Samstag, 21. Oktober 2017

Rundherum ist es schön grün, in den Ortskernen von Westerfilde und Bodelschwingh gibt es aber nicht nur optisch noch Verbesserungsbedarf. Nun wollen die Stadtverwaltung und das Quartiersmanagement das Image zusammen mit den Wohnbauunternehmen verbessern. Die Mieten sinken dadurch jedoch nicht.

Fotos von spielenden Kindern, grünen Wäldern und Ortsansichten hängen an der Wand der Niederlassung des Quartiersmanagements in der Westerfilder Straße. Das Fotoprojekt soll zeigen, dass es schöne Ecken in den Stadtteilen gibt. Davor stehen die Verantwortlichen der LEG, Vonovia, dem Spar- und Bauverein, Dogewo21 und der Stadt Dortmund und erklären, wie ihre Kooperation eigentlich funktioniert.

Klaus Graniki (Dogewo21), Thomas Schwarzenbacher (LEG), Anja Laubrock (Leiterin Amt für Wohnen), Ralf Peterhülseweh (Vonovia) und Franz-Bernd Große-Wilde (Spar- und Bauverein) arbeiten zusammen an neuen Wohnungen. Foto: Florian Forth/Dortmund24

Grundlage für die Zusammenarbeit ist der Beschluss des integrierten Handlungskonzepts im Dezember 2014. Hinzu kommt, dass die Stadterneuerung von der Bezirksregierung Arnsberg gefördert wird. Neben “Großbausiedlung” fallen bei dem Pressetermin auch Begriffe wie “Kooperationsvereinbarung” und “Wohnumfeld”. Gemeinsam mit den Bewohnern wollen die Akteure die Wohnquartiere aufwerten.

Bald alles Schick in Westerfilde?

Wer die Westerfilder Straße entlangläuft, sieht neben etwas heruntergekommenen Ein- und Mehrfamilienhäusern auch sanierte Plattenbauten und schöne Vorstadthäuser. Anwohner kommen vom Einkaufen, es ist was los auf der Straße. Dennoch stehen einige Ladenlokale leer, an den Fenstern mancher Wohnungen hängen Angebote. Rund 80 Quadratmeter bekommt man hier derzeit für eine Kaltmiete von 439 Euro. Die Leerstände sind noch nicht gänzlich überwunden.

Wohnkomplex Westerfilde
Wohnkomplex an der Straße “Zum Luftschacht” in Westerfilde. Foto: Florian Forth/Dortmund24

Doch man sei auf einem guten Weg, sagen die Verantwortlichen. “Der Standort wurde in der Vergangenheit schlechter gemacht, als er ist”, findet Klaus Graniki, Geschäftsführer von Dogewo21. Die Leerstände würden derzeit mit zwei bis drei Prozent im stadtweiten Durchschnitt liegen, sagen die Verantwortlichen. Verkehrsanbindungen und Einkaufsmöglichkeiten seien jeweils gut. Und auch, wenn es Unterschiede gebe, könne man aus beiden Stadtteilen angenehme Wohnumfelder machen. Insbesondere in Bodelschwingh sei die Wohnungsnachfrage merklich gestiegen.

Unternehmen haben bereits vorgelegt

Die Wohnbauunternehmen haben bereits im vergangenen Jahr mit den Sanierungen begonnen. Die LEG hat laut Schwarzenbach ein Pilotprojekt mit Mietergarten am Kirchenfeld in Bodelschwingh. Der Spar- und Bauverein Dortmund habe bereits 763 Wohnungen komplett saniert. Nun sollen Bäume gepflanzt und Wege umgestaltet werden.

Vonovia habe laut Ralf Peterhülseweh, Regionalleiter für Dortmund, rund 200 Wohnungen im Süden Westerfildes energetisch saniert. Zudem seien auch hier Bürgerbeteiligung und Nachbarschaftsgespräche geplant. Ziel ist es laut Graniki, dass die Menschen möglichst lange in ihren Wohnungen leben können.

Wohnkomplex Bodelschwingh
Wohnkomplex im Stadtteil Bodelschwingh. Foto: Florian Forth/Dortmund24

Dazu soll auch das Miteinander in den Stadtteilen gestärkt werden. Man wolle Gemeinschaft und Nachbarschaft schaffen, sagt Stefanie Gerszewski von Quartiersmanagement. Das sei nötig, findet auch ihr Kollege Dirk Ruß: “Die Bewohnerschaft hat sich in den vergangenen Jahren radikal geändert.” Die neuen Nachbarn müssten sich kennen lernen. Erste Mieter seien bereits gefunden worden, die Kontakt zum Quartiersmanagement halten.

Wo modernisiert wird, steigen die Mieten

Das Geld für die Modernisierungen innen und außen kommt zum Teil aus Fördertöpfen des Landes. Aber nicht nur. Einen Teil der Kosten legen die Wohnbauunternehmen auch hier auf die Mieter um. Bezahlbare Mieten seien aber weiter das Ziel, sagt Anja Laubrock vom Amt für Wohnen. Vonovia lege nicht alles um, was möglich wäre, gibt Regionalleiter Peterhülseweh zu bedenken. Bei rund 5,70 Euro liege der Quadratmeterpreis in diesen Stadtteilen derzeit.

Soziale Stadt
Soziale Stadt: In Westerfilde und Bodelschwingh soll noch einiges passieren. Foto: Florian Forth/Dortmund24

“Ich sehe keine sensible Mietentwicklung”, sagt Thomas Schwarzenbacher von der LEG. Von 5,40 Euro würden die Mieten wegen einer Kappung nur auf 6 Euro pro Quadratmeter ansteigen. Für eine 60-Quadratmeter-Wohnung wäre das ein plus von 36 Euro im Monat und 432 Euro im Jahr. Damit solle der “moderate Mietspiegel aufrechterhalten werden”, sagt Schwarzenbach.

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