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BVB profitiert und ist doch im Nachteil. An den ersten beiden Spieltagen in der Bundesliga gab es wiedermal heftige Diskussionen um den Videobeweis (VAR). Schon in der vergangenen Saison sorgte der VAR (Video Assistent Referee) für große Diskussionen.

Doch die Einführung des VAR ist für den BVB eigentliche eine gute Sache. Denn Dortmund profitiert vom Videobeweis. Laut der Schiedsrichter-Community wahretabelle.de hätten die Jungs aus Dortmund sogar in der vergangenen Saison Vizemeister werden können.

BVB und Stuttgart haben profitiert – S04 und Leverkusen hatten Pech

Laut „Collinas Erben“, einem bekannten Blog über Schiedsrichter, haben der VfB Stuttgart (neunmal) und der BVB (achtmal) in der letzten Saison am meisten vom VAR profitiert. Der BVB hat insgesamt drei Elfmeter und ein Tor zugesprochen bekommen. Außerdem wurden in den Dortmund-Spielen jeweils zwei Tore des Gegners aberkannt und zwei Platzverweise für den Gegner ausgesprochen.

Der Video-Beweis kam dem BVB in der vergangenen Saison sehr entgegen. Foto: Collinas Erben
Der Video-Beweis (VAR) kam dem BVB in der vergangenen Saison sehr entgegen. Foto: Collinas Erben

Kurioserweise hat Schalke als Vizemeister einen großen Nachteil durch den VAR erlebt. Ganze sieben gravierende Korrekturen mussten der BVB-Konkurrent hinnehmen. Am schlimmsten erwischte es allerdings Bayer Leverkusen. Der VAR erkannte der Werkself drei Tore ab. Zudem gab es zwei Platzverweise. Auch nahmen die Schiedsrichter einen Elfmeter zurück und sprachen dem Gegner zwei zu.

Collinas Erben: „Die Eingriffsschwelle ist insgesamt zu niedrig“

Alex Feuerherdt von Collinas Erben hat sich den VAR in der vergangenen Saison intensiv angeschaut und bescheinigt ihm eine mäßige Saison:“ Es gab in der Hinrunde der vergangenen Saison manche Kritik an Interventionen durch die Video-Assistenten (VAR), weil die Eingriffsschwelle insgesamt (zu) niedrig lag und nicht immer berechenbar war. Das besserte sich in der Rückrunde allerdings deutlich.“

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Aber auch dort gab es gleich mehrere Kuriositäten. Denkt man etwa an das BVB-Tor zum 2:0 gegen den 1.FC Köln zurück, dass obwohl es vorher abgepfiffen wurde, später gezählt hat, ist man von Perfektion doch sehr weit weg. Nichtsdestotrotz waren nach DFB-Auswertungen rund 80 Prozent der VAR-Eingriffe korrekt.

BVB hatte ein kurioses Tor

Zu der brisanten Konstellation mit BVB und S04 (siehe oben) meint Feuerherdt: „Natürlich fällt es auf, wenn Klubs besonders häufig VAR-gestützte Entscheidungsänderungen zu ihren Gunsten erfahren und andere zu ihren Ungunsten. Und natürlich sorgt es für Debatten und Spekulationen unter den Fans, wenn der BVB zu den einen Klubs gehört und Schalke 04 zu den anderen.“

„Aber wenn man die einzelnen Entscheidungen nüchtern analysiert, stellt man schnell fest, dass weder eine absichtliche Bevorzugung der einen noch eine gezielte Benachteiligung der anderen gegeben war. Und manche Häufungen – etwa im Bereich nachträglich zuerkannter Elfmeter für oder gegen sich – erklären sich vermutlich am ehesten, wenn man einen Blick auf die je verschiedene Spielweise und das Zweikampfverhalten wirft“, sagt Feuerherdt.

Laut wahretabelle.de wäre der BVB Vizemeister

Eine interessante Erkenntnis liefert die Schiedsrichter-Community www.wahretabelle.de. Laut dieser Community hatte der BVB sogar noch Pech mit den (gesamten) Entscheidungen der Schiedsrichter in der Saison 2017/18. In der Realität erreichte Borussia Dortmund den vierten Rang. laut wahretabelle.de wäre es sogar die Vizemeisterschaft. Borussia hätte fünf Punkte mehr , drei Tore mehr und drei Gegentore weniger.

Die sogenannte "Wahre Tabelle" der Saison 2017/18 - Screenshot von der Seite www.wahretabelle.de. Screenshot: Dennis Liedschulte/Ruhr24
Die sogenannte „Wahre Tabelle“ der Saison 2017/18 – Screenshot von der Seite www.wahretabelle.de. Screenshot: Dennis Liedschulte/Ruhr24

Die Community www.wahretabelle.de basiert auf den Votings der Mitglieder (insgesamt an die 9000 Community-Mitglieder). Die Mitglieder diskutieren und stimmen in ihrem Forum über jede strittige Szene ab – am Ende entscheidet ein Kompetenzteam über die strittige Szene. Ein wichtiger Satz sollte bei jeder Entscheidung aber im Vordergrund sein. „Jedoch steht dem Kompetenz-Team – wie dem Schiedsrichter auch – ein eigener Ermessensspielraum zu“, steht auf der Seite www.wahretabelle.de zum Thema Abstimmungsverfahren.

So funktioniert der Video-Schiedsrichter

„Der Video-Assistent greift nur dann ein, wenn der Schiedsrichter auf dem Spielfeld eine klare Fehlentscheidung getroffen oder eine entscheidende Szene übersehen hat.“ So steht es im Regelwerk des DFB geschrieben.

Es sind vier konkrete Moment der Auslösung für das Eingreifen durch den Video-Assistenten definiert:

  • Torerzielung (Foul, Handspiel, Abseits und andere Regelwidrigkeiten)
  • Strafstoß/Elfmeter (nicht oder falsch geahndete Vergehen)
  • Rote Karte (nicht oder falsch geahndete Vergehen)
  • Verwechslung eines Spielers (bei Roter, Gelb-Roter oder Gelber Karte)

Diese augenscheinlich klare Definition ignorieren die Unparteiischen allerdings Woche für Woche. Anders lässt sich nicht erklären, warum der VAR (Video Assistant Referee) zum Beispiel am 1. Spieltag bei einem eindeutig nicht berechtigten Strafstoßpfiff für den FC Bayern im Spiel gegen Hoffenheim nicht eingegriffen hat und andersherum beim Spiel Hertha BSC gegen Nürnberg ein reguläres Tor minutenlang kontrolliert hat.

Ob der BVB am Freitag (14. September) wieder vom VAR könnt ihr euch im TV anschauen. Hier habt ihr einen Überblick, wo die nächsten Partien laufen.