Mit „Sebaaaaaaaaaaaastian“ wird bei BVB in Zukunft alles besser. Die Fans fühlen sich ein Stück in den Sommer 2008 erinnert, als ein gewisser Jürgen Klopp in der Vorstellungs-Pressekonferenz Vollgasveranstaltungen versprach. Hier sind vier Gründe, warum mit Sebastian Kehl der Erfolg zu Borussia Dortmund zurückkehrt. 

Sind wir mal ehrlich – nur mit großer Anstrengung können sich BVB-Fans an irgendetwas Positives in der vergangenen Saison erinnern. Die Aktionen auf den Außen von Pulisic oder Sancho zum Beispiel. Ansonsten war die Fußball-Bundesligasaison 2017/18 eher der bekannte Griff in das WC. Die neue Saison läuft formell seit knapp einer Woche. Bei Borussia Dortmund ist einiges neu. Neue Spieler, neue Trainer aber auch ein neues, „altes“ Gesicht – Sebastian Kehl ist seit 1. Juli 2018 Leiter der Lizenzspielerabteilung.

Hier sind 4 Gründe, warum mit „Sebaaaaaaastian“ Kehl der Erfolg zum BVB zurück kommt:

1. Weil es eine „Causa Dembele“ nicht mehr geben wird

Natürlich standen auch wir sabbernd auf der Tribüne oder saßen vor dem TV als Wunderkind Ousmane Dembele Tricks machte, bei denen sich Normalsterbliche die Beine brechen würden. Auch die Salti von Aubameyang oder die Tempoläufe von Mkhitaryan waren jedes Mal schön. Aber die Spieler bleiben nicht aus diesen Gründen in den Erinnerungen von Borussia Dortmund. Vor allen Dingen Aubameyang und Dembele stehen jetzt schon symbolisch für den negativen Höhepunkt der 2010er Jahre.

Mit der Verpflichtung von Sebastian Kehl soll genau das anders werden. Die Hoffnung ist da, dass bei Borussia Dortmund wieder andere Werte vermittelt werden. In der Pressekonferenz sprach Kehl von Disziplin, Respekt, Bodenständigkeit und Leistungsbereitschaft – es wäre dem Verein und besonders den Fans zu wünschen, dass sich aktuelle und zukünftige Spieler an diesen Kodex halten.

2. Weil eine Grätsche Fans und Mannschaft versöhnt

Es bringt nichts, ein oder zwei super Spieler zu haben, wenn die anderen nicht bereit sind, für diese zu arbeiten. Eine Mannschaft muss auf dem Platz eine Einheit sein. Besonders bei der Weltmeisterschaft können Fans beobachten, dass nur als Einheit funktionierende Mannschaften im Viertelfinale stehen. Borussia Dortmund war vor allen Dingen unter Jürgen Klopp häufig schlechter als der Gegner. Aber meistens waren die Spieler bereit, mehr zu leisten und füreinander da zu sein. Genau das soll Sebastian Kehl den Spielern vermitteln.

Wenn das wieder funktioniert, dann wird auch die Südtribüne wieder die unvergleichliche Kraft entwickeln, wie in den legendären Spielen – gegen München im April 2012 (1:0), gegen Malaga im April 2013 (3:2) oder gegen Schalke im September 2008 (3:3). Natürlich schaut sich jeder gerne einen Übersteiger an. Aber in Dortmund reicht schon eine perfekt getimte Grätsche.

3. Weil er eine Identifikationsfigur und Vorbild ist

Sebastian Kehl war insgesamt 13 Jahre lang Spieler bei Borussia Dortmund. Er kam im Winter 2002 mit der Aussicht, dass der BVB für die 2000er Jahre um Champions League und Meisterschaft spielen würde. Es kam anders. Doch im Gegensatz zu Spielern wie Tomas Rosicky, Christoph Metzelder oder Amoroso verließ er nicht das sinkende Schiff, sondern wurde mit Spielern wie Kringe, Dede und Weidenfeller zu einer der Figuren der 2000er Jahre und später zu einer der Säulen des Wiederaufstieges.

Als Leiter der Lizenzspielerabteilung kann er als unumstrittenes Vorbild agieren. Vielleicht gibt es unter den Neuzugängen – Delaney, Diallo, Wolf und Co. – oder auch bei den aktuellen Jungprofis – Sancho, Pulisic, Philipp und Co. – den einen oder anderen, der den BVB lange zu schätzen weiß. In der Pressekonferenz betonte Kehl, Spieler sollten wissen, dass Borussia Dortmund etwas ganz Besonderes ist.

4. Weil er „gut mitte Schnute“ ist.

„Kehli“ kommt mit der Erfahrung seiner Profijahre, mit einem Sportmanagement-Studium der UEFA und einem Praktikum bei der DFL zu Borussia Dortmund. Er hat auch seine Trainerscheine gemacht und bei der DFB-Akademie gearbeitet. Beim ZDF zeigte er zudem soziale Kompetenzen – oder wie man in Dortmund sagen würde: „Der is‘ gut mitte Schnute“.

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