Donnerstag, 14. Dezember 2017

Die Zahl der Radfahrer in Dortmund hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Das sagt der neue Radfahr- und Fußgängerbeauftragte der Stadt Dortmund, Fabian Menke (rechts). Mit einer Teestunde an der Radstation dankt er den Nutzern und hört sich ihre Verbesserungsvorschläge an.

Obwohl es kalt und noch ein wenig nass ist, laufen immer wieder Menschen in das kleine Parkhaus auf dem Bahnhofsvorplatz. Einige holen ihr Rad, andere stellen es günstig, trocken und sicher ab. “Hier ist ein ständiges Kommen und Gehen”, sagt Menke. Auf einem Schild vor der Station steht: “Danke, dass du mit dem Rad fährst”. Für die meisten hier Ehrensache.

Radstation
Danken den Radfahrern und Fußgängern in Dortmund: Die Verantwortlichen von Stadt, der Radstation, Velocity und Velokitchen sowie der neue Fahrradbeauftragte der Stadt, Fabian Menke (rechts).

Zu dem Treffen hatten unter anderem Astrid Wendelstigh (zweite von rechts) von der Selbsthilfewerkstatt Velokitchen und Jürgen Beck von Dobeq (zweiter von links) geladen. In der Velokitchen kann jeder selbst Hand anlegen und an seinem Rad schrauben. In der an die Radstation angegliederte Werkstatt bekommen zudem Menschen die Chance, sich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Eine Win-Win-Situation.

Mehr Fußgänger und Radfahrer unterwegs

Dennoch liege der Anteil der Radfahrer am Verkehr in Dortmund derzeit nur bei etwa sieben Prozent, sagt Menke. Er kümmert sich seit Mitte August um die Belange der Radfahrer und Fußgänger in Dortmund. Ein Grund dafür sei aber auch, dass die Zahl der Autos stark zugenommen habe. Doch wann wird Dortmund denn dann endlich eine echte Fahrradstadt, wie es eines der Banner an der Radstation fordert? “Da fehlt natürlich noch viel”, gibt Menke zu. Insgesamt gebe es aber merklich mehr Radfahrer und Fußgänger in der Stadt als noch vor ein paar Jahren. “Denen wollten wir zum Jahresende noch mal danken.”

Und wie kommen die in der Stadt so zurecht? Wir haben einige der Radstation-Nutzer nach ihren Erlebnissen gefragt:

Stefan Nagora: “Ziemlich gut ausgebaut”

Vom Bahnhof über die Schnettkerbrücke nach Eichlinghofen: Das ist die tägliche Strecke von Stefan Nagora. “Die ist ziemlich gut ausgebaut”, findet er. Was ihn stört: Hin und wieder hören in Dortmund die Radspuren einfach auf. Dann müssen Radfahrer auf die Straße oder den Fußgängerweg ausweichen. “Das ist manchmal grenzwertig.”

Leonie Mesch: “Auf dem richtigen Weg”

Autofahrer, die keine Rücksicht nehmen und Radwege zuparken, nerven Leonie Mesch am meisten. In den vergangenen zehn Jahren habe sich aber bereits Einiges verbessert, sagt sie und setzt ihren Helm auf. Mehr Fahrradstraßen wären zwar schön, “Dortmund ist aber auf dem richtigen Weg”, findet sie.

Bernd Appelhans: “Das ist gefährlich”

Der Lehrer radelt regelmäßig aus dem Kreuzviertel zum Bahnhof. “Morgens sind die Züge voll. Da ist die Radstation optimal”, sagt er. Auch er hat bereits Erfahrungen mit plötzlich endenden Radwegen gemacht: “Das ist gefährlich”, sagt er. Deshalb freut er sich schon darauf, dass der Radschnellweg Ruhr fertig wird.

 

Die Radstation:

  • Die Radstation direkt vor dem Bahnhof steht auf städtischem Boden. Das Dach der provisorischen Station war schon da. Seit fast zwei Jahren ist hier nun Platz für fast 500 Räder.
  • Für einen Euro am Tag kann man sein Rad sicher abstellen. Im Monat kostet der Service acht, im Jahr 88 Euro. Wer sein Rad außerhalb der Öffnungszeiten (6 bis 22 Uhr) abholen möchte, kommt mit einer Chipkarte rein.

Kommentare

Anzeige