Donnerstag, 14. Dezember 2017

Köln/Stockholm (dpa) – Die Betreiber des umstrittenen Werbeblockers Adblock Plus bauen ihr Geschäftsmodell mit dem Kauf des Mikro-Bezahldienstes Flattr aus. Flattr gibt Web-Nutzern die Möglichkeit, Inhalte-Anbieter finanziell zu unterstützen.

Die Firmen arbeiteten bereits seit dem vergangenen Jahr zusammen, jetzt übernahm der Kölner Adblock-Plus-Betreiber Eyeo GmbH die schwedische Flattr AB komplett. Ein neues Produkt der Kooperation ist eine Browser-Erweiterung, mit der Flattr-Zahlungen vereinfacht werden sollen.

Adblock Plus kann Werbung auf Websites verhindern. Das brachte Eyeo Klagen von Medienunternehmen ein, die darin einen Eingriff in ihre Geschäftsmodell sehen. Sie kritisieren auch, dass Eyeo zugleich Geld damit mache, Werbung durch den Eintrag in eine sogenannte Whitelist wieder zu ermöglichen.

Hinter dem 2010 gestarteten Dienst Flattr steht unter anderem Peter Sunde, der Mitgründer der Torrent-Suchmaschine The Pirate Bay, über die viele Raubkopien von Medieninhalten gefunden werden konnten. Zusammen mit Eyeo wolle Flattr so etwas wie ein «Qualitäts-Schild» sein, schrieb Mitgründer Linus Olsson in einem Blogeintrag: Inhalte mit hoher Qualität, die Nutzer stärker ansprechen, würden ihren Autoren mehr Geld einbringen.

Ankündigung bei Flattr

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