Samstag, 26. Mai 2018

Für seine Idee, die olympischen Spiele ins Ruhrgebiet holen zu wollen, ist NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nun vom Geierabend mit dem Pannekopp-Orden 2018 ausgezeichnet worden. Gesucht wurden Menschen, die sich im vergangenen Jahr um besondere Verdienste im Ruhrgebiet bemüht haben. Sollte Laschet den Preis annehmen, blüht dem Politiker so einiges…

Seit mittlerweile 26 Jahren findet in Dortmund der Geierabend statt. Eine karnevalistische Kabarett-Show auf Zeche Zollern. Die Vorstellungen der aktuellen Saison unter dem Motto „Bye Bye Bottrop“ begannen am 28. Dezember 2017 und endeten am 13. Februar 2018. Insgesamt wurden 36 ausverkaufte Shows gespielt – vor 15.000 Zuschauern. Wer nicht dabei sein konnte, kann die Folgen ab sofort in voller Länge im Comedy-Portal des WDR anschauen.


Der Geierabend ist eine feste Größe im komödiantischen Ruhrgebiet. Foto: Geierabend

Preisvergabe mit harten Regeln

Die Vergabe des 16. Pannekopp-Ordens erfolgte in demokratischer Abstimmung. Bei den Shows konnten die Zuschauer entscheiden, wer den karnevalistischen Schrottpreis bekommen soll. Ebenfalls nominiert war die lit.Cologne mit der „Alphabetisierung des Ruhrgebiets“. Dabei sollten im Rahmen des Lieraturfestivals lit.RUHR Autoren ins Ruhrgebiet kommen, die normalerweise woanders vorlesen. Doch die Entscheidung der Zuschauer war klar: In den Vorstellungen und bei der Online-Abstimmung wählten sie eindeutig Laschet zum Sieger des Ordens.

Sollte der Ministerpräsident den Preis akzeptieren, ist das mit knallharten Bedingungen verknüpft. Allen voran steht das stetige Tragen der Siegestrophäe während der gesamten Fastenzeit. 28 Kilo Karnevalsschrott als Halsschmuck – das kann auf Dauer sicher ganz schön schwer werden. Außerdem sollte der Preisträger keine weiteren Verdienste rund ums Ruhrgebiet anstreben. Das würde sich als Ministerpräsident bestimmt schwierig gestalten.

Aus Dortmund, über Dortmund. Der Geierabend im Ruhrpott. Foto: Geierabend

Neben der schrottigen Trophäe, bekommt der Sieger auch eine Prämie von 111,11 Euro. Allerdings nur dann, wenn er den Preis auch annimmt. Falls er es nicht tut, kommt das Geld einem guten Zweck zu Gute. Im vergangenen Jahr verzichtete Frauke Petry auf den Karnevalsorden und sorgte dafür, dass das Geld gespendet wurde.

Armin Laschet ist der „Herr der Ringe“

Der Ministerpräsident will die olympischen Spiele 2028 oder 2032 ins Ruhrgebiet holen und heimste sich für dieses Vorhaben nicht nur den Pannekopp-Orden ein, sondern auch den Titel „Herr der Ringe“. In Anspielung auf die olympischen Ringe, das Symbolbild der sportlichen Spiele schlechthin.

Ungelegen an der Idee, Olympia gerade zu der Zeit in den Pott zu holen, ist die Tatsache, dass die Standorte schon längst vergeben oder verplant sind. 2028 ist Los Angeles Austragungsort der Sommerspiele und 2032 ist Asien dran. Dass Olympia 2036 nach Europa kommt, ist allerdings auch fraglich, da 2024 in Paris gespielt wird.

Armin Laschet will Olympia ins Ruhrgebiet holen. Sportlich, sportlich! Foto: dpa

Doch wie kam Laschet überhaupt auf die Idee, dass das Ruhrgebiet ein geeigneter Austragungsort sein könnte? Ganz einfach mit folgender Behauptung: 80 Prozent der Wettkampfstätten seien bereits vorhanden. Was er allerdings völlig außen vor ließ, ist die Tatsache, dass die Sportstätten in NRW schon jetzt einen Sanierungsstau von neun Milliarden haben. Bis Olympia kommt, dürften die Stadien längst marode sein. „In 20 Jahren könnte man Sportmuseen daraus machen“, sagt der Geierabend dazu.

Dortmund wäre Olympia-Standort

Kämen die Sommerspiele nach NRW, dann würden viele der Disziplinen im Ruhrgebiet ausgetragen werden. Auch in Dortmund. Hier gibt es den Signal Iduna Park – mit einer Kapazität von rund 81.000 Plätzen das größte Stadion in Deutschland. Beste Voraussetzung für Olympia. Der Plan sehe vor, in Dortmund Sportarten wie Fußball, Schießen, Ringen, Skateboard oder Straßenrad auszufechten. Auch die Westfalenhallen kämen als Austragungsort zum Einsatz.

Weitere Städte wären Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Oberhausen und Recklinghausen. Doch auch im Rheinland würden Wettkämpfe ausgetragen werden. Die meisten davon in Düsseldorf und Köln.

Olympia im Ruhrgebiet? Vielleicht ja, wohl eher aber nein. Foto: dpa

Unabhängig von Laschets Krönung zum Pannekopp des Jahres 2018, werden die Pläne für „Rhein Ruhr Olympic City“ weiter voran getrieben. Ob es letztendlich auch zur Bewerbung für Olympia kommen wird, hängt noch in der Schwebe. Zuvor waren drei Bewerbungen für Deutschland als olympisches Austragungsland gescheitert: Zweimal in München, einmal in Hamburg. Unter anderem wegen der Bevölkerung. Die entschied sich gegen die Spiele – zu teuer, zu voll, zu sensationell. „Eine vierte Niederlage in Folge können wir uns nicht erlauben“, sagte Walter Schneeloch, Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes bereits im Sommer.

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