Zwei Wochen lang konnten türkische Bürger in Dortmund ehemaligen Gebäude des Türkischen Bildungszentrums ihre Stimme für das Referendum abgeben: entweder „Ja“ oder „Nein“. Am gestrigen Sonntag fand die Abstimmung in der Türkei statt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Dortmund – Das Ergebnis der Abstimmung aller Türken ist knapp: Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis stimmten 51,3 Prozent der Türken mit „Ja“ für die Verfassungsreform, etwa 48 Prozent stimmten dagegen. Eindeutiger sieht es bei den Stimmzetteln aus, die im Dortmunder Wahllokal abgegeben wurden: Auf 75,89 Prozent der Zettel wurde „Ja“ angekreuzt, auf 24,11 Prozent „Nein“.

Meiste „Ja“-Sager in Dortmunder Wahllokal

Damit haben in Dortmund mehr Menschen für die Verfassungsänderung gestimmt als in den anderen 13 Wahllokalen in Deutschland. Jedoch sind in Dortmund nicht nur in Dortmund lebende Türken zur Wahl gegangen – das Wahllokal war auch für andere Städte zuständig, zum Beispiel für Essen. Eigentlich hätte im dortigen Generalkonsulat die Wahl stattfinden sollen, es war jedoch zu klein für den erwarteten Menschenanstrom.

Das Ergebnis des Referendums in den Wahllokalen in NRW. Quelle: Türkische Wahlkommission.

NRW ist Erdogan-Hochburg

Es ist nicht das erste Mal, dass die Deutschtürken in NRW mehr hinter Erdogan stehen als die Bürger in der Türkei. Auch bei den letzten türkischen Parlamentswahlen im November 2015 hat die Regierungspartei AKP in Deutschland deutlich besser abgeschnitten, als in der Türkei. Bei der Neuwahl im November erhielt die AKP in der Türkei 49,5 Prozent der Stimmen und in Deutschland ganze 59,7 Prozent. Echte Hochburgen von Erdogans AKP liegen in NRW: Im Bereich des türkischen Konsulats in Essen erhielt die Partei 67,1 Prozent und in Münster sogar 71,1 Prozent.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Referendum haben wir hier zusammengefasst.

Kommentare