Sonntag, 19. November 2017

Aus Alt mach Neu: Das ist das Motto von Upcycling und des Festivals, das am Wochenende (11. und 12. November) im Depot stattfindet. Beim “Trash Up!” könnt ihr sehen, was ihr aus Müll alles machen könnt. Mit dabei zum Beispiel: Taschen aus Zementsäcken und Schmuck aus alten Skateboards.

Das Festival fand 2016 zum ersten Mal im Depot statt. Für die Premiere hatte es schon Einiges zu bieten. Dortmund24-Redakteur Daniele Giustolisi entdeckte Lampen aus Ampeln, Gürtel aus Fahrradreifen und Schmuck aus alten Leiterplatten.

Heiko Jürgens aus Solingen verkaufte beim “Trash Up!” 2016 Lampen aus alten Ampeln. Foto: Daniele Giustolisi / Dortmund24

Am Samstag und Sonntag (11. und 12. November) geht das “Trash Up!” in die zweite Runde. Die Veranstalter haben einige Besucherwünsche aus dem vergangenen Jahr berücksichtigt und ein noch umfangreicheres Programm mit Markt, Vorträgen, Workshops, Filmprogramm, Ausstellung und Gastronomie auf die Beine gestellt.

Markt

Es gibt Menschen, die es sich zum Beruf gemacht haben, aus alten Gegenständen Neues herzustellen. Viele von ihnen sind beim “Trash Up!”-Festival dabei, präsentieren und verkaufen ihre Produkte. Unter ihnen sind einige Aussteller aus dem vergangenen Jahr, die die Besucher mit ihren außergewöhnlichen Ideen überzeugt haben. Zum Beispiel Roswitha Petersen aus Leipzig, die aus alten Leiterplatten Schmuck macht. “Elektroschrott, der glücklich macht”, lautet das Motto ihrer Firma Circuit Accessories. Die Produkte der Aussteller könnt ihr nicht nur anschauen, sondern auch kaufen. Bei Roswitha Petersen kosteten Ringe und Ohrringe im vergangenen Jahr zum Beispiel 34 Euro und Ketten 42 Euro. Eine Liste mit allen bestätigten Ausstellern findet ihr hier.

Bei Roswitha Petersen aus Leipzig könnt ihr Schmuck aus alten Leiterplatten erwerben. Foto: Daniele Giustolisi / Dortmund24

Workshops

Im vergangenen Jahr wünschten sich laut dem Veranstalter die Besucher des Festivals, dass es mehr Angebote zum Mitmachen gibt. Deswegen habe man die Aktionen in diesem Jahr weiter ausgebaut.  In offenen Workshops werden unter Anleitung verschiedener Institutionen und Upcycling-Labels zum Beispiel postapokalyptischer Schmuck aus Abfällen des Festivals hergestellt, alternative Geschenkverpackungen entworfen oder aus alten LKW-Planen Etuis gefertigt.

Upcycling betrachtet Ausrangiertes, Verpackungsmüll und sonstigen Abfall als Material, um daraus Neues entstehen zu lassen. Der wesentliche Unterschied zum Recycling besteht darin, dass das neue Produkt unter Verwendung möglichst geringer verfügbarer Energieressourcen entstanden ist. Es eröffnet einen ganz neuen Blick auf die Dinge und ihren Wert. Denn bei der Aufwertung von Müll zu Gebrauchsgegenständen oder Designobjekten sind den Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Der unbrauchbare Fahrradschlauch wird zur Federmappe, ein mottenzerfressener Pulli verwandelt sich in eine warme Filzmütze und ein ausgedienter Fußball macht als Lampe nicht nur Licht, sondern ist ein echter Hingucker.

Filmprogramm

Im Depot gibt es auch ein Kino, das sweetSixteen-Kino. Das zeigt zum Upcycling-Festival den Film “Maschines”, der von den unmenschlichen Zuständen in Teilen der indischen Textilindustrie handelt, die anhand fast malerischer Bildgestaltung entlarvt wird. Außerdem gibt es “Das System Milch” zu sehen, in dem es um das “Big Business” um den gefragten Rohstoff Milch geht.

Ausstellung

Nicht nur Upcycling-Labels nutzen Vorhandenes für ihre Produktion. Auch viele Künstler beschäftigen sich mit den Eigenschaften oder der Symbolik von Dingen und setzen diese in ihren Arbeiten ein. Der mehrfach ausgezeichnete Fotograf und Konzeptkünstler Dirk Krüll thematisiert in seinen Fotografien „Plastic Army“ sein Unbehagen über den verantwortungslosen Umgang mit Natur und Ressourcen, Mico Schmitt dokumentiert die Spuren unseres Abfalls und Radlbazi kreiert Lichtobjekte aus alten Fahrradteilen.

Gastronomie

Auch Kochen geht nach dem Motto “Aus Alt mach Neu”. “Be Bananas” aus Düsseldorf backen frisches Bananenenbrot aus Bananen zweiter Wahl, die aufgrund minimaler Abweichungen der Norm nicht mehr „regulär“ verkauft werden. Außerdem gibt es auf dem “Trash Up!” viele faire Getränke und Speisen. “Der gute Heinrich” verkauft vegane Speisen und das “Coffee-Bike Bochum” verwöhnt euch mit feinsten BIO zertifizierten Kaffee- und Kakaospezialiäten – aus Tassen seines eigenen Porzellanfundus.

Das “Trash Up!” findet am Samstag (11. November) von 12 bis 18 Uhr und am Sonntag (12. November) von 11 bis 18 Uhr im Depot an der Immermannstraße 29 statt. Das Tagesticket kostet fünf Euro, für Schüler und Studenten vier Euro.

Das “Trash Up!” wird veranstaltet vom Depot e.V. in Kooperation mit Die Urbanisten und den Sponsoren und Partnern DEW21, dem Kulturbüro der Stadt Dortmund, dem Veranstaltungsmagazin Trailer. Gefördert wird “Trash Up!” durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW.

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