Sonntag, 24. Juni 2018

In einer Wohnsiedlung in Dortmund-Wambel sind die Mieter gar nicht gut auf das Wohnungsunternehmen Vonovia zu sprechen. Der Grund dafür sind einfache Heizkörper. Was sich im ersten Moment wie eine Lappalie anhört, wirkt auf den zweiten Blick wie pure Abzocke.

In der Straße „Am Rabensmorgen“ versammelten sich am Dienstag (12. Juni) knapp 50 verärgerte Mieter um ihren Unmut zu äußern. Sie und viele weitere Mieter fühlen sich vom Wohnungsunternehmen Vonovia betrogen.

Unnötige Neuanschaffung von Zentralheizungen auf Kosten der Mieter


In der Vergangenheit hatten die Mieter immer wieder Probleme mit den Heizkörpern: „Teilweise sind sie sogar ganz ausgefallen“, sagt eine Betroffene. Diese Ausfälle lies Vonovia allerdings unbeachtet, so die Meinung der Mieter. Sie vermuten, dass Vonovia die Wartungsarbeiten der Heizanlage und der Heizungsrohre des Verteilernetzes absichtlich nicht durchgeführt hat, um nun neue Zentralheizungen in den Häusern einzubauen: „Die Heizungskessel wurden sogar schon ohne Ankündigung in die Keller gebracht“, beklagen sich die Hausbewohner. Die Kosten für die Neuanschaffungen sollen die Mieter mit einer Mieterhöhung von 40 Euro tragen.

Vonovia Wohnung "Am Rabensmorgen" in Wambel
Wütende Mieter vor der Vonovia Wohnung „Am Rabensmorgen“ in Wambel. Foto: Kevin Mattes/Dortmund24

Alte Heizanlage wird stillgelegt

Die Neuanschaffung ärgert die Mieter. Sie wünschen sich lieber, dass die alte Heizanlage gewartet und auf Vordermann gebracht wird. Sie befürchten, dass durch die Stilllegung der alten Heizanlage Platz für neue Mietwohnungen geschaffen werden soll. Die Anwohner fordern vor allem mehr Transparenz von dem Wohnbauunternehmen. So wurden den Mietern beispielsweise keine Berechnungen zur Energieeinsparung vorgelegt. Ganz im Gegenteil. Die Anwohner befürchten sogar noch höhere Heizkosten durch die Neuanschaffungen. In den Wohnungen gibt es vielfach noch alte Heizkörper, deren Austausch durch Vonovia bislang nicht vorgesehen ist.

In Kombination mit den teilweise neu verbauten Heizkörpern kann von einer optimalen Energienutzung nicht die Rede sein. Einen wirtschaftlichen und logischen Mehrwert bringen die geplanten Anlagen für die Mieter scheinbar nicht, außer dass die neuen Anlagen auch einzeln jährlich gewartet werden müssen und die Kosten für die Wartung der Anlagen steigen werden.

Mit Hilfe des Mietvereins Dortmund haben die Betroffenen nun eine Mieterinitiative gegründet. Gemeinsam wollen sie nun gegen die Neuanschaffung der Heizanlage und gegen das Wohnungsunternehmen Vonovia vorgehen.

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