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In einem Mastbetrieb im westlichen Münsterland sind 900 Schweine qualvoll verendet. Unbekannte hatten die für das Überleben notwendige Belüftungsanlage abgeschaltet.

Beim gewaltsamen Eindringen bislang Unbekannter in einen Schweinemastbetrieb in Vreden wurde auch die Alarmanlage manipuliert. Das sagte ein Sprecher der Polizei in Borken am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Nach dem gewaltsamen Eindringen Unbekannter in einen Schweinemastbetrieb in Vreden im westlichen Münsterland nehmen am Dienstag die Eigentümer des Hofes öffentlich Stellung. Das teilte die Polizei mit.

Bei dem Vorfall waren rund 900 Tiere qualvoll verendet. Der Schaden wird auf rund 100.000 Euro geschätzt.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gehört der Hof der Familie eines hohen Bauernfunktionärs. Er wird vom Sohn des CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Röring bewirtschaftet. Röring ist auch Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Unbekannte stiegen in Technikraum ein

Laut Polizei waren die unbekannten Täter in der Zeit zwischen Sonntagabend (13. Januar) gegen 18 Uhr und Montagmorgen (14. Januar) gegen 8.50 Uhr in den Technikraum des Betriebes eingedrungen und hatten die Stromversorgung unterbrochen. Damit wurde die Belüftung des Stalles ausgeschaltet, die für die Mastschweine lebensnotwendig ist.

900 Schweine von Bauernpräsidenten-Familie tot. Foto: dpa
900 Schweine von Bauernpräsidenten-Familie tot. Foto: dpa

Nach Angaben eines Polizeisprechers wird in alle Richtungen ermittelt. Am Montag wollte sich die Familie auf Nachfrage nicht äußern. Der Sprecher des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes in Münster hielt sich ebenfalls zurück.

„Ich kann weder bestätigen noch dementieren, dass der Hof der Familie Röring betroffen ist“, sagte Hans-Heinrich Berghorn auf Nachfrage. Johannes Röring (CDU) selber war nach Auskunft seines Bundestagsbüros am Montagabend in einer Sitzung.

ARD-Sendung zeigte Bilder aus Betrieb

2015 waren Tierschützer in den Betrieb eingedrungen und hatten Aufnahmen gemacht, um vermeintliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu dokumentieren. Die Bilder wurden im ARD-Magazin „Panorama“ im Fernsehen gezeigt.

Der Bauernpräsident hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Nach Angaben des zuständigen Veterinäramtes des Kreises Borken gab es keine Auffälligkeiten in dem Betrieb.

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Bereits im Juli 2013 waren auf dem Hof in Vreden über 900 Tiere verendet. Damals hatte ein technischer Defekt für einen Ausfall der Belüftungsanlage gesorgt.

Weil eine Alarmanlage nicht angeschlagen hatte, wurde der Schweinemastbetreiber nicht gewarnt. Der Landwirt hatte damals von sich aus die Behörden alarmiert. dpa