Dienstag, 12. Dezember 2017

Das Ruhrgebiet ohne Trinkhallen? Das ist nur schwer vorstellbar. Deswegen feiert der Pott seine Büdchen – mit Musik, Kultur und Party. Auch Büdchen aus Dortmund sind bei der Trinkhallen Tour-Ruhr dabei. 

Wenn die Berliner Späti sagen, sagen wir im Pott Bude, Büdchen, Kiosk, Trinkhalle. Aber egal wie wir den Laden für den schnellen Einkauf nennen: Er gehört zum Pott genauso wie Pommes-Currywurst, Fußball und Bier.

Trinkhallen, sie sind das Wohnzimmer des Ruhrgebiets. Jeder kennt sie, jeder geht hin. Es kann auch gerne mal nur ein (Weg-)Bier oder eine gemischte Tüte sein. Bei der “Trinkhallen Tour-Ruhr” sollen die Trinkhallen gefeiert werden.

Und für Dortmund wurde sich etwas Besonderes ausgedacht: Um die Premiere der neu angelegten Trinkhallen Tour-Ruhr international zu feiern, gibt es einen kleinen Festival-Tag am Freitag (11. August) mit vier Konzerten im Dortmunder Unionsviertel. Verschiedene Besetzungen an verschiedenen Kiosken. Mit dabei: Valentin Becmann (Gitarre und Gesang), Karen Willems (Schlagzeug und Perkussion) und Bart Maris (Trompete).

Hier die Dortmunder Route:

  • 15.30 Uhr: Trinkhalle Sahin, Nederhoffstraße 10
  • 17 Uhr: Kiosk Annenstraße, Annenstraße 1
  • 18.30 Uhr: Kiosk Minimarket, Heinrichstraße 1
  • 20 Uhr: Kiosk Adler59, Adlerstraße 59
Stamatia Popis bedient am Donnerstag (19.07.2012) eine Kundin in ihrem Kiosk in Dortmund Körne. Bier, Lakritz und Kreuzworträtsel: Kioske bietet alles für den schnellen Einkauf. Vor über 150 Jahren entstanden viele zum Verkauf von Mineralwasser. Doch die kleinen Buden sterben aus. Foto: Marcus Simaitis dpa/lnw (zu lnw-KORR: «Trinkhallen gegen Supermärkte - Angst vor Kiosksterben» vom 24.07.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Trinkhallen sind das Wohnzimmer des Potts. Foto: Marcus Simaitis/dpa

Neues Jahr der Trinkhallen Tour-Ruhr gestartet

Im Kulturhauptstadtjahr 2010 begann alles als “Kiosk-Alarm”, seitdem hat es sich zu einer Institution entwickelt: Das Bassklarinetten-Ensemble “Die Verwechslung” startete bereits am Montag (7. August) in Bochum in ein neues Jahr der Trinkhallen Tour-Ruhr.

Mit rund 20 Gast-Künstlern werden drei Wochen lang Kioske und Trinkhallen im gesamten Ruhrgebiet besucht und für jeweils einen Abend in experimentelle Bühnen für zeitgenössische improvisierte Musik verwandelt. “Künstlerischer Austausch, das Ermöglichen ungeahnter Erfahrungen, die Überwindung stilistischer Grenzen und der offene Dialog mit dem Publikum stehen dabei im Mittelpunkt – Pop trifft auf Free Jazz, Avantgarde auf Trash, postdramatisches Theater auf die blanke Realität – “absolut unprätentiös
und dem Moment verpflichtet”, heißt es von Seiten der Trinkhallen Tour-Ruhr.

Wohnzimmer des Ruhrgebiets

Die Trinkhallen Tour-Ruhr im “Wohnzimmer des Ruhrgebiets”: “Hier werden Geschichten dort erzählt, wo die Leute sonst ihre eigenen Geschichten erzählen. Mit diesem Ziel ist ‘Die Verwechslung’ angetreten und schafft es Jahr für Jahr, die Menschen vor Ort für eine Musik zu begeistern, von der vielerorts behauptet wird, keiner wolle sie hören: zu sperrig, zu kompliziert, zu ‘Hochkultur'”, heißt es auf der Homepage der Trinkhallen Tour-Ruhr.

“Bei mittlerweile rund 100 Auftritten konnte das Gegenteil bewiesen werden. Die Menschen wollen die Konfrontation mit unbekannter Kunst, die Auseinandersetzung, das Abenteuer, das Suchen und das Finden. Und manchmal auch das Nicht-Verstehen-Müssen – immerhin sei Musik ja keine Matheaufgabe, wie es ein Zuschauer in Bottrop einmal auf den Punkt brachte”, so die Veranstalter.

Trinkhallen-Export nach Belgien

Dieses Jahr sind zum ersten Mal Musiker aus Belgien als sogenannte Gastmusiker mit dabei. Im Oktober soll die Musik-Tour dann dort als Austausch stattfinden.

Alle Kioske sind bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Konzerte beginnen, wenn nicht anders angegeben, um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Mehr Infos findet ihr hier

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