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Das Spiel in der Champions League zwischen dem BVB und FC Brügge war schwere Kost. Am Samstag droht Borussia Dortmund gegen den SC Freiburg das nächste Spiel mit einer Defensivschlacht. Wie kann Lucien Favre Teams, die „den Bus vor dem Tor parken“, besiegen?

Der Begriff – „parking the bus“ – kommt aus der Premier League. José Mourinho zelebriert diese Taktik häufig. Deutsche Fußballfans freuten (oder ärgerten) sich vor allen Dingen über das „Finale Dahoam“. Der FC Chelsea brachte den FC Bayern München dadurch zur Verzweiflung und holte den Pott.

FC Brügge hat dem BVB seine Stärke genommen

Die Taktik „Parking the bus“ ist kein feststehendes Spielsystem. Der FC Brügge spielte am Mittwoch ebenfalls teilweise mit einem engen und sehr tiefen 4-4-2 oder auch mit einer Abwehrkette mit fünf oder gar sechs Abwehrspielern auf einer Linie. Generell lässt diese Defensivtaktik dem Gegner keine Möglichkeit, um Schnelligkeit und Tiefe auszunutzen. Denn die gibt es nicht. Der Gegner steht mit allen Akteuren vor dem eigenen Tor.

Der BVB verzweifelte am Mittwoch in der Champions League am FC Brügge und der Defensivtaktik - "den Bus vor dem Tor parken". Doch wie kann Borussia Dortmund gegen defensive Teams gewinnen? Foto: Marius Becker/dpa
Der BVB verzweifelte am Mittwoch in der Champions League am FC Brügge und der Defensivtaktik – „den Bus vor dem Tor parken“. Doch wie kann Borussia Dortmund gegen defensive Teams gewinnen? Foto: Marius Becker/dpa

Der FC Brügge hat dem BVB am Mittwoch die größten Stärken genommen. Auch Atlético Madrid agierte nach Führung gegen Borussia Dortmund im Rückspiel mit einer unglaublichen Kompaktheit in der Defensive. Wird der SC Freiburg eine ähnliche Taktik anwenden?

Borussia Dortmund hatte aber auch gegen den FC Brügge Chancen

Der BVB hätte mehrere Möglichkeiten, die zum Erfolg gegen tief stehende Gegner führen können. Das Trainer-Portal „fußballtraining24.de“ rät in der Theorie: Abwehrreihen überspielen, Überzahlsituationen herstellen, zwischen den Linien stehen. Natürlich sollten die Borussen auch eher auf kurze Pässe setzen, viele Spieler in den Strafraum bringen und den Ballverlust des Gegners ausnutzen.

Drei Szenen im BVB-Spiel waren gegen den FC Brügge dafür exemplarisch.

  • 9. Minute: Pass aus dem Mittelfeld von Akanji (Abwehrreihe überspielen). Reus und Pulisic starten in die Tiefe in den Strafraum. Ableger Reus, Schuss Pulisic (schnelle, kurze Pässe). Das war die erste große Chance für den BVB.
  • 32. Minute: Zagadou fängt einen langen Pall an der Mittellinie ab und köpft ins Zentrum zu Alcácer (Ballverlust des Gegners ausnutzen). Alcácer verlängert mit einem schnellen Kurzpass auf Reus, der setzt den Ball neben das Tor.
  • 48. Minute: Guerreiro führt den Ball auf halblinks. Passstaffette auf Alcácer und dann in den Strafraum auf Reus (schnelle Kurzpässe, Spieler im Strafraum). Der passt auf Pulisic, der am Fünfmeterraum steht, aber verzieht.

Die Chancen waren für den BVB auch gegen den FC Brügge da. Am Mittwoch hatte Borussia Dortmund auch einfach nicht das Quäntchen Glück.

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Lucien Favre und das Team wollen Pläne erarbeiten

Wie der „Kicker“ berichtete, arbeiten die BVB-Spieler zusammen mit Lucien Favre an den Plänen B und C. Das Team soll in Zukunft noch bessere Lösungen gegen tiefstehende Gegner präsentieren. Favre rät dazu, häufiger zu wechseln. Zudem will er weiter trainieren, dass der BVB das Spiel besser beherrscht, schneller spielt und schärfer passt. „Wir müssen den Gegner müde machen, damit sie ohne Ende schieben müssen“, sagte Favre.

Gute Nachrichten für die BVB-Fans. Der SC Freiburg ist in dieser Saison bisher nicht durch die Taktik „den Bus vor dem Tor parken“ aufgefallen.