Bild: Kay Nietfeld/dpa

Für den BVB steht am Samstag (10. November) erneut ein Spiel gegen den FC Bayern München an. Aus Dortmunder Sicht ist es erfreulicherweise in dieser Saison ein absolutes Spitzenspiel. Vom „German Clásico“ ist wieder die Rede. Wer es gerne bodenständiger hat, nennt das Spiel den „Klassiker“. Warum eigentlich?

Auf der Suche nach Vermarktbarkeit

Kurze und markante Schlagworte erfreuen sich in der deutschen Medienlandschaft und im Zuge der Vermarktung des Fußballs bisweilen einer übersteigerten Beliebtheit. Die deutsche Fußballnationalmannschaft wird als „Die Mannschaft“ in alle Welt verkauft, um Gewinne zu maximieren und hat seitdem für viele Fans ihre Identität verloren.

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Auch das Topspiel zwischen dem BVB und Bayern München am Samstagabend soll unter dem Slogan „Der Klassiker“ wieder für volle Kassen sorgen.

Spanien lebt den eigentlichen „Clásico“

Um zunächst die Begrifflichkeiten abzuklären: Der eigentliche „Clásico“ zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid wurde bereits im Jahre 1902 erstmals ausgetragen und im Laufe der Zeit zu einem der heißesten Duelle im Weltfußball.

Der ehemalige Weltfußballer Luis Figo wird das bestätigen können. Nach seinem Wechsel vom FC Barcelona zu Real Madrid wurde er 2002 neben Glasflaschen, einem Klappmesser und einer Billardkugel auch mit einem Schweinskopf beworfen. Es ist eine lange gewachsene Rivalität der beiden politisch und kulturell so unterschiedlichen Vereine. Die nicht zuletzt daher weltweit eine so große Beachtung findet, weil beide Vereine seit Jahrzehnten zu den besten der Welt gehören.

Der „Klassiker“ ist nur eine billige Kopie

In der deutschen Medienlandschaft ist ebenfalls längst angekommen, wie gut das legendäre Duell der beiden spanischen Aushängeschilder sich auf den Märkten dieser Erde verkaufen lässt. Gerne würde man ein ähnliches Zugpferd in den internationalen Wettbewerb schicken.


Fans aus über 200 Ländern können den „Klassiker“ zwischen dem BVB und dem FC Bayern München am Samstagabend im TV empfangen. Ein entsprechender Name sorgt da natürlich für noch mehr Vermarktungspotenzial. Während sich der gemeine Fußballfan fragt, ob das Spiel nicht einfach für sich selbst stehen kann.

Von Borussia Mönchengladbach bis zum „Nuevo Clásico“

Vergleichen wir nun die Situation in Deutschland mit der in Spanien, so stellen wir fest, dass der FC Bayern München einem breiteren Publikum erst mit dem Bundesliga-Aufstieg im Jahre 1965 bekannt wurde. 63 Jahre nach dem ersten Aufeinandertreffen von Real Madrid und dem FC Barcelona. In den 70er-Jahren duellierte sich Borussia Mönchengladbach mit den Bayern um den Meistertitel, in den 80er-Jahren der HSV.

Borussia Dortmund hatte bis in die 90er-Jahre hinein kaum Berührungspunkte mit dem Verein aus dem Süden. Spätestens mit den Meisterschaften 1995 und 1996 löste der BVB die anderen Clubs als „Bayern-Jäger“ ab. Mal mehr erfolgreich, in der Regel aber weniger.

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Als RB Leipzig in der vorletzten Spielzeit dem BVB gar den Rang abzulaufen schien, wurde medial bereits die Vermarktbarkeit eines „Nuevo Clásico“ getestet. Mit einem „Verein“, der 2009 gegründet wurde und 2016 genau 17 Vereinsmitglieder hatte. Der „Klassiker“ ist also offenbar genau so lange der „Klassiker„, wie der BVB dem FC Bayern München Paroli bieten kann. Findet sich ein neuer Bayern-Verfolger, so wird schnell ein neuer Name gefunden.

Der wahre „Klassiker“ steigt am 14. Spieltag

Für die Mannschaft von Borussia Dortmund bleibt das Spiel gegen die Bayern nur ein wichtiges Bundesligaspiel gegen einen Rivalen. Und für die Fans steigt der wahre „Klassiker“ ohnehin erst am 8. Dezember (Samstag): Dann spielt der BVB beim hassgeliebten Revier-Nachbarn auf Schalke.