Samstag, 22. September 2018

Welcher BVB-Spieler jubelte in der Vorrunde am schönsten? Welcher Borusse war für seine Nationalmannschaft unersetzlich und wer hätte lieber zuhause bleiben sollen? Dortmund24 hat sich die Performance unserer BVB-Spieler bei der WM einmal angesehen – bis jetzt gar nicht so schlecht. 

Die gute Nachricht vorweg: Marco Reus und Lukas Piszczek können sich in aller Ruhe auf die neue Saison vorbereiten. Doch auch ein bitterer Beigeschmack bleibt, da die Enttäuschung nach dem Aus in der Vorrunde für Deutschland und Polen groß sein dürfte. Andere Spieler von Borussia Dortmund hingegen stehen im Achtelfinale und haben gute Chancen der WM einen Stempel aufzudrücken.

Marco Reus (Deutschland, Aus in der Vorrunde)

Hach Marco, am liebsten würden wir dich ja in die Dortmund24-Redaktion zu lecker Export-Bier und Dortmunder Salzkuchen einladen. Wir könnten den ganzen Tag die Wiederholung des Malaga-Spiels von 2013 schauen und uns in Nostalgie suhlen.

Nein, Nationalmannschaft und Marco Reus passen (noch) nicht zusammen. 2014 und 2016 war der Dortmunder verletzt. 2018 konnte er endlich mitfahren und war Zeuge des einzigen Aus in der Vorrunde der Geschichte der Nationalmannschaft.

Es würde ein bisschen zu weit gehen, zu sagen, dass er als einziger Spieler des Kaders in Form war. Doch bei seiner Einwechslung gegen Mexiko und beim Spiel gegen Schweden gehörte er zu den besseren Akteuren im deutschen Trikot. Er blieb aber auch gegen Südkorea – wie das Kollektiv – blass. Bei den nächsten Turnieren ist Reus schon fast Fußball-Rentner. Trotzdem: Er muss einer der Säulen beim Neuaufbau der Nationalmannschaft sein.

Shinji Kagawa (Japan, im Achtelfinale)

Es wirkt fast so, als würde Shinji Kagawa genauso gut oder genauso schlecht spielen wie bei Borussia Dortmund. Im ersten Spiel gegen Kolumbien schoss er ein Tor und spielte ordentlich. Im zweiten Spiel gegen den Senegal blieb der Dortmunder blass und wurde ausgewechselt. Gegen Polen saß der Dortmunder auf der Bank. Im Achtelfinale muss Japan nun gegen Michy Batshuayi (wohl auf der Bank) und Belgien ran. Da sind die Jungs aus Fernost ganz klar Außenseiter. In dem Fall würde ein Kagawa in Topform den Japanern gut tun. Welches Gesicht zeigt der Mittelfelfakteur?

Shinji Kagawa spielte für Japan genauso „gut“ oder „schlecht“ wie für Dortmund. Foto: Bernd Thissen/dpa

Roman Bürki und Manuel Akanji (Schweiz, im Achtelfinale)

Roman Bürki saß in drei Vorrundenspielen auf der Bank. Aber der 22-jährige Verteidiger Manuel Akanji verteidigte sowohl gegen Brasilien, gegen Serbien als auch gegen Costa Rica jeweils 90 Minuten durch. Die Schweiz bekam zwar in jedem Spiel mindestens ein Gegentor – doch trotzdem machte der BVB-Schweizer sehr ordentliche Partien.

Vor allen Dingen Mitrovic (Serbien) und Gabriel Jesus (Brasilien) hatten gegen die Schweizer Defensive mit Akanji irgendwann keine Lust mehr. Im Achtelfinale geht es nun gegen Schweden weiter. Der zukünftige Stamm-Innenverteidiger von Dortmund kann reichlich Erfahrungen sammeln – das wird auch dem BVB gut tun.

Lukasz Piszczek (Polen, Aus in der Vorrunde)

Ex-BVB-Spieler Robert Lewandowski kritisierte seine Mitspieler nach dem zweiten verlorenen Spiel gegen Kolumbien sehr hart. „Wo nichts ist, kann auch nichts kommen“, sagte Lewandowski und meinte damit natürlich auch sein Teamkameraden Lukasz Piszczek.

Der Dortmunder Rechtsverteidiger gehörte gegen Senegal (1:2) und Kolumbien (0:3) zur Startformation der Polen. Er konnte in einer sehr schwachen polnischen Elf in keinem Spiel den Unterschied machen – das ist allerdings auch nicht seine Aufgabe.

Michy Batshuayi (Belgien, Achtelfinale)

Es ist natürlich schwer für den belgischen Angreifer in der Spitze. Er hat keinen geringeren als Romelu Lukaku von Manchester United vor der Brust. Was macht Batshuayi? Er wird gegen Tunesien eingewechselt und vergibt mehrere Hochkaräter, die er eigentlich hätte machen müssen. Aber am Ende belohnte er sich dennoch mit einem sehr schönen Tor. Nach einer butterweichen Flanke von Tielemans, der auch schon mal beim BVB im Gespräch war, schoss „Michy“ das 5:2 – es war eigentlich die schwierigste Chance.

Michy Batshuayi wird schon jetzt in die WM-Geschichte eingehen. Allerdings nicht aufgrund eines Tores. Sondern wegen eines Balla-Balla-Torjubels, der bei youtube.com viral ging. Gegen England durfte er von Beginn an spielen und feierte das Tor des ehemaligen BVB-Spielers Adnan Januzaj auf wundersame Art und Weise. Aber seht selbst.

Raphael Guerreiro (Porgual, Achtelfinale)

Beim BVB lief es in der vergangenen Saison für den Portugiesen nicht so gut. Im portugiesischen Nationalteam rund um Superstar Ronaldo ist er jedoch auf der linken Abwehrseite gesetzt. Er wird sein ganzes Können am Samstagabend (30. Juni, 20 Uhr) gegen Uruguay im Achtelfinale zeigen müssen. Seine bisherigen Auftritte sind unaufällig und solide. Für die Show hat Portugal ja auch einen anderen Spieler.

Thomas Delaney war eine erfreuliche Erscheinung in der WM-Vorrunde. Die BVB-Fans können sich auf einen kampfstarken Mittelfeldspieler freuen. Foto: Joel Marklund/Bildbyran/dpa

Thomas Delaney (Dänemark, Achtelfinale)

Streng genommen spielt Thomas Delaney noch nicht für Borussia Dortmund. Es macht jedoch Freude den Abräumer im dänischen Mittelfeld spielen zu sehen. Nicht wenige werden sagen: „So einen haben wir gebraucht.“ Delaney überzeugte – sowohl gegen Peru, als auch gegen Australien und Frankreich – er absolvierte in jedem Spiel 90 Minuten. Im Achtelfinale muss er die Pässe von Modric und Rakitic von Kroatien zustellen und hat mit Rebic, Mandzukic und Perisic unglaublich schwierige Gegenspieler.

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