Samstag, 18. August 2018

Ruhe, Natur und Gemütlichkeit: Wer einen beschaulichen Vorort sucht, ist in Sölde richtig. Der kleine Stadtteil im Südosten Dortmunds hat neben hübschen Einfamilienhäusern und vielen Feldern aber auch historisch einiges auf dem Kasten. Wir haben uns vor Ort umgesehen. 

15 Minuten dauert es ungefähr, bis die Regionalbahn vom Dortmunder Hauptbahnhof die Sölder Bahnstation erreicht. Viel zu sehen gibt es auf den ersten Blick nicht, denn die Bahnstation liegt mitten im Wohngebiet. Aber Sölde hat einige Geheimtipps, von denen wir wenig später erfahren sollten.

Vom Bauernhof zum großen Einfamilienhaus


Ursprünglich bestand der urige Stadtteil nämlich lediglich aus einer Gruppe von Bauernhöfen, die sich um die Hauptattraktion im Ort – das historische Rittergut – angesammelt haben. Mittlerweile ist der Vorort zu knapp 6000 Einwohnern angewachsen, die bevorzugt in hübschen Einfamilienhäusern mit großen Gärten wohnen. Und das funktioniert in Sölde ganz wunderbar: Weiden und Felder gibt es hier zur Genüge.

Sölde bestand früher nur aus ein paar Bauernhöfen. Der Einfluss ist heute noch sichtbar. Foto: Melissa Leonhardt/Dortmund24

Auch Marion und ihrer kleinen Hündin Bonnie gefällt es sehr gut in Sölde. Die Mittfünfzigerin ist vor über 20 Jahren durch ihren Mann nach Sölde gekommen. „Hier hat man einfach noch ein Stück Gemütlichkeit, die Leute kennen und grüßen sich. Außerdem ist es schön ruhig.“, schwärmt sie. Auch für Bonnie sei die Umgebung optimal. Ein besonderes Highlight ist laut Marion das Hoffest, das der Imker in Sölde jährlich veranstaltet: „Beim Hoffest ist Sölde immer voll, dann kommen Leute von überall. Da gibt es Aktionen für Groß und Klein, alles, was man auf einem Bauernhof eben machen kann.“

Bonnie und ihr Frauchen Marion genießen die Ruhe und Natur in Sölde. Foto: Melissa Leonhardt/Dortmund24

Zwischen Zeche und Rittergut

Für viele Bewohner spielt die jüngere Geschichte des Stadtteils eine große Rolle. Von 1856 bis 1926 befand sich die Zeche Margarethe in Sölde und beschäftigte viele der Einwohner. „Einige Bewohner bemühen sich wirklich, die Geschichte auch ein bisschen am Leben zu erhalten. In der Vergangenheit gab es zum Beispiel Vorträge oder Diashows über die Zeche.“, erzählt Marion. Auch ihr eigenes Haus ist schon fast geschichtsträchtig: Das Einfamilienhaus wurde 1864 erbaut. „Das sieht man aber zum Glück nur an den Wänden im Keller.“, lacht die Sölderin.

Auf dem Rittergut sind neben dem Herrenhaus noch andere Wohnkomplexe angesiedelt. Foto: Melissa Leonhardt/Dortmund24

Neben der Zeche gilt auch das Haus Sölde, ein ehemaliges Rittergut, als wichtiger Teil der Geschichte des Ortes. Das Gut aus dem 13. Jahrhundert thront im Sölder Norden und umfasst neben dem stattlichen Herrenhaus noch weitere Wohnkomplexe. Mittlerweile wohnen über 80 Personen auf dem denkmalgeschützten Rittergut. Ein besonderes Highlight: Der groß angelegte Garten mit Teich und einem kleinen Pavillon. Ein bisschen gruselig wird es ein paar Hundert Meter weiter. „Im Wald hinter dem Gelände liegen die ursprünglichen Eigentümer des Hauses in einer Gruft.“, verrät uns Marion.

„In Sölde fühle ich mich sehr sicher“

Saana ist 18 und wohnt erst seit ein paar Monaten in Sölde. Für sie ist der Unterschied besonders krass: Einen Großteil ihrer Kindheit wohnte Saana nämlich am Borsigplatz. „Ich kann hier abends alleine nach Hause gehen und fühle mich sicher. Ich muss keine Angst haben, auch wenn abends eher weniger Leute auf der Straße sind.“

Einzig die Anbindung nach Dortmund stört Saana. „Mit dem Bus braucht man 40 Minuten in die Stadt, und auch die Bahn fährt nur knapp zwei Mal pro Stunde. Nachts kommt man eigentlich gar nicht mehr nach Dortmund oder zurück nach Sölde.“, bemängelt die Schülerin.

Saana gefällt es in Sölde: „Hier kann ich zur Ruhe kommen.“ Foto: Melissa Leonhardt/Dortmund24

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