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Die Dortmunder Polizei hat am frühen Donnerstagmorgen (29. November) einen Rechtsextremen in Dorstfeld festgenommen. Ihm werden wiederholt Straftaten vorgeworfen. Als Protest zu seiner Verhaftung zogen einen Tag später Neonazis durch Marten – begleitet von 75 Gegendemonstranten.

Der 24-Jährige Steven F. soll wiederholt versucht haben die Bevölkerung im Stadtteil Marten einzuschüchtern. Staatsanwaltschaft und Polizei haben deshalb einen Haftbefehl gegen den Angehörigen der Dortmunder Rechtsextremistenszene erwirkt.

Update, 1. Dezember, 13.40 1Uhr: Am 30. November demonstrierten rund 100 Dortmunder Neonazis gegen die Verhaftung von Steven F. Bei der kurzfristig angekündigten Demo versammelten sich die Rechtsextremen am Bahnhof Dortmund-Marten Süd und zogen durch eben diesen Stadtteil.

Trotz der Kurzfristigkeit erwartete sie dort aber schon eine Gegendemo: Die Veranstaltung „Marten ist bunt, Stadt braun – Christen gegen Rechtsextremismus“ protestierte gegen den Nazi-Aufmarsch. Die Gegendemonstration, bestehend aus 75 Personen, begann um 19 Uhr und endete um 21 Uhr. Eine halbe Stunde später als die Gegendemo begann der Demo-Zug der Neonazis und endete vorzeitig um 21.25 Uhr.

Beide Demonstrationen, so die Polizei, waren angemeldet und verliefen störungsfrei. Im Einsatz waren auch zahlreiche Polizisten. Auch wenn die Polizei die genaue Zahl der Beamten, die im Einsatz waren, nicht preisgeben wollte, sagte ein Sprecher: „Es waren mehr Polizisten als Versammlungsteilnehmer der Ursprungsdemo da.“

Ursprungsartikel: Dieser wurde am Donnerstagmorgen (29. November) gegen 6 Uhr an der Emscherstraße in Dorstfeld vollstreckt. In diesem Haus wohnen mehrere Anhänger der rechtsextremen Dortmunder Szene.

Die Ermittler der Soko Rechts durchsuchten auch die Wohnung des Dortmunders, der in dem Haus in einer Wohngemeinschaft leben soll.

Rechtsextremer soll mehrfach straffällig geworden sien

Der in den frühen Morgenstunden festgenommene 24-jährige Mann aus Dortmund steht im Verdacht, in den letzten Monaten wiederholt Straftaten begangen zu haben, um damit aktiv ein Klima der Angst und Einschüchterung in dem betroffenen Stadtteil zu erzeugen.

Sämtliche Ermittlungsverfahren gegen den 24-Jährigen landeten bei der Sonderkommission „Rechts“ der Dortmunder Polizei. Sie führte die Verfahren wegen Körperverletzungsdelikten, gefährlicher Körperverletzungen, antisemitischer Bedrohungen und Beleidigungen und in einem Fall wegen eines Raubes zusammen.

Wie die Ruhr Nachrichten berichten, soll Steven F. seinen Feinden unter anderem mit Sturmhauben aufgelauert haben.

Mutmaßliche Mittäter im Fokus der Polizei

Zwei weitere Dortmunder Rechtsextremisten – wohnhaft in der Straße „Siepenmühle“ in Dorstfeld – bekamen am Morgen ebenfalls Besuch von der Polizei. Sie wurden mit einer sogenannten Gefährderansprache belegt. Der Grund: Sie sollen abwechselnd als Mittäter von Steven F. agiert haben.

Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange dazu: „Einen rechtsextremistischen Intensivtäter aus dem Verkehr zu ziehen, ist eine klare und unmissverständliche Ansage des Rechtsstaates an die rechtsextremistische Szene in Dortmund und auch darüber hinaus.“

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Staatsanwaltschaft und Polizei, so Lange, würden alle rechtlich zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen, um den Strafverfolgungsdruck auf die Szene hoch zu halten. „Gegenüber rechtsextremistischen Straf- und Gewalttätern gilt die Linie: Null-Toleranz!“, sagt Lange.