Donnerstag, 14. Dezember 2017

Der VRR hat seine Ticketänderungen für 2018 bekanntgegeben. Es gibt schlechte und gute Nachrichten. Schlecht: Manche Tickets werden etwas teurer. Gut: Wenn ihr Glück habt, könnt ihr durch eine geänderte Preisstufe C und neue Angebote trotzdem sparen.

VRR-Tickets werden teurer

Wir starten mit der schlechten Nachricht: Im Durchschnitt werden die Tickets 2018 laut Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) um durchschnittlich 1,9 Prozent teurer. Zum Beispiel werden Einzeltickets in der Preisstufe B um zehn Cent teurer (neuer Preis 5,90 Euro), in der Preisstufe C um 40 Cent (neuer Preis 12,50 Euro) und in der Preisstufe D um 30 Cent (neuer Preis 15,30 Euro). Die Preise für Einzelfahrten auf Kurzstrecken und in der Preisstufe A bleiben gleich.

Auch bei den Tickets für ganz NRW und bei den Monatstickets müsst ihr 2018 tiefer in die Tasche greifen. Das SchönerTagTicket für fünf Personen wird um einen Euro teurer (neuer Preis 45 Euro) und das für eine Person um 50 Cent (neuer Preis 30,50 Euro). Das Ticket1000 für Fahrten rund um die Uhr wird in allen Preisstufen teurer, zum Beispiel in der Preisstufe A1 um 1,10 Euro (neuer Preis 68,95 Euro) und in der Preisstufe C um fünf Euro (neuer Preis 147,30 Euro).

Aber wenn ihr Glück habt, könnten eure Fahrten im VRR demnächst sogar günstiger werden. Der Verkehrsverbund hat für 2018 ein neues Azubi-Ticket und 24- beziehungsweise 48-Stunden-Tickets angekündigt. Außerdem definiert der VRR die Preisstufe C neu. Es könnte sein, dass ihr dadurch eure D-Tickets durch C-Tickets ersetzen könnt.

Azubi-Ticket  gilt VRR-weit

Das YoungTicketPlus gab es bisher in den verschiedenen Preisstufen zu kaufen. Ab 2018 gibt es das Ticket nur noch einheitlich für den ganzen VRR-Bereich. Es gilt für Auszubildende, Studierende ohne Semesterticket, Praktikanten, Volontäre und Teilnehmer an einem Freiwilligendienst. Das Monatsticket kostet 69,95 Euro, im Abo sind es 59,95 Euro.

24- und 48-Stunden-Tickets

Bisher gibt es im VRR zwar Tagestickets, mit denen ihr aber nur am Geltungstag fahren konntet. Mit den neuen 24-Stunden- und 48-Stunden-Tickets könnt ihr volle 24 oder 48 Stunden fahren. Laut VRR lohnen sich die Tickets bereits ab der dritten Fahrt, in der Preisstufe D sogar ab der zweiten Fahrt. Damit will der Verkehrsverbund laut eigener Aussage ein passendes Angebot für Touristen schaffen, die zum Beispiel am Wochenende in der Metropole Rhein-Ruhr unterwegs sind.

Geänderte Preisstufe C

Die Preisstufe C war bisher für die Kunden ziemlich undurchschaubar. Die Preisstufe C “gilt in zwei benachbarten Zentraltarifgebieten (entspricht einer Stadt oder mehreren kleineren Städten und Gemeinden) und in der Regel in allen angrenzenden Tarifgebieten – teilweise auch darüber hinaus.” So lautete die Beschreibung der Preisstufe bisher. Ab dem neuen Jahr gibt es statt 172 Gültigkeitsbereiche 19 Regionen.

Dortmund gehört ab 2018 zu den Regionen 7, 9, 10 und 11. Damit befindet sich Dortmund in einer Region mit beispielsweise Oberhausen, Essen, Hagen und Haltern. Aber durch die neue Region 11 ist zum Beispiel die Fahrt von Dortmund nach Wuppertal noch in der Preisstufe C enthalten. Bisher musstet ihr dafür ein D-Ticket kaufen.

Was ist mit alten Tickets?

Die Einzel- und Tagestickets, die ihr vor der Preisänderung gekauft habt, sind noch bis Ende März 2018 gültig. Danach könnt ihr die alten Tickets bis zum 31. Dezember 2020 in den Kundencentern und bei einigen Vertriebspartnern gegen neue Tickets eintauschen. Ihr müsst dann aber die Differenz zwischen altem und neuem Preis zahlen. Die Monatstickets für Dezember gelten noch bis zum 2. Januar 2018, 7- und 30-Tage-Tickets gelten unabhängig vom Jahreswechsel für die angegebene Zeit.

Das tut sich in den kommenden Jahren beim VRR

Der VRR hat in diesem Jahr bereits mehrere Modernisierungen für die kommenden Jahre angekündigt. Ab Februar testen ein paar Kunden ein elektronisches Ticket, das es so ähnlich zum Beispiel schon in den Niederlanden gibt. Das “nextTicket” soll als App auf Smartphones verfügbar sein und sich stärker an Kundenwünschen orientieren. Am Ende zahlen Fahrgäste nur die Strecke, die sie mit Bus und Bahn auch wirklich zurückgelegt haben.

Chipkarte Amsterdam Metro
Eine Frau zahlt ihre Fahrt mit der Amsterdamer Metro mit der “OV-chipkaart”. Dort hat das System längst die Papiertickets abgelöst. Foto: dpa

Spätestens 2020 soll es außerdem neue Fahrkartenautomaten geben, weil dann der bestehende Vertrag mit der Deutschen Bahn ausläuft. Die neuen Automaten kommen dann vom französischen Nahverkehrsanbieter Transdev.

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