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Nach dem Terroranschlag von Straßburg, bei dem am Dienstag drei Menschen starben, hält Frankreich den Atem an. Hier sind die neusten Entwicklungen zur Attacke auf den Weihnachtsmarkt im Ticker.

Update, Freitag (14. Dezember), 7.50 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bedankte sich auf Twitter bei allen mobilisierten Einsatzkräften, Polizisten, Gendarmen und dem Milität. Er sicherte ein „totales Engagement“ gegen den Terrorismus zu.

Update, Freitag (14. Dezember) 7.34 Uhr: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert den Anschlag für sich. Attentäter Cherif Chekatt sei ein Soldat des Islamischen Staates gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Donnerstag.

Update, Freitag (14. Dezember) 7 Uhr: Dem Nachrichtensender BFMTV  zufolge sprach Cherif Chekatt am Donnerstag eine Frau an. Die bemerkte, dass Chekatt verletzt war – Polizisten verwundeten den Attentäter am Dienstagabend.

Polizisten versammeln sich in einer Straße. Zwei Tage nach dem Straßburger Terroranschlag mit drei Toten hat die Polizei den mutmaßlichen Attentäter Chérif Chekatt getötet. Der Bürgermeister von Straßburg, Ries, bestätigte am Donnerstagabend in der elsässischen Metropole den Tod «dieses Terroristen». Gegen 21.00 Uhr des 13.12.2018 hätten drei Polizisten den mutmaßlichen Attentäter im Stadtteil Neudorf auf der Straße ausgemacht, teilte der französische Innenminister Castaner mit. Als sie den Verdächtigen hätten verhaften wollen, habe dieser das Feuer eröffnet. Die Polizei habe den Angriff erwidert und den Täter getötet. Foto: Jean Francois Badias / dpa
Polizisten versammeln sich in einer Straße. Zwei Tage nach dem Straßburger Terroranschlag mit drei Toten hat die Polizei den mutmaßlichen Attentäter Chérif Chekatt getötet. Foto: Jean Francois Badias / dpa

Die Frau alarmierte die Sicherheitsbehörden, die Chekatt daraufhin im Straßburger Stadtteil Neudorf verhaften wollten. Drei Polizisten fanden Chekatt gegen 21 Uhr. Der 29-Jährige eröffnete sofort das Feuer auf die Beamten, die ihn daraufhin erschossen.

Straßburgs Bürgermeister Ries bestätigte am Donnerstagabend den Tod „dieses Terroristen“.

Update, Donnerstag (13. Dezember), 21.40 Uhr: Nach übereinstimmenden Medienberichten aus Frankreich, ist der vermeintliche Weihnachtsmarkt-Attenttäter von Straßburg erschossen worden.

Die französische Medienagentur AFP berichtet, dass der Attentäter im Stadtteil Neudorf von der Polizei erschossen worden sei. Nach der Tat am Dienstag (12. Dezember) sei er in das Viertel geflohen.

Attentäter ist erschossen worden

Update, Donnerstag (13. Dezember), 19.06 Uhr: Wie die Tagesschau berichtet, hat die französische Polizei eine weitere Person aus dem Umfeld des vermeintlichen Attentäters Chekatt festgenommen.

Demnach haben Spezialkräfte der Polizei das Viertel Neudorf durchkämmt und nahm eine Person fest. Er gehört wohl nicht zur Familie von Chekatt, aber zum engeren Umfeld. Der Attentäter ist weiterhin auf der Flucht.

Update, Donnerstag (13. Dezember), 16,20 Uhr: Wie die Mittelbadische Zeitung berichtet, soll es im Straßburger Viertel Neudorf zu einer Razzia gekommen sein. Die Polizei hat das Viertel großräumig abgesperrt.

Update, Donnerstag (13. Dezember), 15.15 Uhr: Wie die Tagesschau berichtet, kommen im Internet die ersten Verschwörungstheorien an die Oberfläche. Demnach wird im Internet von Verschwörungstheoretikern die Idee verbreitet, dass die französische Regierung hinter den Anschlägen stecken soll. Der Grund: Sie will von den Protesten der Gelbwesten ablenken.

Bei den Kollegen der Tagesschau haben sich dem Phänomen gewidmet.

Update, Donnerstag (13. Dezember), 13 Uhr: Die Bundespolizei fahndet im deutsch-französischen Grenzgebiet weiter nach dem Attentäter von Straßburg. Insbesondere in der deutschen Grenzstadt Kehl, aber auch im Hinterland werde kontrolliert, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Überwacht würden Fahrzeuge, der Personenverkehr über eine Fußgängerbrücke über den Rhein sowie Züge und Straßenbahnen. Auch Spezialkräfte seien im Einsatz.

Die Bundespolizei fahndet im deutsch-französischen Grenzgebiet weiter nach dem Attentäter von Straßburg. Foto: dpa
Die Bundespolizei fahndet im deutsch-französischen Grenzgebiet weiter nach dem Attentäter von Straßburg. Foto: dpa

Update, Donnerstag (13. Dezember), 13 Uhr: Die Bundesanwaltschaft hat sich in die Ermittlungen gegen den Straßburger Attentäter eingeschaltet. Es sei am Mittwoch ein Verfahren gegen ihn wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden, sagte die Sprecherin der Behörde am Donnerstag dem Berliner „Tagesspiegel“.

Zahl der Todesopfer gestiegen

Update, Donnerstag (13. Dezember), 12.12 Uhr: Die Zahl der Todesopfer des Straßburger Terroranschlags ist von zwei auf drei gestiegen. Ein viertes Opfer sei hirntot, bestätigte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Paris.

Passanten zünden nahe des Straßburger Weihnachtsmarkts eine Kerze an, um der Opfer des Anschlags vom 12. Dezember zu gedenken. Foto: dpa
Passanten zünden nahe des Straßburger Weihnachtsmarkts eine Kerze an, um der Opfer des Anschlags vom 12. Dezember zu gedenken. Foto: dpa
Die Zahl der Todesopfer des Straßburger Terroranschlags ist von zwei auf drei gestiegen. Foto: dpa
Die Zahl der Todesopfer des Straßburger Terroranschlags ist von zwei auf drei gestiegen. Foto: dpa
Die Zahl der Todesopfer des Straßburger Terroranschlags ist von zwei auf drei gestiegen. Foto: dpa
Die Zahl der Todesopfer des Straßburger Terroranschlags ist von zwei auf drei gestiegen. Foto: dpa

Update, Donnerstag (13. Dezember), 10.23 Uhr: Nach dem Attentat mit Toten und Verletzten in Straßburg setzt die Polizei im Bundesland Bremen mehr Beamte auf den Weihnachtsmärkten ein.

Update, Donnerstag (13. Dezember), 9.31 Uhr: Inzwischen hat auch das Bundeskriminalamt eine detaillierte Täterbeschreibung veröffentlicht. So sieht sie aus:

Mit diesem Plakat wird der mutmaßliche Attentäter von Straßburg gesucht. Quelle: Police National de la France
Mit diesem Plakat wird der mutmaßliche Attentäter von Straßburg gesucht. Quelle: Police National de la France

Update, Donnerstag (13. Dezember), 9.08 Uhr: In der Schweiz haben Hinweise von Zugreisenden kurz für Aufregung gesorgt. Sie wollen den Attentäter von Straßburg in einem Zug nahe der deutsch-schweizerischen Grenze gesehen haben. Nach Kontrollen durch die Polizei stellte sich der Verdacht als unbegründet heraus.

Polizei sucht weiterhin nach Cherif Chekatt

Update, Donnerstag (13. Dezember), 8 Uhr: Nach wie vor sind die Ermittler auf der Suche nach Cherif Chekatt, der verdächtigt wird, für das Attentat in Straßburg verantwortlich zu sein.

Update, Donnerstag (13. Dezember), 7.30 Uhr: Die französische Regierung verstärkt die Soldaten im Anti-Terror-Einsatz – rund 1300 weitere Soldaten sollen sich in den kommenden Tagen der sogenannten Operation Sentinelle (Wache) anschließen, wie Premierminister Édouard Philippe am Mittwochabend ankündigte. Dabei handelt es sich um eine Einsatztruppe, die nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» im Januar 2015 ihre Arbeit aufnahm.

Fahndung im Süden von Deutschland

Update, Mittwoch (12. Dezember), 19.45 Uhr: Beamte der deutschen Polizei fahnden auch in den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern.

Update, Mittwoch (12. Dezember), 18 Uhr: Die französische Polizei hat ein offizielles Fahndungsfoto von Cherif Chekatt veröffentlicht.

Das undatierte Foto, von der französischen Polizei zur Verfügung gestellt, zeigt Cherif Chekatt, den flüchtigen, mutmaßlich islamistischen Attentäter vom Weihnachtsmarkt in Straßburg. Foto: Uncredited/FRENCH POLICE/AP/dpa
Das undatierte Foto, von der französischen Polizei zur Verfügung gestellt, zeigt Cherif Chekatt, den flüchtigen, mutmaßlich islamistischen Attentäter vom Weihnachtsmarkt in Straßburg. Foto: Uncredited/FRENCH POLICE/AP/dpa

Update, Mittwoch (12. Dezember), 16.00 Uhr: Regierungssprecher Benjamin Giveaux zitierte Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron. „Die terroristische Bedrohung ist immer noch im Herzen des Lebens unserer Nation.“

Update, Mittwoch (12. Dezember), 13.15 Uhr Uhr: Bei seinen Attacken in der Straßburger Innenstadt hat der Tatverdächtige Chérif Chekatt eine Handfeuerwaffe und ein Messer dabeigehabt, sagte der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémi Heitz am Mittwoch in Straßburg.

Rémy Heitz, Staatsanwalt von Paris und zuständig für Anti-Terror-Ermittlungen, spricht nach einem Angriff in der Gegend des Straßburger Weihnachtsmarkts während einer Pressekonferenz. Foto: dpa
Rémy Heitz, Staatsanwalt von Paris und zuständig für Anti-Terror-Ermittlungen. Foto: dpa

Update, Mittwoch (12. Dezember), 12.45 Uhr Uhr: Zeugen des Anschlags haben den Angreifer „Allahu Akbar“ (Allah ist groß) rufen hören. Angesichts des Zielorts, seiner Vorgehensweise und der Zeugenaussagen habe die Antiterrorabteilung der Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen, sagte der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémi Heitz am Mittwoch in Straßburg.

Tourist aus Thailand gestorben

Update, Mittwoch (12. Dezember), 12 Uhr Uhr: Eines der Todesopfer ist ein Tourist aus Thailand. Laut dem Außenministerium in Bangkok handelt es sich um einen 45 Jahre alten Mann, der zusammen mit seiner Frau zu einem Urlaub in Frankreich war. Nach Medienberichten starb er durch einen Schuss in den Kopf. Acht Menschen wurden schwer, fünf weitere leicht verletzt. Unter den Verletzten ist auch ein italienischer Radiojournalist, wie ein Sprecher des Außenministeriums der dpa bestätigte.

Update, Mittwoch (12. Dezember), 11.29 Uhr: Die Präfektur hat ihre Mitteilung zu den nur noch zwei Toten zurückgezogen. Es bleibt bei drei Todesopfern.

Angriff nahe Straßburger Weihnachtsmarkt. Foto: dpa
Ermittler suchen nach wie vor nach dem Attentäter von Straßburg. Foto: dpa

Update, Mittwoch (12. Dezember), 11.18 Uhr: Die deutschen Sicherheitsbehörden sind nach Informationen des Berliner „Tagesspiegels“ nicht nur an der Suche nach dem Attentäter von Straßburg beteiligt, sondern fahnden auch nach dessen Bruder. Die beiden wohnten in Straßburg, wie das Blatt am Mittwoch berichtete. Die Brüder würden als radikalisiert eingestuft und dem Straßburger Islamistenmilieu zugerechnet, sagte ein hochrangiger Sicherheitsexperte der Zeitung. Kontakte zur Salafistenszene in Deutschland seien bislang allerdings nicht bekannt.

Polizei hält Taxi in Bremen an

Update, Mittwoch (12. Dezember), 10.56 Uhr: Die Polizei hat auf der A1 bei Bremen ein Taxi mit französischem Kennzeichen gestoppt und drei Personen festgenommen. Es gebe aber nach bisherigem Kenntnisstand keine Verbindung zu dem Straßburger Anschlag, teilte die Polizei in Delmenhorst am Mittwoch mit.

Update, Mittwoch (12. Dezember), 10.48 Uhr: Bei dem tödlichen Terroranschlag in Straßburg sind entgegen voriger Informationen nach Angaben der regionalen Verwaltung zwei Menschen getötet worden. Es seien 14 Menschen verletzt, davon sieben schwer und sieben leicht, wie die Präfektur am Mittwoch mitteilte. Zuvor hatten die Präfektur und Innenminister Christophe Castaner von drei Toten gesprochen.

Angriff nahe Straßburger Weihnachtsmarkt. Foto: dpa
Angriff nahe Straßburger Weihnachtsmarkt. Foto: dpa

Update, Mittwoch (12. Dezember), 10.42 Uhr: Der mutmaßliche Angreifer von Straßburg hat nach Kenntnis der deutschen Justiz bereits etliche Jahre im Gefängnis verbracht – in allen Fällen ging es um Einbrüche.

Kein Deutscher unter den Opfern

Update, Mittwoch (12. Dezember), 10.05 Uhr: Bei dem Anschlag in Straßburg sind nach bisherigen Erkenntnissen keine Deutschen getötet oder verletzt worden. Das teilte das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes am Mittwochmorgen über Twitter mit.

Update, Mittwoch (12. Dezember), 9.22 Uhr: Die französische Regierung schließt nicht aus, dass der Straßburger Attentäter nach Deutschland geflüchtet sein könnte. „Aber was ich sagen möchte, ist, dass natürlich sofort die Grenzschließung sichergestellt wurde und Straßburg (…) abgeriegelt wurde“, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Laurent Nuñez, am Mittwochmorgen dem Sender RTL. Dass der Täter dennoch ins benachbarte Deutschland geflohen sein könnte, könne aber nicht ausgeschlossen werden.

Polizisten kontrollieren nach dem Anschlag in Straßburg auch den Grenzübergang zu Deutschland. Foto: dpa
Polizisten kontrollieren nach dem Anschlag in Straßburg auch den Grenzübergang zu Deutschland. Foto: dpa

Update, Mittwoch (12. Dezember), 9.03 Uhr: Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für Frankreich verschärft. „Reisende werden gebeten, besonders vorsichtig zu sein und den Anweisungen von Sicherheitskräften unbedingt Folge zu leisten“, heißt es in einem aktuellen Hinweis. Reisende sollten sich umsichtig verhalten, Demonstrationen meiden und mit Straßensperren und anderen Behinderungen rechnen. „Es wird empfohlen, sich frühzeitig über Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr z.B. auf der Webseite der Pariser Verkehrsbetriebe zu informieren und sich der Öffnungszeiten von Museen und anderer Sehenswürdigkeiten zu vergewissern.“

Update, Mittwoch (12. Dezember), 8.48 Uhr: Bei dem tödlichen Terroranschlag in Straßburg ist die Zahl der Verletzten nach Angaben der Präfektur auf 13 gestiegen. Davon seien acht schwer und fünf leichter verletzt, wie die Präfektur am Mittwochmorgen mitteilte.

Update, Mittwoch (12. Dezember), 8.04 Uhr: Der mutmaßliche Angreifer von Straßburg ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ein französischer Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln.

Mutmaßlicher Täter in Deutschland verurteilt

Der 29-Jährige wurde demnach vom Amtsgericht Singen (am Bodensee) wegen schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und war in Deutschland in Haft. Nach dem Verbüßen der Strafe wurde er im Jahr 2017 nach Frankreich abgeschoben, wie die dpa am Mittwoch weiter erfuhr.

Erstmeldung: 

Frankreich ist erneut von einem schweren Terroranschlag erschüttert worden. Bei dem Angriff mitten in der Weihnachtssaison wurden am Dienstagabend drei Menschen in Straßburg getötet, wie Frankreichs Innenminister Christophe Castaner am frühen Morgen mitteilte.

Zwölf Menschen wurden nach seinen Angaben verletzt, sechs von ihnen sehr schwer. Die Polizei ging von einem terroristischen Hintergrund aus. Der Täter war am frühen Mittwochmorgen noch auf der Flucht.

Frankreich erhöht Sicherheitswarnstufe

Frankreichs Regierung ließ nach dem Anschlag die höchste nationale Sicherheitswarnstufe ausrufen. Das bedeute verstärkte Kontrollen an den Grenzen des Landes, erläuterte Castaner. Auch Weihnachtsmärkte würden stärker kontrolliert.

Angriff nahe Straßburger Weihnachtsmarkt. Foto: dpa
Der Straßburger Weihnachtsmarkt ist einer der größten und ältesten in Frankreich – am Dienstag gab es hier einen Terroranschlag. Foto: dpa

Laut dem Minister war der mutmaßliche Täter bereits wegen Delikten in Frankreich und Deutschland verurteilt worden.

Täter eröffnete Feuer im Straßburg gegen 20 Uhr

Der Verdächtige hatte nach Angaben der Präfektur gegen 20 Uhr nahe dem Weihnachtsmarkt der Elsass-Metropole das Feuer eröffnet. Castaner beschrieb den genauen Tatort nicht näher und sagte lediglich, der Täter habe an drei verschiedenen Orten in der Stadt „Terror“ verbreitet. Zwischen 20 und 21 Uhr habe er sich zweimal einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften im Patrouilleneinsatz geliefert.

Die Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf die Polizei, der vermutlich radikalisierte Mann sei vor seiner Flucht von Soldaten verletzt worden. Laut dem Sender France Info entkam er mit einem Taxi, das er gestohlen hatte.

Angriff nahe Straßburger Weihnachtsmarkt. Foto: dpa
Angriff nahe Straßburger Weihnachtsmarkt. Foto: dpa

Weite Teile der Straßburger Innenstadt wurden von Dienstagabend an über Stunden abgeriegelt. Menschen wurden dazu aufgerufen, die Innenstadt in Richtung Norden zu verlassen und nicht in Richtung des südöstlich gelegenen Stadtteils Neudorf zu gehen. Dort war nach dem flüchtigen Tatverdächtigen gefahndet worden. Die Polizei rief die Bürger dazu auf, Ruhe zu bewahren und den Anweisungen der Sicherheitskräfte zu folgen.

Hubschrauber und Polizisten suchen nach Täter

Die Regierung habe zusätzliche Kräfte mobilisiert, die auf dem Weg nach Straßburg seien, sagte Castaner. 350 Einsatzkräfte und mehrere Hubschrauber seien an der Fahndung beteiligt. Castaner selbst traf in der Nacht in Straßburg ein.

Der mutmaßliche Täter hätte einem Medienbericht zufolge eigentlich schon am Dienstagmorgen verhaftet werden sollen. Wie France Info unter Berufung auf Polizeiquellen berichtete, war er jedoch nicht zu Hause.

Demnach wird dem 29-Jährigen versuchter Mord vorgeworfen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung Stunden vor den Schüssen sollen Granaten gefunden worden sein, wie France Info und die Zeitung „Le Parisien“ berichteten.

Macron beruft Krisensitzung ein

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron berief in Paris eine Krisensitzung ein. Er beriet sich am frühen Mittwochmorgen unter anderen mit Premierminister Édouard Philippe und Verteidigungsministerin Florence Parly. „Solidarität der gesamten Nation für Straßburg, unsere Opfer und ihre Familien“, schrieb Macron auf Twitter.

Frankreich ist in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel von islamistisch motivierten Terroranschlägen geworden, die fast 250 Menschen das Leben kosteten. Auch diesmal übernahmen wieder Anti-Terror-Spezialisten der Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen.

Die Untersuchung wurde unter anderem dem Inlandsgeheimdienst DGSI übergeben, wie Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur in Paris bestätigten.

Weihnachtsmarkt in Straßburg bleibt geschlossen

Der Weihnachtsmarkt in Straßburg bleibt am Mittwoch geschlossen. Auch die kulturellen Einrichtungen der Stadt öffnen nicht, wie es in einer Mitteilung der Stadt hieß. Der Unterricht sollte am Mittwoch an Grundschulen und Vorschulen ausgesetzt werden. Eltern wurde geraten, ihre Kinder zu Hause zu lassen, wie die Präfektur mitteilte. An weiterführenden Schulen und Hochschulen sollte der Unterricht stattfinden.

Auch das Europaparlament in Straßburg wurde zwischenzeitlich abgeriegelt. Über Stunden hinweg durfte niemand das Gebäude verlassen, Mitarbeiter wurden per Handy-Kurznachricht und Mail gewarnt. Erst am frühen Mittwochmorgen durften Abgeordnete und Mitarbeiter sich auf den Heimweg machen.

„Gedenken bei den Opfern“

„Meine Gedanken sind bei den Opfern der Schießerei in Straßburg, die ich mit großer Entschiedenheit verurteile“, schrieb EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf Twitter. Straßburg sei eine symbolische Stadt für den Frieden und die europäische Demokratie. „Werte, die wir immer verteidigen werden.“ Die EU-Kommission stehe zudem an der Seite Frankreichs.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert äußerte sich auf Twitter „erschüttert über die schreckliche Nachricht“ aus Straßburg. „Welches Motiv auch immer hinter den Schüssen steckt: Wir trauern um die Getöteten und sind mit unseren Gedanken und Wünschen bei den Verletzten. Hoffentlich gerät niemand mehr in Gefahr.“

Kontrollen an der Grenze

Am deutsch-französischen Grenzübergang kontrollierte die Polizei am Abend Autos, die von Deutschland nach Frankreich fuhren, wie eine dpa-Reporterin berichtete. „Wir verstärken (…) aktuell die Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze in diesem Bereich“, teilte die Bundespolizei Baden-Württemberg auf Twitter mit.

Später twitterte sie, dass der Verkehr einer grenzüberschreitenden Straßenbahn eingestellt worden sei. „Sofern möglich vermeiden Sie bitte aktuell den Grenzübertritt im Bereich Kehl“, hieß es weiter.

Zusammen mit dem Weihnachtsmarkt in Dresden zählt der Straßburger Weihnachtsmarkt zudem zu den ältesten Europas. Chroniken erwähnten den „Christkindelsmärik“ erstmals um 1570. Er sollte schon einmal Ziel eines Attentats sein: Im Jahr 2000 wurde ein geplanter Sprengstoffanschlag einer algerischen Gruppe rechtzeitig verhindert. (dpa)