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Mit 19 Punkten ist der BVB dem Nachbarn aus Gelsenkirchen in der Bundesliga enteilt. Am Samstag (8. Dezember) können die Schwarz-gelben den Vorsprung sogar um drei weitere Punkte ausbauen. Aber nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich spielen die Dortmunder in einer ganz anderen Liga als die Schalker.

Das musste auch S04-Manager Christian Heidel (55) leidvoll feststellen:“Wenn die Dortmunder wenig Fehler machen, ist es sehr schwer, sie einzuholen. Sie haben einen großen wirtschaftlichen Vorsprung“, sagte er gegenüber der Sportbild.

BVB macht rund 536 Millionen Euro Umsatz

Dieser Vorsprung spiegelt sich auch im Jahresumsatz der Revierklubs wieder. Während die Dortmunder in der Saison 2017/18 rund 536 Millionen Euro erwirtschafteten, verzeichnen die Schalker 2018/19 mit 340-350 Millionen ein Rekordergebnis.

Der BVB hat außerdem satte 60 Millionen auf dem Festgeldkonto. Die Schalker müssen hingegen noch 210 Millionen an Verbindlichkeiten abstottern.

Schalke will keine Ausgliederung

Eine Möglichkeit das Schalker Kapital zu erhöhen, wäre eine Ausgliederung. Die stolzen Blau-weißen wollen aber unbedingt ein eingetragener Verein (e.V) bleiben und alle Werte zu 100 Prozent unter seinem Dach haben. Alleine das Abtreten der Marketingrechte würde den Gelsenkirchenern wohl 200 Millionen Euro einbringen.

Christian heidel
Schalke Manager Heidel lobt die Dortmunder für ihren Weg und will mit Schalke über das internationale Geschäft mehr Einnahmen erzielen. Foto: dpa

Heidel (55) verfolgt eine andere Strategie: „Schalke muss zunächst erfolgreich sein, um sich dann über TV-Einnahmen aus dem internationalen Geschäft Kapital für Investitionen zu beschaffen.“ Zumindest in dieser Hinsicht machen die Schalker in dieser Saison mit dem Erreichen des Champions League-Achtelfinals einen Schritt nach vorne.

BVB investiert und verkauft cleverer

In Puncto Transferpolitik geht der BVB seit Jahren einen guten Weg. Junge entwicklungsfähige Spieler, wie Sancho oder Dembele werden günstig eingekauft und reifen in Dortmund zu Weltstars, die beim Verkauf ein vielfaches einbringen.

Auch auf Schalke finden immer wieder junge Talente den Weg in die erste Mannschaft. Die Knappenschmiede ist das Prunkstück des Vereins. Dort werden die Youngster allerdings häufig für zu wenig Geld oder gar um sonst abgegeben. Die prominentesten Beispiele sind wohl Leon Goretzka und Max Meyer, die in der abgelaufenen Transferperiode ablösefrei wechselten.

Hohe Transfereinnahmen beim BVB

Die Dortmunder haben das Privileg die Preisschilder für ihre Superstars hoch zu hängen. Die drei teuersten Verkäufe der Vereinsgeschichte waren Dembele (150 Millionen), Aubameyang (65 Millionen) und Mikhitaryan (42 Millionen).

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Schalkes Rekordtransfers sind mit Sane (50 Millionen), Draxler (40 Millionen) und Kehrer (37 Millionen) allesamt Eigengewächse. Gemessen am jungen Alter und Potenzial der Spieler, sind die Ablösesummen im Hinblick auf die Marktsituation deutlich zu wenig. Darüber hinaus hat Schalke immer wieder Probleme, diese Abgänge durch Transfers gleichwertig aufzufangen.

Da funktioniert das Scouting in Dortmund etwas besser. Sobald ein Topstar den Club verlässt, hat der BVB direkt mehrere Nachfolger auf der Liste, die in der Regel zeitnah einschlagen.