Donnerstag, 19. Oktober 2017

Wegen ihres jüdischen Glaubens wurden sie ausgegrenzt, zur Flucht gedrängt oder deportiert und ermordet. Nun erinnert eine Ausstellung vor dem Fußballmuseum an deutsche Sportstars seit 1933. Eine Sportlerin holt die Geschichte in die Gegenwart.

Unter den überlebensgroßen Silhouetten auf dem Platz der Deutschen Einheit sind Rekordhalter wie Gottfried Fuchs und Olympiasieger wie Sarah Poewe. Sie alle haben im Sport großes für Deutschland geleistet. Wegen ihre Glaubens wurden sie im Nationalsozialismus unterdrückt und verfolgt, manche gar ermordet. Die Ausstellung des Deutschen Fußballmuseums zusammen mit der Gedenkstätte Steinwache zeigt seit Montag (9. Oktober) 17 Sportler jüdischen Glaubens und ihre Erfolge.

Rekorde haben bis heute Bestand

Auf der Vorderseite sind die Sportler im jeweiligen Dress zu sehen, auf der Rückseite des Umrisses sind ihre Biografien zu lesen. Darunter ist auch Gottfried Fuchs. Der Fußballnationalspieler hält den Rekord für die meisten Tore in einem Länderspiel. Beim 16:0 der Nationalmannschaft gegen Russland im Jahr 1912 gelangen ihm ganze zehn Treffer. Dagegen sehen die Kloses, Müllers und Wagners dieser Welt blass gegen aus.

Walther Bensemann
Umriss des Fußballpioniers Walther Bensemann. Foto: Florian Forth/Dortmund24

Oder Walther Bensemann. Der Fußballpionier ist nicht nur als Vereinsgründer in die Geschichte eingegangen. Er vernetzte den Sport auch international, was der damals nationalistisch eingestellten DFB-Führung sauer aufstieß. Er floh nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in die Schweiz, wo er 1934 starb. Das von ihm 1920 gegründete Fußballmagazin “Der Kicker” gibt es bis heute.

Erste Medaille nach Ende des Zweiten Weltkriegs

Die 1983 im südafrikanischen Kapstadt geborene Olympia-Schwimmerin Sarah Poewe holt die Geschichte der jüdischen Sportler in die Gegenwart. Als erste gelang es ihr nach Ende des Zweiten Weltkriegs, eine olympische Medaille für Deutschland zu holen – bei den Spielen in Athen 2004. Seit 2011 wohnt Poewe in Deutschland, ein Jahr später beendet sie ihre Karriere.

Sarah Poewe
Sarah Poewe ist die erste Jüdin, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs eine olympische Medaille für Deutschland holt. Foto: Florian Forth/Dortmund24
Die Ausstellung auf dem Platz der Deutschen Einheit ist noch bis zum 19. November zu sehen. Der Eintritt ist frei. Hier gibt es weitere Informationen zu jüdischen Sportlern.

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