ist damit hinter den Bayern (38) auf dem zweiten Platz.

Am Samstag (8. Dezember) gilt im Revierderby aber keine Statistik. Der alte Satz von „Adi“ Preißler kommt da wieder zum Vorschein: „Entscheidend is auf’m Platz.“