Donnerstag, 16. August 2018

Wenn es in Dortmund schneit, leiden vor allem die Radfahrer. Denn vor allem ihre Wege werden oft mit Schnee von der Straße blockiert oder nur schlecht geräumt. Das hat häufig Kritik gebracht. Doch das soll sich jetzt ändern. Die Stadt hat ein Pilotprojekt gestartet, in dem es sich intensiver um Radwege kümmern möchte. Profitieren dürften davon als erstes wohl Radler, die zur TU Dortmund fahren.

Konkret hat die Stadt für ihr Pilotprojekt den ein Kilometer langen Radweg von der westlichen Innenstadt über die Schnettkerbrücke bis zur Technischen Universität (TU) Dortmund ins Auge gefasst. Er wird ab sofort bei Schnee und Eis mit höchster Priorität gestreut und geräumt. Dahinter steckt ein Pilotprojekt des Tiefbauamtes.


Am Mittwoch (17. Januar) viel etwas Schnee in Dortmund. An diesen Tagen rückt die Stadt in der Regel nicht zum Räumen aus. Foto: dpa

Die Stadt habe die Strecke zusammen mit dem Beirat Nahmobilität für den Winter 2017/2018 erarbeitet. Sie wird jetzt erstmals mit Priorität 1 in den Winterdienstplan aufgenommen, berichtet Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes der Stadt Dortmund. Die Pilotstrecke führt von der westlichen Innenstadt über die Schnettkerbrücke bis zur Technischen Universität Dortmund.

Der Winterdienst auf der Pilotstrecke wird in Anlehnung an den Winterdienst auf Straßen der Winterdienststufe 1 durchgeführt. Heißt: Bei Bedarf will die Stadt die Strecke auch mehrmals am Tag behandeln. Derzeit stehen für den Winterdienst auf den Radwegen bei der EDG drei spezielle Kleinstreufahrzeuge bereit, die für den Winterdienst auf die Feuchtsalztechnik umgerüstet werden. Die damit eingesetzte Tausalzlösung wirke besonders schnell, wie die Stadt erklärt.

Ergebnisse auf Pilotstrecke bestimmen zukünftiges Vorgehen

Ob diese Art von Winterdienst für Radwege künftig ausgeweitet wird, hängt von den Ergebnissen auf der Pilotstrecke ab. Aufwand, Technikeinsatz und Kosten müssen überschaubar bleiben. Sylvia Uehlendahl allerdings wisse, wie wichtig es sei, auch andere Hauptverkehrsstrecken im Radwegenetz mit höherer Priorität zu behandeln.

Und wie lange dauert die Pilotphase? Das, so Stadtsprecherin Heike Thelen, komme ganz darauf an, wie oft es in diesem Winter schneie. „Wir brauchen viel Erfahrung, um das Konzept auch auf andere Radwege ausweiten zu können“, so Thelen. Heißt konkret: Sollte es in diesem Winter nicht mehr oft den Anlass geben, Wege zu räumen, könnte sich die Pilotphase bis in den kommenden Winter ziehen.

Welche Radwege künftig für die Priorität 1 vorgesehen sind, scheint auch schon klar zu sein. „Der RS1 könnte davon profitieren“, sagt die Stadtsprecherin. Der Radschnellweg soll bis 2020 die Städte zwischen Duisburg und Hamm verbinden. Auch durch Dortmund führt ein kilometerlanger Abschnitt – unter anderem auf dem Abschnitt zwischen TU und Innenstadt-West.

Auf diesem Abschnitt startet die Stadt Dortmund das Pilotprojekt für den Winterdienst auf Radwegen. Grafik: Stadt Dortmund

Das Radwegenetz in Dortmund umfasst übrigens rund 650 Kilometer. Innerhalb geschlossener Ortslage besteht auf Radwegen, die zur Fahrbahn gehören, grundsätzlich nur eine Winterdienstpflicht an den Stellen, die sowohl verkehrswichtig als auch gefährlich sind. Auf Radwegen außerhalb geschlossener Ortslage besteht keine Winterdienstpflicht aus dem Straßenreinigungsrecht. „Halten wir uns an diese Minimalforderungen, werden wir zwar den gesetzlichen Anforderungen gerecht, stellen aber weiterhin den Radverkehr nur hinten an“, so Sylvia Uehlendahl.

EDG räumt und streut 103 Kilometer Radwege

Über diese gesetzlichen Pflichten hinaus hat das Tiefbauamt der Stadt Dortmund seit 1992 die Entsorgung Dortmund (EDG) beauftragt, 103 Kilometer Radwege (sowohl innerhalb wie außerhalb geschlossener Ortslage) im Winter im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu räumen und zu bestreuen.

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