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Rund eineinhalb Jahre nach dem Anschlag auf das Team des BVB neigt sich der Prozess dem Ende entgegen. Nach einem frühen Geständnis des Täters, wird es nun auch nicht zu der angekündigte Revision über das Gerichtsurteil kommen.

Update, 10. Januar: Sergej W., der Ende November vom Dortmunder Schwurgericht wegen versuchten Mordes zu 14 Jahren Haft verurteilt wurde, akzeptiert das Urteil nun doch. Zuvor hatte der Attentäter angekündigt, in Revision zu gehen.

Am Mittwoch (9. Januar) erklärte sein Verteidiger Carl Heydenreich, dass die Revision zurückgenommen wurde. Der 29-jährigen in Russland geborene Deutschen hatte bereits früh gestanden, am 11. April 2017 drei Splitterbomben vor dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund gezündet zu haben.

Im Prozess beteuerte Sergej W. immer wieder, dass er die Bomben so konstruiert hatte, dass schweren Schäden ausgeschlossen gewesen seien.

Ursprungsmeldung: Im Prozess um den Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund am 11. April 2017 könnte im November dieses Jahres das Urteil gesprochen werden.

Nach derzeitiger Planung des Dortmunder Schwurgerichts sind die Plädoyers für Ende Oktober vorgesehen. Carl Heydenreich, einer der Verteidiger des Angeklagten Sergej W., hatte zuletzt jedoch die Einholung eines Gutachtens zur Sprengkraft der drei Bomben beantragt. Kommen die Richter dem nach, wäre der Zeitplan wohl nicht mehr einzuhalten.

Anschlag auf BVB früh gestanden

Sergej W. hat schon frühzeitig in dem Prozess gestanden, die drei Sprengsätze gebaut und bei der Abfahrt des BVB-Mannschaftsbusses zum Champions-League-Spiel gegen AS Monaco gezündet zu haben. Der in Russland geborene Deutsche betont jedoch, er habe die Bomben bewusst so konstruiert und ausgerichtet, dass keine nennenswerten Schäden entstehen konnten.

Konstruktion nicht beherrschbar

Ein Gutachter des Fraunhofer-Instituts hatte zuletzt allerdings erklärt: „Die Konstruktion war nicht beherrschbar.“ Sergej W. habe nicht gewährleisten können, dass die in den Bomben versteckten Metallstifte auch tatsächlich in die gewünschte Richtung fliegen würden.

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Bei dem Bombenanschlag war der damalige BVB-Verteidiger Marc Bartra am Unterarm verletzt worden. Ein Motorrad-Polizist hatte ein Knalltrauma erlitten. Die Anklage lautet auf Mordversuch. (dpa)